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Vor dem ersten Glühwein

Glühwein schreibt die junge Frau in der kurzärmeligen Bluse auf das Werbeschild des City-Cafés. „Ist es schon wieder so weit“, frage ich. „Ja, es ist so weit“, sagt sie und lächelt. Wenige Schritte weiter überzeugt mich der Anblick der MST-Mitarbeiter, die am Volkstrauertag an der Schloßstraße kleine Holzhütten aufbauen. Der Weihnachtstreff steht vor der Tür. O, du fröhliche. Und das schon im  tiefsten November. Komisch. Als der Weihnachtstreff noch ein Weihnachtsmarkt war, der seinem Namen alle Ehre machte, wurden erheblich mehr Holzhüten erheblich später aufgestellt. Ich weiß. Das ist Nostalgie.

Das Hier und Heute besteht im November und Dezember aus einem Weihnachtstreff an der oberen und einem Wochenmarkt an der unteren Schloßstraße. Und die ersten Sterne der Weihnachtsbeleuchtung prangen schon.

Wenn es denn der Belebung der Innenstadt und ihren Einzelhändlern hilft, können wir alle und vor allem der Stadtkämmerer am Ende wirklich: „O, du fröhliche anstimmen“ und mit seinem Glühwein darauf anstoßen, dass hoffentlich nicht nur die Kassen der Stadt mal wieder kräftig klingeln. Da kommt mir vor dem ersten Glühwein eine Schnapsidee: Sollten wir nicht aus dem Wochenmarkt- und dem Weihnachtstreff eine ganzjährige Veranstaltung machen. Das könnte die City vielleicht dauerhaft beleben und den Einzelhändlern ein Gefühl wie Weihnachten und Ostern verschaffen. Zu Risiken und  Nebenwirkungen fragen sie die Mülheimer Entsorgungsgesellschaft und das Ordnungsamt.

Dieser Text erschien am 20. November 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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