Direkt zum Hauptbereich

Max Schmitz will mit seinem Engagement etwas zurückgeben

Diesmal stellen die Mülheimer Woche und das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) den ehrenamtlichen CBE-Mitarbeiter Max Schmitz vor. Der 21-jährige Maschinenbau-Student ist ein ungewöhnlicher Ehrenamtlicher. Denn anders, als die meisten seiner Kollegen steht er noch nicht am Ende, sondern erst am Anfang seines Berufslebens.
„Ich habe mich von meiner Mutter inspirieren lassen, die sich ehrenamtlich in der Klassen- und in der Schulpflegschaft engagiert hat. Deshalb habe ich mich während meiner Schulzeit in der Schülervertretung engagiert“, schildert Schmitz seine ersten Erfahrungen mit ehrenamtlicher Arbeit. „Man knüpft interessante Kontakte und lernt etwas fürs Leben“, beschreibt er den Mehrwert seines aktuellen Engagements am Schulstandort Bruchstraße. Dort werden Flüchtlingskinder, sogenannte Seiteneinsteiger, an den regulären deutschen Schulunterricht herangeführt.

Spielerischer Physikunterricht

Teil ihres Unterrichtes ist zumindest für die sprachlich fortgeschrittenen Schüler auch ein spielerisch, experimentell und niederschwellig angelegter Physikunterricht. Immer wieder mittwochs unterrichtet Max Schmitz, der in seiner Schulzeit Mathematik und Physik als Leistungsfächer gewählt hatte, dort vier Stunden Physik. Er tut dies nicht allein, sondern zusammen mit einer Lehrerin und anderen Ehrenamtlichen. „Die 12- bis 15-jährigen Schüler sind sprachlich noch nicht so weit, dass man ihnen die physikalische Theorie vermitteln könnte. Aber wenn wir zum Beispiel Schaltkreise bauen oder mit Hilfe eines Prismas das Licht in seine Spektralfarben zerlegen, lernen die Schüler schon eine Menge an Basiswissen, auf das sie später im regulären Physikunterricht zurückgreifen können“, beschreibt der 21-jährige Student den pädagogischen Ansatz der „Physik für Flüchtlinge.“

Das Programm, das das CBE für Mülheim aufgegriffen hat, ist von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft entwickelt worden und wird von dieser mit Materialkisten unterstützt.

„Auch wenn man sich schon mal durchsetzen muss, damit des im Klassenraum nicht zu laut wird, sind aller Schüler motiviert, experimentierfreudig und wissbegierig“, schildert Schmidt seine pädagogischen Erfahrungen. Der junge Mann, der sich eine berufliche Zukunft als Hochschullehrer vorstellen kann, findet es spannend, „physikalisches Zusammenhänge und Gesetze so herunter zu brechen, dass sie auch von Kindern mit eingeschränkten Deutsch-Kenntnis nachvollzogen werden können. Max Schmitz begreift sein ehrenamtliches Engagement beim CBE aber auch „als eine Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.“ Denn die Tatsache, dass seine Eltern in der Lage sind, ihm sein Studium zu finanzieren, so dass er nicht darauf angewiesen ist, neben dem Studium zu arbeiten, empfindet der 21-Jährige „als ein echtes Privileg.“

Dieser Text erschien am 25. Februar 2018 in der Mülheimer Woche

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Am liebsten hört sie Radio: Margarete Sonnenschein feierte jetzt ihren 100. Geburtstag

"Wie alt bin ich jetzt? 100?!“ fragt Margarete Sonnenschein, während sie mit ihren Mitbewohnerinnen in der Villa Nestor bei Kaffee und Kuchen ihren dreistelligen Geburtstag feiert. 

Seit zehn Jahren lebt sie  in einer Wohngemeinschaft, die von den Pflegepartnern betreut wird. Weil sie aufgrund einer Makuladegeneration nicht mehr sehen kann, hört sie am liebsten Radio. Besonders bedauert sie es, dass ihr Lieblingsmoderator Jürgen Domian nicht mehr auf Sendung ist. Seine seelsorgerischen Gespräche mit Menschen in unterschiedlichsten und schwierigsten Lebenslagen hat die ehemalige Bibliothekarin und Buchhändlern immer besonders gerne gehört. Deshalb freut sich Sonnenschein darüber, dass ihr Pflegedienstleiterin Karin Eberlein und ihre Mitbewohnerinnen eine CD-Sammlung mit Domians besten Gesprächen geschenkt haben.

Schwere Zeiten kennt die Dame, die zweimal verheiratet war und vor 35 Jahren ihren einzigen Sohn begraben musste, nur zu gut.

Noch im Ersten Weltkrieg geboren, musste sie die…

Welche Chancen haben Förderschüler auf dem Arbeitsmarkt? Die gute Nachricht lautet: Zeugnisse und Noten sind eben nicht alles, wenn es um den Einstieg in den Beruf geht

„Alles wird gut.“ So steht es auf einer Holzskulptur, die der Geschäftsführer der Berufsbildungswerkstatt (BBWe), Thomas Aring, von Lehrgangsteilnehmern aus dem Berufsfeld Farbe und Raumgestaltung zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Gilt das auch für Förderschüler, wenn sie ihren geschützten Lernraum verlassen und auf dem Arbeitsmarkt einen Ausbildungsplatz suchen? Aring schätzt, dass aktuell rund 20 Prozent seiner insgesamt 500 Lehrgangsteilnehmer von der Förderschule kommen. Sie alle konnten nach der Schule keinen Ausbildungsplatz bekommen und trainieren jetzt im Rahmen eines Berufsvorbereitsungsjahres oder eines Werkstattjahres für den ersten Ausbildungsmarkt.


„Viele, die zu uns kommen, erleben im ersten halben Jahr einen richtigen Entwicklungsschub und sind dann auch besonders motiviert“, berichtet Aring. Wie es im optimalen Fall laufen kann, zeigen die 17-jährige Katharina Schaefer und der 19-jährige Patrick Hoppe. Beide haben eine Mülheimer Förderschule für Lernbehinderte bes…

Vom Untergang einer kleinen Geschäftswelt: Vor 30 Jahren wurden die Bahnbögen an der Bahnstraße geöffnet

Der 30. und 31. Januar ist in meinem Kalender rot angestrichen", erzählt Familienforscherin Bärbel Essers. Dass das so ist, hat mit der Geschichte ihrer Familie zu tun. Denn am 30. und 31. Januar 1981 wurde das Geschäft ihrer Eltern am Bahnbogen 19 abgerissen. Mit diesem Abriss ging vor 30 Jahren eine lange Geschäftstradition unter den Bahnbögen an der Bahnstraße zu Ende. Denn als Gerhard Essers 1955 dort sein Geschäft für Angler- und Campingbedarf eröffnete, war er nicht der einzige Geschäftsmann, der unter den 1865 errichteten und 1866 als Eisenbahntrasse in Betrieb genommenen Bahnbögen sein Quartier aufgeschlagen hatte.
Seine 1961 geborene Tochter erinnert sich nicht nur an eine legendäre Pommesbude, eine Eisdiele und den Löschbogen, der damals noch wirklich unter dem Bahnbogen Bier und mehr ausschenkte und die traditionelle Stammkneipe der Marktleute war.

Als Essers noch ein Kind war, handelten ihre Nachbarn unter den Bahnbögen zum Beispiel mit Lederwaren, Obst und Gemüse, Kart…