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So gesehen: Das weibliche Einkaufs-Gen

Es ist unser Schicksal, dass wir als Männer immer den Frauen hinterher laufen müssen. Das wurde mir jetzt wieder vor Augen geführt, als ich über die Schloßstraße meiner Wege ging. Da sah ich vor mir einen großen Mann, der einer kleinen Frau hinterher lief, sie aber kaum einholen konnte.

Die kleine Frau, es war offensichtlich seine Tochter, die ihn mit ihrer Flucht nach vorne, Sie ahnen es schon, meine Herren, in das nächstbeste Geschäft hineinlockte, in dem es vor lauter schönen und supergünstigen Dingen, die man einkaufen kann, aber nicht unbedingt einkaufen muss, nur so wimmelt.

Ich bin mir aufgrund meiner eigenen Lebenserfahrung 100-prozentig sicher, dass dieser strapazierte Vater, „bleib stehen Leonie“, eine vergleichbare Erfahrung auch schon als Ehemann gemacht hat, als er sich darauf einließ, mit seiner Ehefrau einkaufen zu gehen.

Sicher wollte Sie für ihn nur mal ein neues Jackett und für sich selbst ein neues Paar Schuhe kaufen. Und dann, Stunden später, EC-Karten sind ja so praktisch, kam er mit seiner Liebsten und mit einem Jackett, einem Paar Schuhe, einem Pullover, einer Handtasche und einer Jeans nach Hause. Er hätte sicher auch ohne die Neuanschaffungen leben können, Sie aber nicht, weil Frau so schöne Sachen, die sie so günstig auch nie wieder bekommen wird, partout nicht im Geschäft liegen lassen kann. Und weil Er nicht ohne Sie leben kann oder leben will, kauft er nicht selten auch auf seine Kosten mit ihr ein und schleppt anschließend die vollen Tüten nach Hause.

Was tut Mann nicht alles aus Liebe zu der Frau seines Herzen, die eben, anders als er ein Einkaufs-Gen hat. Und ich wette, der Vater ist nicht nur mit seiner kleinen Tochter, sondern auch mit irgendeinem schönen Ding aus besagtem Geschäft herausgekommen.

Dieser Text erschien am 6. Februar 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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