Mensch sein und bleiben

"Schön, dass du pünktlich bist. Dann bekomme ja noch meinen Bus", freut sich der Straßenbahnfahrer, der an der Zentralen Haltestelle von seinem Kollegen abgelöst und in den Feierabend verabschiedet wird. Wenn das kein gutes Startsignal für das neue Jahr ist. Pünktlichkeit bei Bus und Bahn. Das freut auch Kollegen.

Da fallen auch mir sofort gute Vorsätze fürs neuen Jahr ein: Weniger Süßes, mehr Bewegung, weniger Ärger, mehr Gelassenheit und Gottvertrauen. Doch während ich mir die guten Vorsätze für 2018 durch den Kopf gehen lasse, ahne ich bereits, dass die erste Enttäuschung nicht lange auf sich warten lassen wird. Denn mein Geist ist willig, aber mein Fleisch ist schwach. 

Tröstlich nur, dass es meinen Mitmenschen offensichtlich ebenso geht. Was sollten wir uns also für 2018 vornehmen? Am besten wohl nur das eine, Mensch zu sein und zu bleiben, damit wir das sind und werden können, was wir sind, nämlich wir selbst. Genau das, kann uns die Gelassenheit geben, die wir brauchen, um uns 2018 positiv zu überraschen und nicht gleich auf die Palme zu gehen, wenn etwa Bus und Bahn mal nicht pünktlich sind.

Dieser Text erschien am 2. Januar 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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