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Eine Wechselausstellung im Haus der Wirtschaft zeigt, wo und wie man früher in Eppinghofen einkaufte



Wie und wo wurde früher in Eppinghofen eingekauft? Davon kann man sich noch bis in den Oktober im Gründer- und Unternehmermuseum an der Wiesenstraße ein Bild machen.Historische Fotografien und Texte aus einer von der in Eppinghofen aufgewachsenen Inge Merz geschriebenen Artikel-Serie lassen die alte Geschäftswelt des heute multikulturell geprägten Eppinghofens lebendig werden. Die Wechselausstellung auf der obersten Etage im Haus der Wirtschaft führt den Besucher in eine Zeit zurück, als das Straßenbild des Stadtteils noch ausschließlich von deutschen Geschäftsleuten und ihren kleinen Läden bestimmt wurde und von Supermärkten oder Discountern noch keine Rede war.






„Es waren diese Bürger, die angetrieben von ihrer Vision, hier Arbeit und ein Zuhause fanden, die das Gesicht des Stadtteils geprägt haben“, unterstrich Bezirksbürgermeister Arnold Fessen.„Es ist nicht mehr das selbe, wie vorher. Aber das Zusammenleben klappt eigentlich ganz gut. Die türkischen Geschäftsleute sind alle fleißig und haben es zu einem gewissen Wohlstand gebracht“, schilderte Irene Latte (Foto) am Rande der Ausstellungseröffnung den Wandel in dem Stadtteil, in dem sie 1923 geboren wurde und in dem ihre Eltern 1932 ein Obst- und Gemüse-Geschäft eröffneten. Sie selbst erweiterte das Geschäft der Familie zusammen mit ihrem Mann um einen Feinkosthandel, den sie von 1948 bis 1986 an der Eppinghofer Straße betrieb.






Heute befindet sich in ihren Haus der Handy-Laden eines türkischen Geschäftsmannes. Bei der Ausstellungseröffnung erinnerte sich Latte unter anderem, wie ein durch die damals noch viel schmalere Eppinghofer Straße fahren der Schwertransport das Aquarium in ihrem Feinkostgeschäft bersten ließ, so dass Ale und Forellen zur Tür hinaus schwammen.„Um diese Stadt weiterentwickeln zu können, muss man auch ihre Geschichte kennen. Man kann nicht einfach vorwärts laufen, ohne vorher zurückgeblickt zu haben“, sagte Tuncay Palta, der ebenfalls zu den ersten Ausstellungsbesuchern gehörte. Der als KFZ-Sachverständige an der Eppinghofer Straße ansässige Palta repräsentiert als Deutscher mit türkischen Wurzeln einen Teil der neuen Geschäftswelt in Eppinghofen.






Dieser Text erschien am 9. Juni 2011 in NRZ und WAZ

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