Mittwoch, 4. April 2018

CBE: Starthelfer kommen mit Flüchtlingen ins Gespräch

Sie sollen die deutsche Sprache erlernen. Das erwarten Einheimische von den Flüchtlingen. „Es ist gar nicht so leicht, auf fremde Menschen und Gruppen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen“ sagt der syrische Abiturient, Yazan Alzoubie, in erstaunlich gutem Deutsch.
Der junge Syrer, der vor einem Jahr nach Mülheim kam, besucht zurzeit einen Sprachkurs und hat gute Chancen, im August eine Ausbildung als Wirtschaftsinformatiker beginnen zu können.

In die Alltagssprache eintauchen

Um ganz praktisch in die deutsche Alltagssprache eintauchen zu können, hat das Centrum für bürgerschaftliches Engagement ihm mit. Markus Wisniewski einen seiner bisher 100 Starthelfer an die Seite gestellt. Der 21-Jährige absolviert seinen Bundesfreiwilligendienst beim CBE. „Es war ein schönes Gefühl, zusammen mit Yazan die Stadt zu erkunden und zum Beispiel das Rathaus und das Fundbüro zu besuchen. Außerdem habe ich bei unseren Gesprächen festgestellt, dass wir trotz aller Unterschiede als Geschwisterkinder sehr ähnlich aufgewachsen sind“, berichtet Wisniewski.

Die 21-jährige Wirtschaftsstudentin, Rena Gulmammadova aus Aserbaidschan,, und ihre gleichaltrige Kommilitonin und Starthelferin, Alena Mühlbauer, kamen beim Besuch des Kunstmuseums Alte Post und beim gemeinsamen Essen, miteinander ins Gespräch. „Ich habe vorher noch nie darüber nachgedacht, wie die Menschen in Aserbaidschan leben“, beschreibt die vor einem Jahr aus Bayern zugezogene Wirtschaftsstudentin Mühlbauer die Horizonterweiterung, die sie durch die 1:1-Gespräche mit Rena erfahren hat.
Rena und Yazan haben ihre Heimatländer verlassen, weil sie nicht in einer Diktatur leben wollten. „Die Treffen und Gespräche mit Alena sind gut für mich, weil ich durch sie die deutsche Kultur kennenlerne. Das ist wichtig für mich, wenn ich hier leben und studieren will“, sagt Gulmammadova. Auch Yazan Alzoubie hat durch seinen deutschen Starthelfer einen Motivationsschub erfahren. Den beschreibt er so: „Ich will auf stehen, um etwas zu machen und zu geben und nicht nur Hilfe zu bekommen.“

Ergänzende Gruppen-Exkursionen

Für CBE-Mitarbeiterin Julia Weber kommt es bei dem 2017 aufgelegten Starthelferprojekt darauf an, „dass die Chemie zwischen den beiden Tadem-Partnern stimmt. Deshalb bringen wir die Beteiligten vor ihren drei gemeinsamen Stadterkundungen, hier im CBE zusammen, damit sie sich in einem von uns moderierten Gespräch kennenlernen können. Danach vereinbaren beide Tandem-Partner ihre Termine selbstständig. Ob es dann bei drei Treffen bleibt, entscheiden sie selbst.

„Um unseren Starthelfer-Tandems Anregungen zu geben, planen wir auch weiterhin zusätzliche Gruppen-Exkursionen, mit denen wir zum Beispiel im Einzelhandel, in der Kita, bei der Feuerwehr, bei der Polizei, am Flughafen, im Amtsgericht oder im Pflegeheim die Berufswelt und ihre Möglichkeiten erkunden.“, erklärt CBE-Projekt-Mitarbeiterin Katharina Wehner.

Für den CBE-Geschäftsführer Max Schüring geht es beim Starthelfer-Projekt darum, „über den reinen Spracherwerb hinaus Flüchtlingen und Zuwanderern eine Perspektive für ihr weiteres Leben in Deutschland aufzuzeigen und auf der anderen Seite Menschen, die sich zeitlich begrenzt engagieren möchten, ein einfaches, aber effektives Angebot machen zu können.

Weitere Starthelfer willkommen

Wer sich für ein ehrenamtliches Engagement als Starthelfer interessiert, sollte unter der Rufnummer 0208-97068213, per-Email an: Katharina.Wehner@cbe-mh.de oder persönlich an der Wallstraße 7 Kontakt mit dem CBE-Team aufnehmen.

Dieser Text erschien am 29. März 2018 im Lokalkompass und in der Mülheimer Woche

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