Zwei Todesanzeigen machten mich gestern nachdenklich. Da stand eine Frau von und zu in der Zeitung neben einem Herrn Prof. Dr. Beide hatten eines gemeinsam. Sie hatten das Zeitliche gesegnet. Auch ihr Adel und ihre akademischen Würden hatten den großen Gleichmacher, namens Tod, nicht davon abgehalten, sie aus dem Leben zu reißen. Ob sie ein reiches Leben geführt haben, an das sich auch Zeitgenossen, Freunde und Familienangehörige gerne erinnern?
Man weiß es nicht. Sicher ist nur, auch in ihrer eigenen letzten Erinnerung wird sich der Reichtum ihres Lebens nicht an ihren Titeln oder an ihren Kontostand festgemacht haben. Werden wir also lieber heute als morgen klug und gedenken vor der Zeit, dass wir sterblich sind, damit wir nicht nur aus dem heutigen Tag das Beste machen und mit Erlebnissen und Eindrücken Lebenserinnerungen schaffen, an die nicht nur wir uns gerne erinnern, weil sie nicht nur unser eigenes Leben reich und lebenswert gemacht haben. Dann ergibt sich unser Nachruf von selbst: „Danke!“
Dieser Text erschien am 14. April 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung
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