Freitag, 23. Dezember 2016

So gesehen: Kleinigkeiten machen nervös

Was schenke ich wem zu Weihnachten? Das treibt einem die Schweißperlen auf die Stirn. Es gibt nichts Schlimmeres, als enttäuschte Verwandte unterm Christbaum. „Ich hab schon 30 Krawatten im Schrank und kann mein altes Lieblingsparfüm längst nicht mehr riechen, aber du hast es ja gut gemeint.“ Wie im richtigen Leben gilt auch bei der Weihnachtsbescherung: „Gut gemeint und gut gelaufen sind zwei verschiedene Dinge. Eigentlich schenken wir uns zu Weihnachten seit Jahren nichts mehr, um vor Weihnachten erst gar keinen Geschenke-Stress aufkommen zu lassen. Doch wir haben einsehen müssen, dass es das Wort „eigentlich“ in sich hat.

Denn auch wenn man sich eigentlich nichts schenkt, darf man sicher sein, dass jemand aus alter Gewohnheit doch eine Kleinigkeit mitbringt. Und so wuchern die Kleinigkeiten vor sich hin und wir haben die Bescherung. Denn seit aus dem Nichts Kleinigkeiten geworden sind, weiß man nie, welche Kleinigkeit auf einen zu kommt und welche Kleinigkeit man bereithalten muss, um nicht als geizig zu gelten. Ob das Christkind mit den Geschenken der Drei Heiligen Könige zufrieden war? Die Bibel schweigt sich darüber aus. Das ist sicher kein Wunder!


Dieser Text erschien am 21. Dezember 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung


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