Mittwoch, 28. Oktober 2009

Was sagt die Spitze der Stadtkirche zum neuen Ruhrbischof? Hoffnung auf geistliche Akzente und einen Pragmatiker mit Zukunft





Seit heute Mittag ist es offiziell. Papst Benedikt XVI. hat den aus Marl stammenden Münsteraner Weihbischof Franz-Josef Overbeck (45) zum neuen Ruhrbischof ernannt. Ich fragte beim Stadtdechanten Michael Janßen (links) und beim Vorsitzenden des Mülheimer Katholikenrates, Wolfgang Feldmann nach: Was erwarten, was erhoffen Sie sich vom neuen Bischof.

Stadtdechant Janßen begrüßt, dass der Essener Bischofsstuhl nach dem Weggang Felix Genns nicht zu lange unbesetzt geblieben ist. Was erwartet er vom neuen Ruhrbischof, wie auch immer er nun heißen wird? „Er sollte in die Fußstapfen von Felix Genn treten und die Umstrukturierung des Bistums mit geistlichem Leben füllen und geistliche Akzente setzen,” meint Janßen.

Der Vorsitzende des Katholikenrates, Wolfgang Feldmann, wird jedoch etwas konkreter. „Der Mann ist mit 45 Jahren relativ jung. Wenn er es wird, kommt da wieder mehr Kontinuität rein und wir bekommen einen Bischof, der über 20 oder 25 Jahre das Bistum auf Kurs und wieder in die Spur bringen kann”, freut sich Feldmann auf den voraussichtlichen Ruhrbischof.
Dass der in Marl geborene Overbeck das Ruhrgebiet kennt, empfindet Feldmann ebenso als positiv, wie die Tatsache, dass er als Weihbischof von Münster „von außen ins Ruhrbistum käme.” In diesem Sinne erhofft sich Feldmann vom neuen Ruhrbischof neue Ideen und eine pragmatische Herangehensweise an die sozialen und strukturellen Probleme des Ruhrbistums.

„Ich hoffe, dass er nicht so konservativ ist”, sagt Feldmann auch mit Blick auf die katholische Schwangerschaftskonfliktberatung durch Donum Vitae. „Wir brauchen Donum Vitae um den Menschen vor Ort in ihrer Not helfen zu können”, betont Feldmann und wünscht sich als Sprecher der Mülheimer Laien natürlich auch, dass der neue Bischof trotz der neuen Groß-Pfarreien „die Laienarbeit auf der mittleren Ebene der Stadtkirche nachhaltig unterstützt.” Nur so kann aus seiner Sicht sichergestellt werden, dass Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft auf Stadtebene auch einen notwendigen Partner finden, der für die katholische Stadtkirche sprechen und handeln kann.

Ein ausführliches Porträt des Ruhrbischofs finden Sie im Internet unter: http://www.bistum-essen.de/



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