Direkt zum Hauptbereich

Sie war die erste Frau an der Spitze der Stadt


Heute feiert Eleonore Güllenstern ihren 80. Geburtstag. Sie war die erste Oberbürgermeisterin der Stadt. Als die damals 52-jährige Sozialdemokratin 1982 in ihr Amt gewählt wurde, war sie die einzige Frau an der Spitze einer deutschen Großstadt. Zuvor war sie als Bürgermeisterin bereits drei Jahre lang Stellvertreterin des 1982 verstorbenen Oberbürgermeisters Dieter aus dem Siepen gewesen. Obwohl sie als OB nach der damaligen Gemeindeordnung nicht Verwaltungschefin, sondern nur Repräsentantin der Stadt und Vorsitzende des Rates war, setzte sie vor allem in den Bereichen Bildung, Kultur, Jugend und Frauen politische Akzente.

In ihre zwölfjährige Amtszeit fallen zum Beispiel die Einweihung des Kurt-Schumacher-Platzes (1986) und die Landesgartenschau Müga (1992) sowie die Gründung der Mülheimer Initiative für Toleranz (1993) und die Begründung neue Städtepartnerschaften mit Oppeln (1989) und Kfar Saba (1993).

Unter ihrer politischen Federführung bekam Mülheim erstmals eine Gleichstellungsbeauftragte. Schon vor ihrer Zeit als Oberbürgermeisterin hatte sich Güllenstern als Vorsitzende des Kulturausschusses maßgeblich für die Gründung des Theaters an der Ruhr eingesetzt, das bis heute eine der bundesweit bekanntesten Kultureinrichtungen Mülheims ist. Als Oberbürgermeisterin war Güllenstern dann auch Aufsichtsratsvorsitzende des von Roberto Cuilli und Helmut Schäfer geleiteten Theaters.

Ihre kommunalpolitische Laufbahn begann 1964 mit dem Einzug in den Rat der Stadt, dem Güllenstern bis zum Rücktritt vom OB-Amt im Oktober 1994 angehören sollte. Auch nach dem undglücklichen Ende ihrer Amtszeit, das vom Machtverlust der SPD und der Ruske-Kredit-Affäre überschatteten wurde, blieb Güllenstern öffentlich aktiv, zum Beispiel als Vorsitzende des Kunstvereins und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Dieter Wiechering, bescheinigt seiner Parteifreundin rückblickend: "Eleonore Güllenstern war als Oberbürgermeisterin eine Integrationsfigur, weil sie in der Bürgerschaft sehr gut verankert war." Und Helmut Schäfer vom Theater an der Ruhr ist überzeugt: "Ohne Eleonore Güllenstern würde es das Theater an der Ruhr in seiner heutigen Form nicht geben."

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Am liebsten hört sie Radio: Margarete Sonnenschein feierte jetzt ihren 100. Geburtstag

"Wie alt bin ich jetzt? 100?!“ fragt Margarete Sonnenschein, während sie mit ihren Mitbewohnerinnen in der Villa Nestor bei Kaffee und Kuchen ihren dreistelligen Geburtstag feiert. 

Seit zehn Jahren lebt sie  in einer Wohngemeinschaft, die von den Pflegepartnern betreut wird. Weil sie aufgrund einer Makuladegeneration nicht mehr sehen kann, hört sie am liebsten Radio. Besonders bedauert sie es, dass ihr Lieblingsmoderator Jürgen Domian nicht mehr auf Sendung ist. Seine seelsorgerischen Gespräche mit Menschen in unterschiedlichsten und schwierigsten Lebenslagen hat die ehemalige Bibliothekarin und Buchhändlern immer besonders gerne gehört. Deshalb freut sich Sonnenschein darüber, dass ihr Pflegedienstleiterin Karin Eberlein und ihre Mitbewohnerinnen eine CD-Sammlung mit Domians besten Gesprächen geschenkt haben.

Schwere Zeiten kennt die Dame, die zweimal verheiratet war und vor 35 Jahren ihren einzigen Sohn begraben musste, nur zu gut.

Noch im Ersten Weltkrieg geboren, musste sie die…

Suchtfaktor Karneval

Sie ist die jüngste der 13 Mülheimer Karnevalsgesellschaften, die KG Aunes Ees. Zwölf Karnevalsfreunde aus der damals aufgelösten KG Düse formierten sich im Juli 2017 zur neuen KG Aunes Ees. „Aunes Ees ist mölmsch Platt und bedeutet anders als, weil wir anders sind als viele andere Karnevalsgesellschaften“, erklärt der Vorsitzende der neuen Gesellschaft Jörg Schwebig die Namenswahl.
Anders als die anderen mölmschen Gesellschaften, gibt es bei Aunes Ees neben einer Aktivengarde auch eine integrative Garde, in der Menschen mit und ohne Handicap ihren Spaß am Tanz gemeinsam auf die Bühne bringen. Dass es dazu kam, hat mit Schwebigs Bruder Frank und seiner Schwägerin Vivian zu tun, Sie sind Eltern einer behinderten Tochter, die in einer integrativen Tanzgarde einer Duisburger Gesellschaft aktiv war. Doch das Mädchen und seine Gardekolleginnen fühlten sich ihrer bisherigen Gesellschaft nicht mehr gut aufgehoben und wechselten deshalb 2017 geschlossen in die neue Mülheimer Karnevalsgesellsch…

Welche Chancen haben Förderschüler auf dem Arbeitsmarkt? Die gute Nachricht lautet: Zeugnisse und Noten sind eben nicht alles, wenn es um den Einstieg in den Beruf geht

„Alles wird gut.“ So steht es auf einer Holzskulptur, die der Geschäftsführer der Berufsbildungswerkstatt (BBWe), Thomas Aring, von Lehrgangsteilnehmern aus dem Berufsfeld Farbe und Raumgestaltung zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Gilt das auch für Förderschüler, wenn sie ihren geschützten Lernraum verlassen und auf dem Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz suchen? Aring schätzt, dass aktuell rund 20 Prozent seiner insgesamt 500 Lehrgangsteilnehmer von der Förderschule kommen. Sie alle konnten nach der Schule keinen Ausbildungsplatz bekommen und trainieren jetzt im Rahmen eines Berufsvorbereitsungsjahres oder eines Werkstattjahres für den ersten Ausbildungsmarkt.


„Viele, die zu uns kommen, erleben im ersten halben Jahr einen richtigen Entwicklungsschub und sind dann auch besonders motiviert“, berichtet Aring. Wie es im optimalen Fall laufen kann, zeigen die 17-jährige Katharina Schaefer und der 19-jährige Patrick Hoppe. Beide haben eine Mülheimer Förderschule für Lernbehinderte bes…