Direkt zum Hauptbereich

In Memoriam: Robert F. Kennedy

Nicht nur für viele Amerikaner verkörperte Robert Kennedy die Hoffnung auf eine bessere Welt. Heute vor 50 Jahren starb der Hoffnungsträger an den Folgen eines Attentates. Er wurde nur 42 Jahre alt und teilte das Schicksal seines 1963 ermordeten Brunders John.

Ob Robert Kennedy, der mit seiner Präsidentschaftskandidatur, die Kluft zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, Schwarz- und Weiß überwinden und den als ungerecht erkannten Krieg in Vietnam beenden wollte, Präsident der USA hätte werden können, war zum Zeitpunkt seiner Ermordung ungewiss. Denn nach seinen Vorwahlsiegen in South Dakota und Kalifornien, hatte der Senator von New York erst 622 von 1369 notwendigen Parteitagsdelegierten gewonnen. 

Ohne den Mann, der als Justizminister im Kabinett seines Brunders John die Weichen für das 1964 verabschiedete Bürgerrechtsgesetz gestellt- und 1962 einen wesentlichen Beitrag zur friedlichen Beilegung der Kuba-Krise geleistet hatte, braucht man nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Geschichte mit einem Präsidenten Robert Kennedy anders verlaufen wäre, als sie es mit dem Präsidenten Richard Nixon tat.

Obwohl sich Kennedy mit dem Nachfolger seines Bruders, Lyndon B. Johnson, in der Vietnam-Frage entzweit hatte, unterstützte er ihn als Senator im Kongress bei seinem sozialpolitisch ambitionierten Reformprogramm der Great Society. Nicht nur Afro- und Lateinamerikamer, sondern auch viele reformwillige Wähler aus der weißen Mittel- und Unterschicht, die mit dem durch Gewalt und Hass geprägten Alltag der durch den Vietnamkrieg und Rassenkonflikte traumatisierten amerikanischen Gesellschaft unzufrieden waren, ließen sich durch Robert Kennedys am 16. Märt 1968 gestartete Wahlkampagne inspirieren und motivieren.
Zu seinem Wahlkampfteam gehörte damals auch die deutsche Politikstudentin Petra Kelly, die ein Jahrzehnt später, zusammen mit dem Mülheimer Wilhelm Knabe zu den Gründerinnen der Grünen gehören sollte. Aus der heutigen Perspektive betrachtet, erscheint die politische Agenda des vor 50 Jahren ermordeten Robert Kennedy, wie eine wohltuende Alternative zum System Trump.

Mit Blick auf seine 1963 und 1968 ermordeten Brüder John und Robert, formulierte es ihr jüngerer Bruder, Senator Edward Kennedy in seiner Trauerrede am 9. Juni 1968 so: "Meine Brüder brauchen nicht idealisiert zu werden, aber sie sollten als gute Männer in Erinnerung bleiben, die Falsches erkannten und die Kraft hatten, das Richtige zu tun."

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Am liebsten hört sie Radio: Margarete Sonnenschein feierte jetzt ihren 100. Geburtstag

"Wie alt bin ich jetzt? 100?!“ fragt Margarete Sonnenschein, während sie mit ihren Mitbewohnerinnen in der Villa Nestor bei Kaffee und Kuchen ihren dreistelligen Geburtstag feiert. 

Seit zehn Jahren lebt sie  in einer Wohngemeinschaft, die von den Pflegepartnern betreut wird. Weil sie aufgrund einer Makuladegeneration nicht mehr sehen kann, hört sie am liebsten Radio. Besonders bedauert sie es, dass ihr Lieblingsmoderator Jürgen Domian nicht mehr auf Sendung ist. Seine seelsorgerischen Gespräche mit Menschen in unterschiedlichsten und schwierigsten Lebenslagen hat die ehemalige Bibliothekarin und Buchhändlern immer besonders gerne gehört. Deshalb freut sich Sonnenschein darüber, dass ihr Pflegedienstleiterin Karin Eberlein und ihre Mitbewohnerinnen eine CD-Sammlung mit Domians besten Gesprächen geschenkt haben.

Schwere Zeiten kennt die Dame, die zweimal verheiratet war und vor 35 Jahren ihren einzigen Sohn begraben musste, nur zu gut.

Noch im Ersten Weltkrieg geboren, musste sie die…

Suchtfaktor Karneval

Sie ist die jüngste der 13 Mülheimer Karnevalsgesellschaften, die KG Aunes Ees. Zwölf Karnevalsfreunde aus der damals aufgelösten KG Düse formierten sich im Juli 2017 zur neuen KG Aunes Ees. „Aunes Ees ist mölmsch Platt und bedeutet anders als, weil wir anders sind als viele andere Karnevalsgesellschaften“, erklärt der Vorsitzende der neuen Gesellschaft Jörg Schwebig die Namenswahl.
Anders als die anderen mölmschen Gesellschaften, gibt es bei Aunes Ees neben einer Aktivengarde auch eine integrative Garde, in der Menschen mit und ohne Handicap ihren Spaß am Tanz gemeinsam auf die Bühne bringen. Dass es dazu kam, hat mit Schwebigs Bruder Frank und seiner Schwägerin Vivian zu tun, Sie sind Eltern einer behinderten Tochter, die in einer integrativen Tanzgarde einer Duisburger Gesellschaft aktiv war. Doch das Mädchen und seine Gardekolleginnen fühlten sich ihrer bisherigen Gesellschaft nicht mehr gut aufgehoben und wechselten deshalb 2017 geschlossen in die neue Mülheimer Karnevalsgesellsch…

Vor 40 Jahre wurde Heinz Hager zum Oberbürgermeister gewählt: Generationswechsel und Aufbruch in die Moderne

Von so einem Ergebnis kann ein Oberbürgermeister nur träumen. Erst bekommt seine Partei bei den Kommunalwahlen 54 Prozent und dann wird er im Rat der Stadt mit 50 von 51 Stimmen ins Amt gewählt. Genau dieses Erfolgserlebnis wird Heinz Hager am 20. November 1969 zuteil.Es sind schöne Zeiten für Sozialdemokraten, wie Hager, vor 40 Jahren. In Mülheim ist die Mehrheit seiner Partei unangefochten. Und im Bund ist mit Willy Brandt erstmals ein Sozialdemokrat zum Kanzler gewählt worden. Sein Motto: Wir wollen mehr Demokratie wagen. und: Wir schaffen das moderne Deutschland.

Hager selbst wird erst als Oberbürgermeister und später (ab 1974) als Oberstadtdirektor zur Personifizierung des modernen Mülheim. Bis 1992 wird er die Geschicke der Stadt maßgeblich lenken und beeinflussen. Viel von dem, was in seiner Ära auf den Weg gebracht wird, prägt das Bild Mülheims bis heute. Der Stadtbahnbau, die Errichtung des Rhein-Ruhr-Zentrums, die Fußgängerzone auf der Schloßstraße, der Hans-Böckler-Platz mit…