Gestern erlebte ich ein Hauch vom Glück. Nicht das ich im Lotto gewonnen oder einen lukrativen Auftrag bekommen hätte.
Auf all das kann man unter Umständen lange warten. Aber der Frühling ist jetzt da. Als ich mit meiner Mutter die Schloßstraße bergauf und bergab ging, wärmte uns die Sonne und ein laues Lüftchen fuhr uns durch die Haare, während wir uns über ein lachendes Mädchen freuten das uns strahlend entgegenkam und in einem Schaufenster den letzten Osterhasen begutachteten, der inmitten einer Terrassenausstattung auf seinen Abtransport wartete. Nicht nur Osterfeiertage gehen so schnell vorbei. Zeit, die Zeit zu nutzen, um zu genießen, was uns gratis von der Natur und von den freundlicheren und fröhlicheren Zeitgenossen unter unseren Mitmenschen geboten wird. Das fühlt sich nach echtem Leben an, wenn man mit offenen Augen und wachsen Sinn durch das ganz normale Leben geht, das gerade in seinen Kleinigkeiten großartig sein kann.
Das große Glück der kleinen schönen, weil lebendigen, Augenblicke wünsche ich uns nicht für den heutigen Tag, verbunden mit der Einsicht, dass wir nicht im Gestern oder im Morgen, sondern immer nur im Heute leben können.
Dieser Text erschien am 7. April 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung
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