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Frischzellenkur für städtische Pflegeheime

Man sieht es außen und innen auf den ersten Blick. Alles im 1980 eröffneten Haus Auf dem Bruch ist heller freundlicher und großzügiger geworden. Die 14,5 Millionen Euro, die seit 2016 in den Neu- und Ausbau des städtischen Pflegeheims investiert worden sind , haben sich gelohnt.
„Als mir der Geschäftsführer der Mülheimer Seniorendienste (MSD), Alexander Keppers 2015 die ersten Baupläne zeigte, war ich skeptisch, ob sich diese Pläne realisieren ließen. Dass dies gelungen ist, macht mich stolz“, sagt der Vorsitzende des MSD-Aufsichtsrates, Sascha Jurczyk bei der Neu-Eröffnung des neu- und umgebauten Hauses, indem heute 130 alte Menschen zu Hause sind und 110 noch nicht ganz so alte Menschen ihren Arbeitsplatz haben.

Eine Herausforderung

Oberbürgermeister Ulrich Scholten erinnert daran, „dass der demografische Wandel unserer Stadtgesellschaft, in der schon heute 30 % der Menschen 60 Jahre und älter sind, eine Herausforderung darstellt, der wir uns stellen müssen und stellen wollen.“ Der OB macht deutlich, dass auch personelle und finanzielle Grenzen „nicht auf Kosten der Menschenwürde alter und pflegebedürftiger Menschen in unserer Stadt gehen dürfen.“
Ehrenstadtdechant Manfred von Schwarzenberg und Pfarrerin Gundula Zühlke machen in einer ökumenischen Segensfeier zur Neueröffnung des Pflegeheims deutlich: „Wir können keine Steine segnen , sondern nur Menschen, die dieses Haus mit Leben füllen. Und auch wenn die Bauarbeiten an diesem Haus nun abgeschlossen sind, müssen die inneren Bauarbeiten an seinem Leben weitergehen.“
„Wir haben in den letzten 3 Jahren des Umbaus viel Lärm, Staub und Umzüge, aber auch 2 tolle Baustellen-Partys und viel Interessantes erlebt. Und nun wünschen wir uns allen, dass wir an diesem schönen neu gestalteten Ort noch viele glückliche Jahre erleben können“, sagt die Vorsitzende des Bewohnerbeirates, Hannelore Hardenberg, bevor sie mit einem symbolischen Scherenschnitt offiziell das neue Haus Auf dem Bruch seiner Bestimmung übergibt.

Investitionen in die Zukunft

Der Geschäftsführer der MSD, die im Auftrag der Stadt die Pflegeheime Haus Kuhlendahl (eröffnet 1954), Haus Gracht (eröffnet 1967) und eben das Haus Auf dem Bruch in Dümpten betreibt, macht deutlich, „dass wir unsere Pflegeheime jetzt für die nächsten 30 Jahre fit machen.“ Nachdem das Haus Kuhlendahl von 2008 bis 2012 und das Haus Auf dem Bruch zwischen 2016 und 2019 umgebaut und modernisiert worden sind, haben jetzt die Bauarbeiten im Haus an der Gracht begonnen. Laut Keppers werden die Bauarbeiten insgesamt rund 18,5 Millionen Euro kosten bis 2023 abgeschlossen sein.
Ziel der umfangreichen Baumaßnahmen der MSD, die über die Investitions kostenpauschale der Pflegeversicherung, mit Hilfe des Landschaftsverbandes Rheinland refinanziert werden, ist es, die Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes zu erfüllen. Danach muss jedes Pflegeheim einen Einzelzimmer-Anteil von mindestens 80 % aufweisen. Im Fall des Hauses Auf dem Bruch konnte der Anteil der Einzelzimmer durch die Neu- und Umbaumaßnahmen von 26% auf 95% gesteigert werden. Hinzu kommt, dass das Haus Auf dem Bruch jetzt über einen großen und multifunktionalen Veranstaltungssaal verfügt und darüber hinaus eine moderne Zentralküche beherbergt, in der die Mahlzeiten für die Bewohner aller städtischen Altenheime zubereitet werden. Hinzu kommt ein zusätzlicher Wohnbereich für dementiell veränderte Bewohner „In allen unseren Einrichtungen bewegt sich der Anteil der dementiell veränderten Bewohner zwischen 70 und 80 %“ sagt MSD-Geschäftsführer Alexander Keppers. 


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