Donnerstag, 30. Juli 2009

Lokal kolorierte Betrachtungen zum Ende einer Dienstfahrt

Haben Sie einen Dienstwagen? Nein? Nun, dann geht es wohl auch für Sie phasenweise nur langsam und beschwerlich voran. An einem Tag voller Termine wünscht man sich als notorischer Bus- und Bahnfahrer oder erst recht als Fußgänger schon mal einen Dienstwagen, um schneller und bequemer an sein Ziel zu kommen. Doch würde jedermann bei seinem Arbeitgeber mit Blick auf dienstlichen Termine einen Dienstwagen beantragen, müsste der eine oder andere Angestellte krisengeschüttelter Branchen wohl reichlich Fersengeld geben.

Damit könnte es einem aber immer noch besser gehen als Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, der jetzt die Sackgasse droht. Dabei hat sie es als Spitzenpolitikerin ohnehin nicht leicht. Immer dienstlich unterwegs, auch im Urlaub, wenn sie zum Beispiel im sonnigen Spanien einen Vortrag zum Thema Rente und Pflegeversicherung halten muss.

Was ist da schon eine Straßenbahn- oder Busfahrt nach Speldorf, Dümpten oder Broich? Als Ministerin mit dem Heimatort Aachen, dem Dienstsitz Berlin und einem dienstbaren Urlaubsort in Spanien kann man nur in Fahrt und zeitig ans Ziel kommen, wenn man einen Dienstwagen und am besten auch noch einen Fahrer hat, der verhindert, dass eine Ministerin versehentlich sogar in eine falsche Richtung steuert.

Doch genau das ist Ulla Schmidt jetzt passiert, weil sie auch im Urlaub weder auf dienstliche Termine noch auf Dienstwagen und Fahrer verzichten wollte. Da haben es unsere Oberbürgermeisterin und die Mitglieder des Verwaltungsvorstandes schon einfacher. Auch sie haben einen Dienstwagen. Doch anders als Ulla Schmidt sind die leitenden Angestellten der Stadt zumindest mit ihrem Dienstwagen nur lokal oder reginal unterwegs. Das begrenzt die potenzielle Zahl der Irrwege und die Fahrtkosten für den Steuerzahler.

Der nimmt es dankend zur Kenntnis und wünscht sich von den Spitzenleuten in Stadt und Land, dass sie unser Gemeinwesen, ob nun mit oder ohne Dienstwagen, nicht in eine Sackgasse oder gar gegen die Wand, sondern in die richtige Richtung steuern. Andernfalls müssten die Wähler, die in der Regel ohne Dienstwagen und Fahrer an ihr Ziel kommen, die Notbremse ziehen und ihnen den Laufpass geben.

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