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Leicht gesungen, aber schwergetan

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland.“ Das singt sich so leicht am Tag der Deutschen Einheit bei den Herbstgesprächen der CDU, bei denen Zeitzeuge Peter Hippe im Medienhaus den real existierenden DDR-Alltag und die Repressalien des SED-Regimes in Erinnerung ruft. Gut zu wissen und nicht zu vergessen, sondern für die Gegenwart und Zukunft zu behalten, wie vermeintliche Heilsideologen mit absoluter Selbstgewissheit Menschen den Himmel auf Erden versprochen und ihnen das Leben zur Hölle gemacht haben. Wenn Peter Hippe am Ende seines Vortrags sagt: „Die Freiheit ist das höchste Gut, für das es sich jeden Tag zu arbeiten lohnt“, ist das angesichts seiner Biografie als Opfer der SED-Diktatur keine Sonntagsrede, sondern ein Weckruf.

Er drückt allen Jammer-Ossis und Besser-Wessis, die die Mauer 30 Jahre nach ihrem Fall am liebsten wieder hochziehen wollen oder als politische Betonköpfe aus den Mauern in den Köpfen ihrer Landsleute Kapital schlagen möchten, eine unbequeme Realität aufs Auge. „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“, ist kein Wunschkonzert, sondern ein Arbeitsauftrag für die Baustelle Deutschland, auf der wir uns nur gemeinsam ein Stück vom Glück erarbeiten können.


Dieser Text erschien am 5. Oktober 2019 in der NRZ

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