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Frau Merkel, bitte melden!

Vor etwa drei Wochen las ich in unserer Zeitung, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Brutto-Jahres-Gehalt von 358.000 Euro verdient. Gestern las ich, dass einige unserer Mülheimer Stadtmanager offensichtlich noch mehr verdienen. Das beruhigte mich ungemein. Denn wenn dem so ist, dann kann es unserer Stadt ja noch nicht ganz so schlecht gehen. Was ist schon Mülheims Schuldenberg von zwei Milliarden Euro gegen die Schulden des Bundes von 1,9 Billionen Euro. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ungeniert. Auch finanziell. Alles eine Frage der Perspektive. Vielleicht sollten wir Frau Merkel einen Beratervertrag anbieten, damit die arme Frau wenigstens mit den Top-Verdienern unter den Mülheimer Stadtmanagern gleichziehen kann. Das muss doch noch drin sein. Und das könnte sich für unsere Stadt und für Frau Merkel nicht nur pr- und wahltechnisch auszahlen. Frau Merkel ist doch national und international bestens vernetzt. Ihr Ruf ist Gold wert. Da dürfte die Anwerbung eines steuer- und job-trächtigen Arbeitgebers für unsere steuergebeutelte Stadt doch ein Klacks sein. Und wenn dann mit neuen Arbeitsplätzen und Steuergeldern in unserer Stadt auch wir nervösen Kleingeldbesitzer mal wieder mehr Licht am Ende des Tunnels sehen würden als den uns in Aussicht gestellten Lichterhimmel über dem Nordeingang des Hauptbahnhofes, dann wären die Goldjungs und Goldmädels an der Stadt- und Staatsspitze unser hart verdientes Steuergeld auch wirklich wert. Also, Frau Merkel, bitte melden Sie sich im Rathaus! Und wenn der Oberbürgermeister gerade nicht da sein sollte, sprechen Sie ihm aufs Band. Er ruft zurück!

Dieser Text erschien am 30. Januar 2020 in der Neuen Ruhr Zeitung

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