Sonntag, 22. Juni 2014

So gesehen: Das Publikum darf gespannt sein


Auch in WM-Zeiten wird nicht nur Fußball gespielt. Gott sei Dank. Am Samstag spielten 18 Gemeindemitglieder aus St. Mariä Himmelfahrt auf dem grünen Rasen hinter dem Jugendheim an der Landsberger Straße Theaterszenen aus dem Klosterleben des 17. Jahrhunderts, die zeigten, dass die guten alten Zeiten auch im Kloster Saarn nicht immer gut waren, weil auch die Klosterfrauen nur Menschen und deshalb sich nicht immer grün waren. Doch mit einigen Jahrhunderten Abstand wurden die Zwistigkeiten von Anno Dazumal zum himmlischen Vergnügen für 400 begeisterte Zuschauer.

Begeistern konnten gestern auch die Bands, die beim Jubiläum des Jazzclubs aufspielten und ihre Zuhörer als Marchingband auf eine Tour de Ruhr mitnahmen, die mit schwungvollem Swing- und Dixie-Jazz erst gar keinen Sonntagsblues aufkommen ließen.

Mal sehen, welche Töne heute und morgen zum Auftakt der Wahlperiode im neuen Stadtrat angeschlagen werden? Als steuerzahlende Zuhörer und Zuschauer im Konzert der Demokratie wollen wir schon dankbar sein, wenn die von uns gewählten Stadtmusikanten den richtigen Ton treffen und sich am Ende nicht als Fehlbesetzung erweisen, damit uns am Ende nicht Hören und Sehen vergeht und wir vielleicht doch noch ein harmonisches Finale Furioso erleben dürfen.
 
Dieser Text erschien am 16. Juni 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung 

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