Montag, 6. November 2017

Ein Zeitsprung zwischen Dudel. Leinpfad und Schleuse

So sah der Mülheimer Maler Carl Altena (1894-1971) die
Häuser zwischen Dudel, Leinpfad und Schleuse.
(Eine Postkartenansicht aus dem Mülheimer Stadtarchiv)
Die Kreuzung zwischen Leinpfad, Auf dem Dudel und Schleuseninsel. Ein Stück schönes Mülheim, wie gemalt, hier von Carl Altena. Sein Tempera-Gemälde findet sich auch in der Postkartensammlung des Stadtarchivs.

Der 1894 in Dortmund geborene Maler lebte ab 1925 in Mülheim, wo er 1971 starb. Sein Gemälde, eines von vielen malerischen Motiven aus der Stadt am Fluss entstand also noch bevor die Mülheimer 1972 zwischen Dudel und Leinpfad im Eiscafe der Familie Plati einkehrte.  Das traditionsreiche Eiscafe mit Ruhrblick wird inzwischen seit 2009 von dem italienischen Eismacher Enzo und Tunc und seiner Frau Sema betrieben.

Schon lang bevor an der Schleuseninsel das Eis-Zeitalter anbrach, kehrten die Mülheimer dort im Gasthaus Zur Schleuse ein. Der pensionierte Geschichtslehrer und Heimatforscher Bernd Siemerock, der sich intensiv mit der Geschichte der Mülheimer Gaststätten beschäftigt hat, kann die Gasthaus-Geschichte zwischen Leinpfad und Dudel (bis 1914 hieß diese Straße noch Louisenstraße) bis in die 1860er Jahre zurückverfolgen. Damals wurde das Gasthaus von der Witwe Margarete Bergfied betrieben, ehe es in den 1880er Jahren von Carl Raumann übernommen wurde.

Als der 1963 mit dm Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnete Carl Altena das Gebäude-Ensemble malte, betrieb der Maler- und Anstreichermeister Friedrich Steinkämper im alten Schifferhaus neben dem Gasthaus  seine Werkstatt. Heute wird das 1784 errichtete und vor fast 30 Jahren liebevoll und aufwendig restaurierte Haus von einem Mülheimer Architekten und seiner als Frabgestalterin tätigen Frau bewohnt.


Dieser Text erschien am 6. November 2017 in der Neuen Ruhr Zeitunng

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