Montag, 11. Juli 2016

Zeitsprung am Broicher Ruhrufer

Der 1093 erstmals urkundlich belegte Name Mülheim kommt nicht von ungefähr. Mülheim war einst die Heimat vieler Mühlen. Sie nutzten die Wasserkraft der Ruhr, auch am Broicher Ruhrufer, Hier standen schon im 17. und 18. Jahrhundert Papier,- Korn- und Walkmühlen. Die Papiermühle Vorster stellte Kanzleipapier für ganz Europa her. Hier lernte auch Wilhelm Rettinghaus im 17. Jahrhundert das Handwerk der Papierproduktion. Er wanderte später aus und gründete die erste Papierfabrik in Nordamerika. Aus der Familie Vorster stammte auch Mülheims erster Bürgermeister Hermann Vorster, der 1808 sein Amt antrat. In den 1880er Jahren wurden die drei Mühlen am Broicher Ruhrufer fusioniert und Teil einer Zellulose-Fabrik. Um 1900 wurde das Unternehmen dann Teil der Dorstener Papierfabrik, die das Grundstück und Gebäude später an August Thyssen verkaufte. Er betrieb dort ein Elektrizitätswerk. 

In dieser Zeit (um 1911) ist auch das historische Foto aus dem Stadtarchiv entstanden. 1912 wurden Werk und Grundstück von der damals neugegründeten Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft RWW übernommen. Sie ließ dort in den Jahren 1928/29 ihre heutige Hauptverwaltung, die sogenannte Wasserburg errichten. 

Das repräsentative Gebäude am Fluss wurde von den Rathaus-Architekten Grossmann und Pfeifer entworfen. Anfang der 1990er Jahre ließ die RWW ihren Firmensitz von den Düsseldorfer Architekten Hofstadt und Schneider um- und ausbauen. Damals entstand auch die neue Gastronomie im angrenzenden Ruhrkristall.

Dieser Text erschien am 4. Juli 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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