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Ein Haus mit Geschichte: Ein Zeitsprung an der Bismarckstraße

Heute residiert die Zenit GmbH im Haus Urge
Es scheint, als sei die Zeit an der Bismarckstraße 28 stehen geblieben, wenn man die historische Aufnahme aus dem Stadtarchiv mit der aktuellen Fotografie vergleicht und doch liegen etwa 60 Jahre zwischen den beiden Bildern.

Im Kontrast zur äußeren Kontinuität hat die Villa, in der seit 2004 die Zenit GmbH und ihre Mitarbeiter Wirtschafts- und Innovationsberatung betreiben, eine wechselvolle Geschichte.
1913 ließ der Lederfabrikant Baptiste Coupienne die 1100 Quadratmeter große Villa als Wohnsitz für seine Familie errichten. Als Vorbild diente dem Architekten Franz Hagen das Elternhaus von Coupiennes Ehefrau Martha, das Haus Blegge in Paffrath bei Bergisch Gladbach. 1923 verkauften die Coupiennes ihr Haus an Gustav Stinnes, 1924 zogen hier der Industrielle Hugo Stinnes junior und seine Familie ein. Bis 1975 blieb das Haus im Besitz der Familie Stinnes, ehe es vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung als Gästehaus erworben wurde. Allerdings musste die Familie Stinnes ihr Wohnhaus zwischen 1945 und 1946 für die britische Militärregierung räumen. „Von meinen Eltern weiß ich, dass sich dort im Sommer 1945 auch die damaligen Chefs der britischen und amerikanischen Militärregierung, Bernhard Montgomery und Dwight D. Eisenhower zu einer Lagebesprechung trafen“, berichtet der 1936 geborene Walter Neuhoff. Auch andere prominente Zeitgenossen, wie Kurt Tucholsky, Wilhelm Furtwängler, Albert Schweitzer oder Willy Brandt waren im Laufe der Jahre in der Villa an der Bismarckstraße zu Gast.

Dieser Text erschien am 13. Dezember 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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