Samstag, 17. Oktober 2009

Der Integrationsrat hat Ingrid Kohlnrei mit seinem Förderpreis für ein gedeihliches Miteinander und gegenseitige Integration ausgezeichnet


Warum hat Ingrid Kohlbrei den Förderpreis verdient, den der Integrationsrat für ein "gedeihliches Miteinander und gegenseitige Integration" zum elften Mal verliehen hat?

Der Vorsitzender des Integrationsrates, Enver Sen unter, begründet das bei der Preisverleihung im Schloss Broich so: "Für die Migrantinnen und Migranten waren Sie in all den Jahren immer ansprechbar und haben sich für deren Belange eingesetzt." Auch der Kinderschutzbund profitiert in diesem Jahr von der Auszeichnung. Denn die 400 Euro Preisgeld stiftet Ingrid Kohlbrei den Mülheimer Kinderschützern.

Eingesetzt hat sich die ehemalige CDU-Ratsfrau, die dem heutigen Integrationsrat seit 19 Jahren angehört zum Beispiel dafür, dass Asylbewerber in Mülheim menschenwürdig untergebracht wurden, dass Frauen aus Zuwandererfamilien besonders gefördert werden, wenn es zum Beispiel um den Erwerb der deutschen Sprache und darüber hinaus gehende Bildungschancen oder islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache ging und geht.
Integration ist für die 71-jährige Preisträgerin nicht nur politisches Programm, sondern auch Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte, wurde sie 1945 doch mit ihren Eltern aus ihrer Heimat in Oberschlesien vertrieben und musste sich in der neuen Heimat Mülheim integrieren.
Wie kann Integration von Zuwanderern aus anderen Ländern- und Kulturkreisen gelingen. Kohlbrei gab in ihrer kurzen Dankesrede einige Denkanstöße. Integration fängt für sie im Kopf an: "Es geht nicht um die Frage: Migrant oder nicht? Wichtig ist, wie ein Mensch ist und wie er sich gibt", betont sie. Bildung und Sprache sind für sie die Schlüssel zur Integration. Schon im Kindergarten müsse gezielt gefördert und gebildet werden, um damit das Fundament für einen später erfolgreichen Übergang von der Schule in den Beruf zu schaffen.

Mit Blick auf die erwachsenen Zuwanderer appeliert Frau Kohlbrei, die umfangreichen VHS-Kursangebote im Bereich Deutsch als Fremdsprache noch stärker als bisher zu nutzen. Eine besondere Herausforderung für die deutsche Aufnahmegesellschaft sieht die Vorsitzende der Senioren-Union darin, zu gewährleisten, "dass Zuwanderer unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Herkunft bei uns in Würde altern können."
Das Foto zeigt die Preisträgerin Ingrid Kohlbrei (Mitte) mit Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Enver Sen vom Integrationsrat.

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