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NRW-Schulministerin Gebauer bekennt sich zum Religionsunterricht

Die neue nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat sich zum Religionsunterricht bekannt. Dieser vermittle nicht nur Fachwissen, sondern sei ein "Teil der Werteerziehung", sagte sie am Freitag in Dortmund vor 750 evangelischen und katholischen Religionslehrern. Das Fach sei ein "identitäs- und sinnstiftendes Angebot" für die Schüler, so die liberale Politikerin.

"Religion bietet vielen Menschen Orientierung und Halt in unterschiedlichen Lebenssituationen" sagte Gebauer beim Westfälischen Lehrertag. "Und sie steht ein für Werte wie Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Solidarität." Diese Werte seien maßgeblich für das Funktionieren der Gesellschaft.

Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, betonte die Chancen, die sich durch die Kooperation der evangelischen und katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen beim Religionsunterricht bieten. "Christlich gebildet zu sein bedeutet, selbst in einer Religion zu Hause und damit religiös sprachfähig zu sein", so Huber. Auf dieser Basis könne es gelingen, sich für den Dialog mit anderen Religionen zu öffnen.

Huber warnte aber auch davor, dass der ökumenisch kooperative Religionsunterricht dazu benutzt werde, um Stundenplanprobleme zu lösen. Die katholischen Bistümer Aachen, Essen, Münster und Paderborn und die drei evangelischen Landeskirchen in NRW wollen ab dem Schuljahr 2018/19 gemeinsamen Religionsunterricht anbieten. Dabei gibt es einen verpflichtenden Wechsel zwischen katholischen und evangelischen Fachlehrern, damit die Schüler beide konfessionellen Perspektiven kennenlernen.

Der ehemalige Ratsvorsitzende verwies darauf, dass 25 bis 50 Prozent der Schüler im Religionsunterricht aus Elternhäusern ohne kirchliche Bindung kommen. Dies belege, "das es eine große und zum Teil sogar wachsende Zahl religiös suchender Menschen gibt".
Die westfälische Präses Annette Kurschus unterstrich, dass Religion eine Grundäußerung des menschlichen Lebens sei. "Deshalb tut auch der Staat gut daran, sie zu fördern, damit sie sich mit ihren Lösungsansätzen gewinnbringend und gestaltend in die Gesellschaft einbringen kann", sagte die Gastgeberin der Konferenz.

Der Leiter der religionspädagogischen Abteilung des Bistums Münster, Christian Schulte, begrüßte den ökumenisch-kooperativen Religionsunterricht. Dieser "wird nicht nur Wissen über Kirche und gelebten Glauben, sondern auch Dialog- und Urteilsfähigkeit herausbilden".

Dieser Text wurde am 29. September 2017 über die Katholische Nachrichtenagentur KNA verbreitet

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