Samstag, 6. Juli 2013

Zahlen, Fakten und Hintergründe zum Thema Förderschulen und Inklusion in Mülheim

In Mülheim gibt es vier Förderschulen. Von 2005 bis 2013 ist die Zahl der Schüler mit Förderbedarf von 733 auf 823 angestiegen. Während die Zahl der Förderschüler om gleichen Zeitraum von 651 auf 580 sank, stieg die Zahl der im Gemeinsamen Unterricht an Regelschulen geförderten Schüler von 82 auf 243.



Lehrer und Schüler


An der Rembergschule unterrichten 45 Lehrer 166 geistig und mehrfach behinderte Schüler.

An der Peter-Härtling-Schule unterrichten 14 Lehrer 73 Schüler mit besonderem emotionalem und sozialem Entwicklungsbedarf.

An der Tersteegenschule unterrichten 16 Lehrer 158 lernbehinderte Schüler.

An der Wilhelm-Busch-Schule unterrichten 31 Lehrer 183 lern- und sprachbehinderte sowie erziehungsschwierige Schüler.

An Förderschulen für Geistig- und Mehrfachbehinderte kommen sechs Schüler auf einen Lehrer. Die Klassengröße liegt im Durchschnitt bei 12 Schülern.

An Förderschulen für Lernbehinderte kommen im Durchschnitt zehn bis elf Schüler auf einen Lehrer. Die Klassengröße liegt im Durchschnitt bei 16 Schülern.

Kostenfaktor Personal

An Förderschulen für Sprachbehinderte und Kinder mit emotionalem und sozialem Entwicklungsbedarf kommen im Durchscnhitt sieben bis acht Schüler auf einen Lehrer. Hier liegt die Klassengröße im Durchschnitt bei elf Schülern.

Ob Inklusion oder Förderschule: Sonderpädagogische Förderung kostet Geld. Der wichtigste Kostenfaktor ist das pädagogische Personal. Allein für die Integrationshelfer, die Schüler mit Förderbedarf an Regel- und Förderschulen begleiten, zahlt die Stadt pro Jahr rund 1,2 Millionen Euro. Die Hauptlast trägt das Land mit den Lehrergehältern.

Je nach Alter und Familienstand verdient ein Sonderpädagoge zwischen 3234 und 4387 Euro brutto pro Monat. Das entspricht der Gehaltsstufe A13, in die auch Gymnasiallehrer eingruppiert werden. Zurzeit gibt es in Mülheim 106 Förderschul-Lehrerstellen. Allerdings ist die Schüler-Lehrer-Relation bei Schülern mit Förderbedarf erheblich höher.

Bei Grundschulen geht man von Klassengrößen zwischen 22 und 24 Schülern aus, bei Hauptschulen von 19 bis 20 Schülern und bei Gesamtschulen und Gymnasien von 26 bis 28 Schülern. Zum Vergleich: An Förderschulen für Geistig- und Mehrfachbehinderte geht man von 12 Schülern, an Lernbehindertenschulen von 16 Schülern und bei Förderschulen für emotionale und soziale Entwicklungsdefizite von elf Schülern pro Klasse aus.

Schulrat Dorn macht folgende Beispielrechnung auf: Wenn in einer inklusiven Klasse 20 Schüler ohne und fünf Schüler mit Handicap unterrichtet würden, müsste in dieser Klasse eine zusätzliche Förderlehrerstelle eingerichtet werden, wenn es sich um Kinder mit geistiger oder mehrfacher Behinderung handeln würde. Denn in diesem Förderschwerpunkt gilt eine Schüler-Lehrer-Relation von 6:1. Handelte es sich aber um fünf lernbehinderte Schüler, käme nur eine sonderpädagogische Teilzeitkraft in die Inklusionsklasse, weil im Förderschwerpunkt Lernbehinderung zehn Schüler auf einen Lehrer kommen würden.

Was passiert nach der Schule

Die jüngsten Zahlen dazu beziehen sich auf das Jahr 2011 und wurden im Februar 2013 von der Sozialagentur herausgegeben.

Danach waren 41 von 1076 Zehntklässlern (3,8 Prozent), die von der Schule abgingen, Förderschüler.

Elf von ihnen verließen die Schule ohne Abschluss.

Zwei von ihnen konnten unmittelbar nach der Schule ein Ausbildungsverhältnis beginnen.

4 Prozent begannen eine weitere schulische Qualifizierung.

35 Prozent begannen ein Berufsvorbereitungsjahr in der Berufsbildungswerkstatt.

25 Prozent begannen in der Berufsbildungswerkstatt ein ebenfalls berufsvorbereitendes Werkstattjahr.

Zwei Prozent begannen ein Einstiegs- und Qualifizierungsjahr (EQJ).

Zu 60,8 Prozent wurden die Förderschule bei ihrer Berufsvorbereitung von der Agentur für Arbeit und dem Berufskolleg Stadtmitte versorgt.

In 21,6 Prozent der Fälle konnte der weitere Werdegang der Förderschulabsolventen nicht erfasst werden.

Jeweils 6 Prozent besuchten ein Berufsgrundschuljahr am Berufskolleg Stadtmitte oder eine Beruf- und Schule-Klasse an einer Mülheimer Hauptschule.



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