Samstag, 24. Dezember 2016

Was man über Weihnachten wissen sollte

Die Krippe von St. Mariae Geburt wurde vom
Ernst-Barlach-Schüler Kurt Schwippert geschaffen.
Warum essen wir in der Advents- und Weihnachtszeit eigentlich Spekulatius-Plätzchen, Dominosteine und Christstollen? Ein Pfarrer hat mich bei einem adventlichen Kaffeetrinken gebäcktechnisch aufgeklärt. Der Spekulatius kommt aus der Zeit, als der Advent noch eine Fastenzeit und nicht der umsatzstärkste Monat des Einzelhandels war. Der Spekulatius wurde anno dazumal als Fastengebäck mit einem Speculator-Relief gebacken. Der Speculator (lateinisch: Der Beobachter) sollte die Keksesser in der Vorweihnachtszeit mahnen, nicht zu viele Spekulatius-Plätzchen zu verdrücken.

Der Christstollen gab, der mit seiner Form an das in Windeln gewickelte und in einer Krippe liegende Christkind erinnern sollte, kam erst am ersten Weihnachtstag auf den Tisch, wenn die Fastenzeit zu Ende war. Und am zweiten Weihnachtstag, an dem dem ersten christlichen Märtyerrer Stephanus gedacht wird, kamen dann die Dominosteine auf den Tisch. Denn sie erinnern an die Steinigung des Stephanus. Am zweiten Weihnachtstag gab es früher in vielen Städten auch den Brauch, dass Kinder von Haus zu Haus zogen, um dort Weihnachtslieder zu singen und dafür mit Äpfeln und Nüssen belohnt zu werden. Auch der Christbaum ist viel jünger, als man denkt. Der mutmaßlich erste Christbaum des Ruhrgebietes soll am 25. Dezember 1891 bei einer Weihnachtsfeier des Bottroper Knappenvereins aufgestellt worden sein. Den Christbaum-Brauch hatten damals Zuwanderer aus Süddeutschland und Schlesien mit ins Ruhrgebiet gebracht. Früher war auch nicht der Heilige Abend, sondern der 6. Dezember, also der Nikolaustag, der Tag, an dem die Kinder beschenkt wurden.

Dieser Text erschien am 24. Dezember 2016 im Neuen Ruhrwort

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