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Zeitsprung an der Duisburger Straße: Umspannwerk statt Bahnhof

Wo noch bis 1977 der Bahnhof Speldorf stand, sieht man
heute auf das Umspann-Werksgelände des Stromversorgers RWE
Wir stehen auf einem Parkplatz an der Duisburger Straße, gleich hinter der Straßenbahnunterführung und schauen auf das Gelände des RWE-Umspannwerkes West.

Seitlich und hinter uns ziehen dort heute ein Futterhaus, ein Sonnenstudio und eine Spielhalle Kunden an. Das an gleicher Stelle in den 30er Jahren entstandene Foto zeigt noch das 1874 errichtete und 1977 abgerissene Gebäude des Bahnhofes Speldorf.
Wo in den 20er Jahren rund 30 Bahnhofsmitarbeiter jährlich noch mehr als 10 000 Fahrgäste und 5000 Frachtlieferungen abgewickelten, ist heute, neben dem Umspannwerk des RWEs nur der Haltestellenname der Straßenbahnlinie 901 „Speldorf Bahnhof“ geblieben. Die historische Aufnahme aus den 30er Jahren lässt mit den Hakenkreuzfahnen am Bahnhofsgebäude erkennen, dass der politische Zug der Nazi-Zeit damals auch an der Reichsbahn nicht spurlos vorbei ging. Im 2. Weltkrieg wurde das Obergeschoss des Bahnhofsgebäude zerstört und nach dem Krieg abgetragen.
Ursprünglich wurde das Bahnhofsgebäude in Speldorf 1874 als zentrales Verwaltungsgebäude der Rheinischen Bahngesellschaft errichtet. Im Zuge der Eisenbahnverstaatlichung musste die Rheinische Bahn ihr 1356 Kilometer langes Gleisnetz, ihre 507 Lokomotiven, ihre 862 Personen- und 13 572 Güterwagen an den Preußischen Staat abgeben.

Dieser Text erschien am 15. August 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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