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So gesehen: Das Kreuz bleibt eine Glaubenssache

Das Menschen auf die Straße gehen, weil sie gegen Entscheidungen protestieren wollen, die Politiker getroffen haben, erlebt man immer wieder. Wenn Politiker auf die Straße gehen, kann das nur eines bedeuten. Sie wollen etwas von uns, in der Regel unsere Stimme für die nächste Wahl.
Wer am Samstag über den Kurt-Schumacher-Platz, etwa zum Einkauf ins Forum ging, musste sich erst mal den Weg durch das Spalier der Oesterwind-Jünger und der Scholten-Apostel bahnen.
Mit freundlichen Worten, bunten Infoblättern und Luftballons warben sie ebenso, wie mit Kugelschreibern. Natürlich. Mit denen soll man bei der Oberbürgermeister-Wahl am 13. September an der richtigen Stelle sein Kreuz machen. Doch welche Stelle ist für uns Wähler und Steuerzahler die Richtige, wo doch beide OB-Kandidaten als recht sympathische und problembewusste Mitbürger erscheinen.
 
Das Mittagsgeläut vom nahen Kirchenhügel zeigte nicht nur mir. In der Kommunalpolitik ist vieles, wie in der Kirche am Ende wohl eine persönliche Glaubenssache. Und man darf nur hoffen, dass wir am Ende nicht alle daran glauben müssen und so manches Politik-Projekt wie ein Wahlkampf-Luftballon vor der Zeit platzt.
 
 
Dieser Text erschien am 12. September 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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