Als der Petrikirche noch die Turmspitze fehlte: Ein Zeitsprung an der Teinerstraße

Die Teinerstraße im Jahr 1954: Ein Foto
aus dem damaligen Adressbuch der Stadt
Wir springen zurück ins Jahr 1954. Sonntagsausflug in die Altstadt. Diese Foto erscheint damals im Adressbuch der Stadt und zeigt die Reste der Altstadt, die den Luftangriff vom 23. Juni 1943 überstanden haben. Das heute baufällige und eingerüstete Tersteegenhaus (rechts) ist damals seit vier Jahren Heimatmuseum. Die im 13. Jahrhundert errichtete Petrikirche, von den Bomben des Zweiten Weltkrieges schwer getroffen, steht damals noch ohne Turmspitze da. Erst 1958 kann ihr Wiederaufbau abgeschlossen werden. "Dieser Tag ist nicht nur ein Fest für die Mülheimer Gemeinde, sondern ein Fest für die Gemeinden im ganzen Land, weil die uralte Petrikirche ein Zeichen dafür ist, dass an diueser Stelle Menschen schon seit über 1000 Jahren an Gott glauben und ihn anbeten", sagt der damilige Präses der Rheinischen Landeskirche, Joachim Beckmann beim Wiedereröffnungsgottesdienst am 21. Dezember 1958. Der Wiederaufbau der Petrikirche, der 1949 begonnen wird, kostet am Ende 900.000 Mark. Das wären heute etwa 450.000 Euro. Das Geld wird nicht zuletzt durch Bürgerspenden aufgebracht- Neben der Spendenaktion "Die Glocken rufen auch dich bringt auch eine beliebte Pfingstkirmes auf dem Kirchenhügel Geld in die Kirchenbaukasse.  Durch diese hohle Gasse muss man kommen, wenn man von der Innenstadt durch den Torbogen zum 1850 errichteten Evangelischen Krankenhaus geht. Vorbei kommt man nicht nur an dem Haus, in dem der Mystiker, Dichter und Menschenfreund Gerhard Tersteegen von 1746 bis 1769 gelebt hat, sondern auch am ehemaligen Tante-Emma-Laden der Eheleute Walter und Käthe Gosny, in dem heute eine Schmuck- und Uhrengeschäft seine Waren anbietet. 

In dem Haus Teinerstraße 4, auf das man links schaut, betrieb Otto te Bay ebenfalls bis 1980 eine Trinkhalle- Wer durch die Teinerstraße blickt, schaut heute auf das 2017 eröffnete Petrikirchenhaus, das von der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde, von der Kantorei und Singschule und dem Freundeskreis Las Torres genutzt wird, der im Kellergeschoss des neuen Hauses auf altem Grund erstklassige Bücher aus zweiter Hand zugunsten hilfsbedürftiger Kinder in Venezuela an die Frau und den Mann bringt. Im Rücken des Betrachters steht sein 1962 das CVJM-Haus, das an der Stelle steht, an der bis 1957 das Geburtshaus des Arztes und Dichters Carl Arnold Kortum gestanden hatte.

Dieser Text erschien am 14. Mai 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

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