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Manchmal muss es eben rot sein

Gestern ging Mutter und mir ein Licht auf. Wir brauchen einen Adventskranz. Denn am kommenden Sonntag soll ja schon die erste Kerze brennen. 
Es soll ja Menschen geben, die jetzt einfach ihren künstlichen Kranz mit elektrischen Kerzen aus dem Keller holen und: „Licht aus, Spot an“ in Adventsstimmung kommen. Doch dafür sind Mutter und ich einfach zu  traditionalistisch.

Angesichts  solcher Künstlichkeiten  im Schimmer der gedämpften Elektrokerzen bliebe uns der Spekulatius sicher im Halse stecken.

Auch wenn uns das Leben den Kinderglauben an Sankt Nikolaus und das Christkind ausgetrieben hat, wollen wir doch mit Blick auf Weihnachten keinesfalls die Herzenswärme und den Hoffnungsschimmer im Licht der Frohen Botschaft, die den kommerziellen Glamour der Vorweihnachtszeit überstrahlt, verlieren. Deshalb beschenken wir uns vor dem ersten Advent mit einem echten, Adventskranz, dessen Kerzen brennen, damit unsere innere Wärme in stürmischen und kalten Zeiten von außen befeuert werden möge.

Und diese echte Wärme der aufflammenden Kerzen muss sich auch im warmen Rot dieser Kerzen niederschlagen, obwohl wir sonst gar nicht gerne rot sehen.

Dieser Text erschien am 29. November 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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