Samstag, 31. Dezember 2016

Ein Zeitsprung an der Hölterstraße

Die Höltrstraße heute und anno 1925

Dort, wo man heute ins Grüne schaut und entfernt zwei Gebäude erkennt, stand bis in die 1960er Jahre das Elternhaus von Elisabeth Tittgen, die heute in der Stadtmitte lebt. Das Foto aus ihrem Familienalbum entstand in ihrem Geburtsjahr 1925.

Man sieht die kleine Elisabeth, auf dem Arm ihrer namensgleichen Mutter Elisabeth Remberg. Daneben stehen ihr Vater Richard, der als Dreher bei Thyssen arbeitete und die ältere Halbschwester Gertrud. Zum Elternhaus an der an der Hölterstraße 41 gehörten auch Ställe für Schweine, Hühner und Ziegen. Vor 90 Jahren war Selbstversorgung statt Supermarkt angesagt.

Elisabeth Tittgen (geborene Remberg) erinnert sich:„Als Kind habe ich die Volksschule an der Hölterstraße besucht, die damals noch Hindenburgschule hieß. Und im Winter bin ich mit meinem Schlitten die heutige Tilsiter Straße hinunter gerodelt. Besonders stolz war ich auf meine Babypuppe aus Porzelan, die mir meine Eltern zu Weihnachten geschenkt hatten, als ich vier oder fünf Jahre alt war. Ich bin damals mit ihr herumgelaufen und habe sie allen Nachbarn gezeigt.“

Die heutige Grundschule an der Hölterstraße trug 1925 den Namen des damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, weil dieser von vielen Deutschen als der Generalfeldmarschall verehrt wurde, unter dessen Kommando die 1914 in Ostpreußen einmarschierten Truppen des russischen Zaren Nikolaus II. in der Schlacht bei Tannenberg entscheidend geschlagen und wieder aus Ostpreußen vertrieben werden konnten. 

Dieser Text erschien am 30. Dezember 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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