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Drei Fragen an den Ehrenstadtdechanten der katholischen Stadtkirche, Manfred von Schwartzenberg: Ein Denkanstoß nach dem Anschlag in Berlin

Manfred von Schwartzenberg ist Ehrenstadtdechant
und Pfarrer von St. Barbara WEr wurde 1944 in Essen geboren
und 1971 in Mülheim zum Priestergeweiht,
Er war Kaplan in Gesenkirchen Schalke und Mülheim-Styrum,
ehe er als Militärseelsorger bei der Bundeswehr arbeitete. Seit 1992
leitet er als Pfarrer die Gemeinde St. Barbara in Dümpten und seit 2006
die gleichnamige Groß-Pfarrei, zu der auch die Gemeinden
St. Mariae Rosenkranz in Styrum und St. Engelbert gehören.
Von 1993 bis 2007 stand er als Stadtdechant an der Spitze der
katholischen Stadtkirche Mülheims.

Der Anschlag von Berlin verunsichert viele Menschen. Wie können wir damit umgehen, Herr Pfarrer von Schwartzenberg?
Wir dürfen uns von der Angst vor dem Terror nicht einsperren und daran hindern lassen, unser ganz normales Leben zu leben. Wir müssen lernen, mit der Unsicherheit zu leben. Gleichzeitig muss der Staat durch gezielte Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa das Abhören von Telefongesprächen verdächtiger Personen oder das Erstellen von Bewegungsprofilen dafür sorgen, dass die Bürger Vertrauen in die Sicherheitsorgane haben und dass potenzielle Anschläge verhindert werden können.

Wird der Terroranschlag von Berlin Wut und Hass befördern?

Nicht, wenn wir keine Sündenböcke suchen, sondern uns im Alltag offen begegnen und uns als Menschen sehen und annehmen. In meiner Gemeinde St. Barbara haben wir in der Flüchtlingshilfe gute Erfahrungen damit gemacht. Sie zeigen uns, dass wir das Problem des islamistischen Terrors auch dann hätten, wenn es in Deutschland kein Flüchtlinge gäbe. Den islamistischen Terroristen geht es nicht um ihre Religion, sondern um Machtgelüste. Ihre Religion missbrauchen sie, in dem sie sie vor ihren politischen Karren spannen.

Kann es für die Opfer und Hinterbliebene solcher Anschläge einen Trost geben?

Worte können in einer solchen Situation nur wenig bewirken. Aber persönliche Nähe und Zuwendung, das einfache Füreinanderdasein oder auch starke Gesten der gemeinsamen Trauer, wie etwa das Aufstellen von Kerzen und Blumen, können den von diesem Anschlag betroffenen Menschen das gute Gefühl geben, mit ihrer Trauer nicht alleine zu bleiben oder links liegen gelassen zu werden.

Dieser Text erschien am 21. Dezember 2016 in der NRZ & WAZ

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