Freitag, 24. Mai 2013

So gesehen: Die Mülheimer SPD hat bis zu ihrem 150. Geburtstag eigentlich noch ein Jahr Zeit

Wenn man 150 Jahre alt wird, ist das ein Grund zum Feierm. Denn so alt wird kein Mensch. Es sei denn, es handelt sich um ganz viele Menschen, die sich zusammenschließen und ihre gemeinsamen Ideen zeitgemäß von einer Generation zur nächsten tragen. Und deshalb feiert die SPD, die ja auch schon mal als „alte Tante“ bezeichnet wird, heute ihren 150. Geburtag.


Dabei stimmt das mit dem 150. Geburtstag heute noch nicht ganz, wenn man Alt-Bürgermeister Günter Weber, der 57 von 150 SPD-Jahren als Sozialdemokrat miterlebt und mitgestaltet hat, nach den Anfängen der Mülheimer SPD fragt und mit ihm in einer alten Parteichronik schmökert.

Und da zeigt sich, dass auch im Leben einer Partei aller Anfang schwer ist. Der Anfang dürfte eine erste Verasammlung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins am 12. Juni 1864 gewesen sein, der im August 1864 gerade mal 39 Mitglieder zählte und mit dem Gerbergesellen Wilhelm Hasenclever ab 1869 erstmals einen Abgeordneten im damals Nordeutschen Bundestag stellte.

Dass die Mülheimer SPD heute rund 2000 Genossen hat, zeigt, dass sie in ihren letzten 149 Jahren nicht alles falsch gemacht hat. Das sie aber auch schon mal mehr als doppelt so viele Mitglieder hatte, zeigt aber auch, dass sie nicht immer alles richtig gemacht hat und der alten Arbeiterpartei im Laufe der Jahrzehnte auch so mancher Arbeiter abhanden gekommen ist. So ist das an einem runden Geburtstag. Man zieht Bilanz und überlegt wie es weitergeht. Denn auch das Leben einer Partei bleibt eine Baustelle, um nicht zu sagen: harte Arbeit. Das gilt besonders, wemm man, wie die SPD, Demokratie und soziale Gerechtigkeit auf ihre Fahnen geschrieben hat. Dabei verbietet es sich für Sozialdemokraten mit Blick in die Zukunft wohl von selbst, schwarz zu sehen. Denn nicht das Anfangen, sondern nur das Durchhalten wird belohnt. Das hat zwar kein Genosse, sondern die heilige Katharina von Siena gesagt. Aber ein bisschen heiliger Geist kann auch der SPD nicht schaden.

Eine gekürzte Fassung dieses Beitrags erschien am 23. Mai 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung

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