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Man sieht sich in der Ahnengalerie

Heute mächtig, wichtig und unentbehrlich. Morgen schon Geschichte. Man braucht nicht nur Zeitung lesen. Auch ein Gang über den Friedhof reicht, um zu begreifen, dass alles menschliche und damit auch Ansehen, Einfluss und  Unentbehrlichkeit vergänglich sind.

Mir wurde diese Erkenntnis zuletzt vor Augen geführt, als ich mit dem neuen Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises An der Ruhr, Gerald Hillebrand, über die Zukunft der Kirche sprach. Dabei fiel mein Blick in seinem Büro auf eine Ahnengalerie seiner Vorgänger, die im historischem Schwarz-Weiß, als Vorbild von der Wand grüßten.

Nur einer fehlte in der Reihe, Hillebrands unmittelbarer Vorgänger Helmut Hitzbleck. Ist der gute Mann bei der Evangelischen Kirche schon so schnell in Vergessenheit  geraten oder sogar in Ungnade gefallen?
Beides, so klärte mich sein Nachfolger auf, sei nicht der Fall. Auch an Fotogemität und Charisma fehle es seinem Vorgänger nicht, dafür aber an der Bereitschaft „sich aufhängen zu lassen.“
Sicher. So mancher große Mann in der Geschichte hat mit dem „aufgehängt werden“ schlechte Erfahrungen gemacht und dabei Kopf und Kragen verloren.
Doch in diesem Fall geht es ja um einen bildtechnischen Akt und nicht um einen Angriff auf die körperliche Unversehrtheit. Wir sind ja unter Christenmenschen und brauchen dringend Vorbilder, die Gesicht zeigen. Also, lieber Herr Hitzbleck, haben Sie in diesem Falle Mut, sich aufhängen zu lassen und in einer Reihe mit ihren Vorgängern und Nachfolgern Gesicht für eine gute Sache zu zeigen. Denn es tut garantiert nicht weh und Sie können sich,natürlich mit einem Bild ihrer Wahl, sehen lassen.

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