Jamaika, bitte melden!

Auf der Einkaufsstraße sitzt ein  junger Mann mit Rasterlocken. Aus dem Lautsprecher seines CD-Radios erklingen Reggae-Rhythmen.

Vor ihm steht ein Schild mit der Aufschrift: "Ich habe Hunger." Der junge Mann schaut beschämt aufs Straßenpflaster. Ich habe noch die letzte Fernsehdiskussion über Schwarz-Grün-Gelb in den Ohren und denke: Nach dem blauen Auge, dass sich die demokratischen Parteien bei der letzen Bundestagswahl geholt haben, sollten Sie, in welcher politischen Farbmischung auch immer rasch und entschlossen ins Regierungsboot steigen und es starten, um den Tanker Deutschland in Bewegung zu bringen und dafür zu sorgen, dass weniger Menschen in unserem Land schwarz sehen müsse und Politiker für sie kein rotes Tuch mehr sind, sondern verantwortungsvolle Volksvertreter, die am Steuer unseres Staatsschiffes eine Politik der goldenen Mitte fahren, die am Ende auch Menschen mitnimmt und von der Straße holt, die in  unserer so gar nicht rosaroten Leistungsgesellschaft vom Weg abgekommen sind.

Dieser Text erschien am 3. Oktober 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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