Sonntag, 26. Mai 2013

Global denken und lokal handeln: Ein Kameruner aus Mülheim will Behinderten in seinem Heimatland helfen

Weltkirche kann man auch vor der Haustür erleben, zum Beispiel in der Styrumer Kirche St. Mariae Rosenkranz. Hier feiert sonntags um 14 Uhr die kamerunische Gemeinde ihre Gottesdienste in deutscher und englischer Sprache. Es waren immerhin deutsche Pallotinerpatres, die den Katholizismus im späten 19. Jahrhundert im Kamerun verbreiteten.

Heute sind etwa ein Drittel der 19,7 Millionen Kameruner katholisch, Einer von ihnen ist der 38-jährige IT-Berater Mathias Tambe, der seit 1999 in Deutschland lebt und in Mülheim den kamerunischen Kultur- und Sozialverein Eyum Anneh und Co, was soviel bdeutet, wie „Stimme des Volkes“ leitet.

Der deutlichste Unterschied, der Tambe immer wieder auffällt, wenn er Deutschland mit seinem Herkunftsland vergleicht, ist die Tatsache, „dass die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung hier 1000 mal besser ist als in Kamerun.“

Von beruflicher Eingliederungshilfe oder speziellen Werkstätten und Beratungsangeboten, wie hierzulande, könnten Behinderte in seiner Heimat nur träumen. Dort fehle es ihnen am nötigsten. Selbst einfachste Hilfsmittel, wie etwa ein Rollstuhl, so Tambe, seien in Kamerun, ein seltenes Luxusgut. „Behinderte sind in Kamerun vor allem auf die Hilfe ihrer eigenen Familien angewiesen. Es gibt nur wenige Nichtregierungsorganisationen im Land, die sich um sie kümmern“, berichtet Tambe. In vielen afrikanischen Ländern gibt es immer noch starke Vorurteile gegenüber Behinderten, weil sie viele Menschen dort immer noch glauben, dass sie mit ihrer Behinderung vom Schicksal bestraft, verhext oder verflucht sind.

Deshalb haben Tambe und sein Verein jetzt eine Hilfsinitiative zugunsten Behinderter in Kamerun gestartet, die sie am 24. Mai um 18 Uhr zusammen mit Mülheims Bürgermeisterin Renate aus der Beek der interessierten Öffentlichkeit im Mülheimer Medienhaus am Synagogenplatz 3 vorstellen wollen.

Tambe und seine Mitstreiter wollen vor allem Geld- und Sachspenden sammeln, um dann gezielt Hilfsmittel vom Rollstuhl bis zu Computer gezielt behinderten Menschen zukommen zu lassen und ihnen damit eine neue Lebensperspektive zu eröffnen.

Den ersten Empfänger ihrer gezielten und individuellen Hilfe haben Tambe und seine Mitstreiter bereits im Südwesten Kameruns gefunden. Hier lebt der 22-jährige Akobi Philemon. Er braucht dringend einen Rollstuhl und einen Computer, um nach seiner Mittleren Reife jetzt eine Stennografenausbildung erfolgreich abschließen zu können.

Tambe und der Verein Eyum Anneh & Co haben bereits im Vorfeld ihrer ersten öffentlichen Informationsveranstaltung ein Spendenkonto bei der Mülheimer Sparkasse und unter: https://www.betterplace.org/de/projects/11616-hilfe-fur-behinderte-menschen-in-kamerun eine Spendenplattform im Internet eingerichtet. Tambe und seine Mitstreiter wissen, dass ihre Hilfe für Behinderte in Kamerun nur ein individueller Tropfen auf den heißen Stein sein kann. Doch sie folgen mit ihrer Hilfsinitiative dem Motto des ehemaligen südafrikanischen Freiheitskämpfers unnd Staatspräsidenten Nelson Mandela, der einmal gesagt hat: „Es scheint immer unmöglich, bis es getan ist!“

Wer sich bei Mathias Tambe über seine Hilfsaktion zugunsten behinderter Menschen in Kamerun informieren oder diese unterstützen möchte erreicht ihn telefonisch unter: 0208/38 67 98 96 oder 0157 82 31 09 10 sowie per E-Mail an: mail@eyumanneh.com

Dieser Text erschien am 11. Mai 2013 im Ruhrwort



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