Zwischen Wiederaufbau und Wirtschaftswunder: Ein Zeitsprung am Rathausmarkt

Fptp Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr
www.stadtarchiv-mh.de
1953 wie 2017. Der Rathausmarkt ist auch Parkplatz. Vor 64 Jahren ist  er aber auch, nomen est omen, ein florierender und viel besuchter Wochenmarktplatz. Fünf Jahre nach der Einführung der D-Mark nimmt das Wirtschaftswunder auch in Mülheim Fahrt auf. Die Autos, die wir auf dem historischen Foto aus dem Stadtarchiv sehen, hätten im Mai 2017 auch bei der Landpartie der Oldtimer mitmachen und erneut auf dem Rathausmarkt parken können. 1953. Man erkennt es, ist die Stadt immer noch von den Folgen des acht Jahre zuvor zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieg gezeichnet. Im Frühjahr werden Mülheims Straßen offiziell als „trümmerfrei“ erklärt. Nach Kriegsende hatten 880 000 Kubikmeter Trümmerschutt auf Mülheims Straßen gelegen.

Auch 1953 kann der 1943 vom großen Luftangriff auf die Stadt  zerstörte Ratsaal nicht genutzt werden. Erst drei Jahre später wird hier wieder Kommunalpolitik gemacht. Die Stadtverordneten weichen bis 1956 bevorzugt in den Altenhof an der Kaiserstraße aus. 

Der wird auch für Kulturveranstaltungen genutzt, weil die ebenfalls 1943 von Bomben getroffene Stadthalle erst 1957 (vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss) wieder eröffnet werden. „Am 16. November 1953 kam der damalige NRW-Ministerpräsident Karl Arnold in die Stadt, um an der Friedrich-Ebert-Straße den neuen Kaufhof zu eröffnen, der damals der erste Kaufhof-Neubau in Westdeutschland war. Deshalb hatten alle Mülheimer Schüler an diesem Tag schulfrei“, erinnert sich der 1936 geborene Mülheimer Walter Neuhoff. Er besuchte 1953 die 10. Klasse des staatlichen Gymnasiums, das seit 1974 den Namen seines ehemaligen Schülers Otto Pankok trägt. 

Dieser Text erschien am 11. Dezember 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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