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Ein Meister der Formensprache: Der Bildhauer Ernst Rasche konnte jetzt seinen 90. Geburtstag feiern

Ernst Rasche in seinem Atelier
Das Kreuz-Relief an seiner Haustür zeigt, was Ernst Rasche trägt, der am 24. November seinen 90. Geburtstag feiert. Sein christlicher Glaube hat ihn von Kindesbeinen geprägt. Nicht nur in seiner Heimatstadt hat er Kirchen und öffentliche Räume gestaltet. Wer auf die von ihm geschaffene Chorwand der Stadtkirche St. Mariae Geburt schaut und das Himmlische Jerusalem erkennt, aus dem ein warmer (göttlicher) Lichtstrahl auf die Erde hernieder kommt, der spürt etwas von seiner christlichen Lebenszuversicht.
Gleich gegenüber der Chorwand kann man am Eingangsportal der Marienkirche sein in den 60er Jahren geschaffenes Kreuzweg-Relief erkennen. Als Mitglied der Kriegesgeneration musste Rasche so manchen Kreuzweg gehen. „Wir mussten und heimlich in der Krypta unter dem Altarraum von St. Mariae Geburt treffen“, erinnert sich Rasche an die Nazi-Zeit, als er in der katholischen Jugend aktiv war. Als Soldat musste er eine schwere Schulterverletzung und die sowjetische Kriegsgefangenschaft überleben, ehe er ab 1947 bei Lehrern, wie Ewald Mataré und Ferdinand Enseling, an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei studieren konnte.
Mit seiner Frau Elisabeth, einer Goldschmiedin, fand er 1954 eine Frau fürs Leben, mit der er (bis zu ihrem Tod 2009) seine künstlerische Kreativität teilen konnte. „Ich habe meinem Vater Heinrich schon als kleiner Junge bei seiner Arbeit als Steinbildhauer zugeschaut und die Freunde an Formen und Gestaltung entdecken dürfen“, erinnert sich Rasche an seine frühe Prägung. Mit Wohlwollen sieht er heute, dass seine Söhne Christoph und Gereon, als Bühnenbildner und als Architekt, ebenfalls kreative Berufe ergriffen haben.
Sein Sohn Christoph und seine Schwiegertochter Astrid haben, mit finanzieller Unterstützung von Evonik, jetzt eine zweibändige Dokumentation seines Lebenswerkes erstellt, die am 24. November bei einer Matinee im Duisburger Lehmnruck-Museum vorgestellt wird.
Ernst Rasche, der in seiner Heimatstadt Mülheim auch mehrere Brunnenlandschaften, ein Mahnmal für den Jüdischen Friedhof und den Altarraum der evangelischen Petrikirche gestaltet hat, ist davon überzeugt: „Gerade in einer Zeit des rasanten technischen Fortschritts brauchen wir als Menschen Halt, Orientierung und Visionen. Deshalb müssen wir auch die Kunst und die Geisteswissenschaften fördern, um die technische und wirtschaftliche Entwicklung kreativ, sozial und ethisch zu begleiten.“

Dieser Text erschien am 26. November 2016 im Neuen Ruhrwort

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