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So gesehen: Das kleine 1x1 der Marktwirtschaft

Wenn der kleine Enkel mit seiner Omi einkaufen geht, dann kann er was erleben. Beim Metzger bekommt eine Scheibe Fleischwurst über die Theke gereicht. Der Obsthändler beglückt den kleinen Mann mit einer Gratis-Banane. Und beim Bäcker gibt es ein kostenloses Stütchen oben drauf. Ob soviel Zuwendung strahlt nicht nur der Knirps, sondern auch seine Omi. Das Mittagessen kann auf jeden Fall erst mal warten.

Kein Wunder, dass  der kleine Mann an der Hand seiner Omi gleich die nächsten Wurst,- Obst- und Brotsorten ins Visier nimmt und ganz unschuldig fragt: „Soll ich die nicht auch mal probieren?“ Doch da holt die Oma ihren kleinen Begleiter auf den Boden der Tatsachen zurück. „Nein, jetzt nicht. Die kannst du später probieren. Denn die muss die Oma bezahlen.“Da muss der größer gewordene Knirps im Hintergrund schmunzeln. Er hat schon seit Jahrzehnten keine Gratis-Fleischwurst über die Theke gereicht bekommen. Mein lieber Junge, erst bringen  sie dich auf den Geschmack und dann musst du alles selbst bezahlen, vom täglichen Brot bis zur Wurst. So lernt der Knirps anno 2016 das kleine Einmaleins der Marktwirtschaft und hofft, dass er kein armes Würstchen wird.

Dieser Text erschien am 11. Juli 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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