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Wie sage ich es meinem Kind? Eine Tagung der Katholischen Akademie lud zu einer literarischen Spurensuche nach Gott



Wie sage ich es meinem Kinde? Wie erzähle ich ihm von Gott und erkläre ich ihm, was und wie Gott ist? Eine Tagung, zu der das Medienforum des Bistums und die katholische Akademie Die Wolfsburg eingeladen hatten, begab sich mit Pädagogen, Erzieherinnen und anderen Multiplikatoren aus der Kinder- und Jugendarbeit auf eine Spurensuche durch die Kinder- Jugendliteratur.

Als eine Wegbegleiterin durch das literarische Dickicht reiste aus Weingarten Anja Ballis an. Sie lehrt dort an der Pädagogischen Hochschule literarisches Lernen. Mit Blick auf ihr eigenes Fach, der Literaturdidaktik, stellte sie fest, dass das Thema Gott hier immer seltener eine Rolle spielt. Andererseits kam sie bei der Umschau durch die aktuelle Bilderbuch-Literatur zu dem Ergebnis, dass Gott hier sehr wohl ein Thema ist, das in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen für eine zunehmend multikulturelle Gesellschaft von Bedeutung ist, um die jeweiligen kulturellen und religiösen Wurzeln verstehen zu können.

Was den unvoreingenommenen Zuhörer überraschte, war die Tatsache, dass Bilderbuch-Autoren und Illustratoren ihrer Phantasie keine Grenzen setzen, wenn sie Kindern mehr oder weniger direkt von Gott erzählen. Da machen sich in Ulrich Hubs und Jörg Mühles "An der Arche um Acht" drei Pinguine angesichts der Sintflut ihre Gedanken über Gott. In Bart Moeyaerts und Wolf Erlbruchs "Am Anfang" begleitet ein kleiner nackter Mann auf einem Stuhl Gott, der hier ganz traditionell als großer alter Mann erscheint, bei seiner Schöpfung. Ganz menschlich und ganz klein, nämlich als Kind, das die Welt, wie in einer Bastelstunde erschafft, kommt Gott in Annette Swobodas "Der kleine Gott und die Tiere" daher.
Ballis zeigte sich davon überzeugt, dass Bilderbücher gerade in einer zunehmend säkularisierten Welt Kinder und Eltern dazu anregen können, über Gott ins Gespräch zu kommen und gemeinsam zu erkennen, "das Gott sehr vielgestaltig sein kann."

"Lassen Sie es auf einen Versuch ankommen. Und Sie werden im Gespräch mit den Kindern sehr schnell merken, dass die ganz eigenen Gedanken der Kinder über Gott und die Unbefangenheit ihrer Fragen ihr eigenes Religions- und Gottesverständnis oft viel weiter bringt als die Worte vieler Gelehrter." Doch in der Diskussion gab es auch kritische Stimmen aus dem Publikum, die zum Beispiel auf das biblische Gebot: "Du sollst dir kein Bild machen" hinwiesen und die gemeinsame Lektüre einer Kinder-Bibel als die religionspädagogisch sinnvollere Alternative zum Bilderbuch ansahen.

Dieser Text erschien auch in der Wochenzeitung Ruhrwort

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