Montag, 18. Januar 2010

König Karneval trifft Robin Hood: Eindrücke von einer närrischen Extra-Schicht der MüKaGe in Dümpten

Der Karneval hat viele Vorzüge. Einer besteht darin, dass man sich in der fünften Jahreszeit verkleiden kann und so in eine Rolle schlüpft, die man im richtigen Leben gerne spielen würde. „Was will uns das also sagen” fragt sich der unverkleidete Zeitungsmann von der NRZ, als er am Samstagabend beim „Extra-Närrisch”-Fest der MüKaGe im gleichnamigen Dümptener Autohaus den SPD-Vorsitzenden Frank Esser als König und den CDU-Ratsherren Werner Oesterwind als Robin Hood verkleidet sieht.

In einer Schunkel- und Programmpause befragt, weisen beide Politiker eine programmatische Aussage ihres Kostüms weit von sich. Der SPD-Chef zeigt auf den Umhang, der zusammen mit der Krone sein Kostüm komplett macht und ihn als Karten-König ausweist. Bei Esser steht an diesem Abend nicht nur Karneval, sondern auch eine Skatrunde auf dem Programm. Und da passt sein Königs-Kostüm doppelt gut. Doch eines gesteht er in närrischer Feierlaune dann doch noch: „Wenn meine Partei mir immer wie einem König folgen würde, wäre ich schon sehr zufrieden.”

Und was sagt der Robin Hood von der CDU? „Nein. Ich bin nicht der Rächer der Entnervten, sondern möchte nur Karneval feiern und Spaß haben und das Verkleiden gehört doch einfach dazu”, erklärt der Ratsherr und verweist auf seine Inspiration durch einen Karnevalsfreund von der Kölner Ehrengarde.

Hier hat also offensichtlich das Missionswerk des rheinischen Frohsinns ganze Arbeit geleistet. Der rheinische Karneval ist an diesem Abend auch in Dümpten vertreten. Eine achtköpfige Abordnung der Düsseldorfer Ehrengarde schaut sich das Programm auf der Bühne nicht nur an, sondern steuert mit ihrem Lied auch selbst etwas bei: „Wir sind die Ehrengarde unserer Stadt, die so viel zu bieten hat. Im Karneval am Rhein ziehen wir auf mit einer Menge Spaß. Und das muss auch so sein.”

Vor allem mit Blick auf die Tanzgarden der MüKaGe sind der Kommandant der Ehrengarde, Manfred Kaiser, und sein Stellvertreter, Siegfried Minuth, begeistert. „Die Stimmung und die Tanzgarden sind wirklich toll. Die könnten sich überall sehen lassen”, finden die beiden Düsseldorfer. Mit dieser Meinung sind sie nicht allein. Zurecht bekommen die jungen Garde- und Showtänzerinnen der MüKaGe an diesem Abend von den 200 Jecken im Autohaus viel Applaus und Saalraketen. Besonders gut kommt beim Publikum der Showtanz „Ruhrgebeat 2010”, den die Juniorengarde zusammen mit ihren Trainerinnen Sandra Gaetke und Petra Lahnstein einstudiert hat.

In der ersten Szene ihrer Choreografie treten die jungen Tänzerinnen zum Beispiel mit Bergmannshelm, Grubenlicht und großen Stadtschildern auf. Auf der einen Seite stehen die Stadtnamen des Reviers. Auf der anderen sind Industriemotive und Panoramen aus der Region zu sehen. Getanzt wird unter anderem zu Herbert Grönemeyers Revier-Hymne: „Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, als man glaubt.” Ein starkes Bühnenbild, das der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 alle Ehre macht und auch ihre Wirkung auf die Gäste der MüKage nicht verfehlt.

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