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Ein Mann wie ein Baum: Frank Laenen gehört zu den stillen Helden des Sturms

„Ich bin Frank Laenen sehr dankbar. Das ist wirklich eine außerordentliche Leistung, die über die normale Nachbarschaftshilfe hinaus geht, zumal in einer Zeit, in der viele Menschen noch nicht mal einen Besen in die Hand nehmen, um das Laub vor der Haustür wegzukehren“, sagt Wolfgang Bellenberg. Der 79-Jährige wohnt am Kaldenhofkamp in Winkhausen und schaut mit seiner Frau vom Balkon gerne auf die Grünfläche zwischen dem Kaldenhofkamp und der Freiherr-vom-Stein-Straße.

Doch nach dem Pfingststurm bot sich nicht nur ihm auf dieser Grünfläche kein schöner Anblick. Umgestürzte Bäumen und wild herumliegende Ästen erinnerten eher an ein Schlachtfeld, denn an eine Grünanlage. Bellenberg staunte nicht schlecht, als er schon einen Tag nach dem Sturm einen jungen Mann mit einer Motorsäge Baumstämme und Äste zersägen sah. Als er ihn ansprach, staunte er noch mehr. Es war kein Mitarbeiter einer vom Hauseigentümer Viva West beauftragten Firma, sondern ein tatkräftiger Nachbar, der sich aus freien Stücken für 150 Euro eine Motorsäge gekauft hatte und auf eigene Faust damit begann, die Grünfläche vom Bruchholz zu befreien, ohne dafür auch nur einen Cent zu bekommen.„Ich habe meinem Vater früher im Garten geholfen. Und als ich von der Hausverwaltung hörte, dass es bis Weihnachten dauern könnte, bis die Grünfläche geräumt sei, habe ich lieber gleich selbst losgelegt. Denn ich kann schlecht warten“, beschreibt der 40-jährige Monteur eines Mülheimer Büroeinrichters seine Motivation zur Selbsthilfe.Außerdem wollte er vermeiden, dass das Bruchholz massenhaft Insekten anzieht, auf deren Stiche seine Frau Daniela allergisch reagiert. Schon auf den ersten Blick sieht man, dass Frank Laenen ein Mann ist, der anpacken kann. Auch gestern packte er mit seiner Frau an und half Nachbarn beim Abtransport von Bruchholz. Dabei hat er schon eine harte Arbeitswoche hinter sich, in der er zum Teil zwölf Stunden täglich sägte.Dafür investierte er seinen Feierabend und nahm sich auch einige Tage Urlaub. Auch sein Vermieter lobt seinen Einsatz, will mit ihm Kontakt aufnehmen und denkt über eine Anerkennung nach.


Dieser Text erschien am 21. Juni 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

               

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