Sonntag, 20. Januar 2013

Schon ein Jahr vor dem Elysee-Vertrag schlossen Mülheim an der Ruhr (Deutschland) und Tours an der Loire (Frankreich) Freundschaft: Zwischenbilanz.einer Städtepartnerschaft

Freundschaft mit Frankreich? Darüber hätten die alten Mölmschen wohl den Kopf geschüttelt. Und das obwohl sie ihre Stadtrechte einem Franzosen zu verdanken hatten. Es war der Schwager Napoleons, der Mülheim 1808 zur Stadt erhob. Doch auch wenn Joachim Murat als Großherzog von Berg die Gemeinderechte stärkte und damals viele Deutsche mit Napoleon sympathisierten, wurden die Franzosen an der Ruhr nicht als Freunde, sondern als Besatzer gesehen.


Aus der Geschichte gelernt

Nach dem Sieg im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde zwei Jahre später auf dem Mülheimer Rathausmarkt ein Kriegerdenkmal aufgestellt, das den Sieg über die Nachbarn im Westen und damit auch seine Opfer als Fundament des neuen deutschen Kaiserreiches verherrlichte.

Zwei Weltkriege und die französische Ruhrgebietsbesetzung, von der Mülheim unmittelbar betroffen war, verschärften die deutsch-französische Entfremdung weiter, obwohl es in den 1920er Jahren auch Bemühungen um eine europäische Integration und eine deutsch-französische Aussöhnung gab, die sich mit den Namen Aristide Briand und Gustav Stresemann verbanden.

Erst nach der traumatischen Erfahrung von zwei Weltkriegen, setzte sich in Deutschland und Frankreich die Erkenntnis durch, die Mülheims Altbürgermeister Wilhelm Knabe bei einer europapolitischen Veranstaltung des Kolpingwerkes einmal so formuliert hat: „Es geht uns nur gut, wenn es unseren Nachbarn gut geht.“ Vor diesem Hintergrund wurde in den 1950er Jahren mit der Gründung der Montanunion und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft ein neues Kapitel in den deutsch-französischen Beziehungen aufgeschlagen.

Erste Kontaktaufnahme

1962, in dem Jahr, in dem der französische Staatspräsident Charles de Gaulles in Deutschland einen triumphalen Empfang erlebte und sich das deutsch-französische Freundschaftsabkommen abzeichnete, das am 22. Januar 1963 im Pariser Elysee-Palast von Bundeskanzler Konrad Adenauer und de Gaulle unterzeichnet werden sollte, begründeten Tours an der Loire und Mülheim an der Ruhr ihre Städtepartnerschaft, die zu einer Städtefreundschaft und einer Bürgerbeziehung heranreifen sollte.

Die ersten Begegnungen zwischen Mülheim und Tours fanden im Mai 1962 allerdings nicht zwischen Bürgern, sondern zwischen den Stadtspitzen statt. Bereits am 29. Januar 1962 hatte der Hauptausschuss des Rates der Stadt die Aufnahme der Verhandlungen über eine deutsch-französische Städtepartnerschaft gebilligt. In Kontakt kamen Mülheim und Tours damals durch den Weltbund der Partnerstädte. Einem Briefwechsel zwischen den Oberbürgermeistern Heinrich Thöne (Mülheim) und Jean Royer (Tours) im April 1962, folgte dann im Mai ein erster Mülheimer Delegationsbesuch in Tours. Neben Thöne gehörten der Beigeordnete Heinrich Wittkugel, Jugendamtsleiter Reimer, den beiden Stadtverordneten Fritz Denks und Dr. Wilhelm Lotze sowie die späteren Oberstadtdirektoren Heinz Heiderhoff (damals Oberverwaltungsrat) und Heinz Hager (damals Stadtoberamtmann) zu den ersten Tours-Besuchern aus Mülheim.

Eine Partnerstadt mit Geschichte

Ihr rund 800 Kilometer von Mülheim entferntes Reiseziel, war und ist eine geschichtsträchtige Stadt, die heute rund 135.000 Einwohner zählt. Hier lebte und wirkte im 4. Jahrhundert der Heilige Bischof Martin von Tours, nach dem heute eine Mülheimer Grundschule benannt ist. Im 6. Jahrhundert schrieb sein Bischofsnachfolger Gregor von Tours die Geschichte der Franken. Dort besiegte Karl Martell 732 die muslimischen Mauren. Ebenfalls im 8. Jahrhundert wirkte hier der Gelehrte Alkuin, der als Abt das Kloster Saint Martin dort theologische und philosophische Vorlesungen hielt und darüber hinaus als Berater Karls des Großen gefragt war. Vom 13. Bis ins 16. Jahrhundert war Tours eine Nebenresidenz der französischen Könige. 1920 wurde hier die Kommunistische Partei Frankreichs gegründet. Und unter der Führung dem konservativen Bürgermeisters Jean Royer (1920-2011), der von 1959 bis 1995 an der Spitze der Stadt stand, wurde Tours Kongress- und Universitätsstadt. Royer, der als Parlamentsabgeordneter, Minister und Präsodentschaftskandidat auch jenseits der Stadtgrenzen Politik machte, sorgte für den Wiederaufbau der historischen Innenstadt und den Ausbau der urbanen Infrastruktur.

Erste Begegnungen

Während des einwöchigen Aufenthaltes, der vom 5. Bis zum 12. Mai 1962 dauerte, eröffnete Thöne in Tours eine Landwirtschaftsausstellung. Bei dieser Gelegenheit unterstrich der damalige Mülheimer Oberbürgermeister:

„So begrüßenswert der wirtschaftliche Zusammenschluss in der EWG ist, menschlich aber bleibt man sich fremd. Es kommt nicht allein auf unsere Freundschaft an. Je mehr Freundschaften aber geschlossen werden, um so größer ist die Zahl der Menschen, die sich über Grenzen hinweg sprachlich und menschlich besser kennen- und verstehen lernen.“

Und Thönes Tourainer Amtskollege Royer, der Mülheim einen Monat später besuchen und 1973 für seine Verdienste um die Städtepartnerschaft mit dem Mülheimer Ehrenring ausgezeichnet werden sollte, stellte beim gleichen Anlass fest:

„In Tours wird viel Deutsch in den Schulen unterrichtet. Es gibt viele Schüler, denen es gut täte, einmal nach Deutschland zu fahren.“

Und so wurde denn auch bei diesem ersten Gipfeltreffen der beiden Partnerstädte für den Sommer 1963 ein erster Jugendaustausch vereinbart. Ebenfalls im Jahr 1963 stellte sich das traditionsreiche Tours mit einer Ausstellung in der Stadthalle erstmals den Mülheimern vor. Und eine Mülheimer Delegation besuchte damals die renommierte Tourainer Wirtschaftsausstellung.

Von der Städtepartnerschaft zur Bürgerbeziehung

Vor allem Jugend- und Schülerbegegnungen sollten in den nachfolgenden Jahrzehnten die deutsch-französische Städtepartnerschaft mit Leben füllen. Derzeit pflegen zum Beispiel das Karl-Ziegler-Gymnasium und das Tourainer Gymnasium Saint Gregoire sowie die Luisenschule und das Tourainer College Lamartine einen regelmäßigen Austausch, bei dem in deutsch-französischen Schüler-Tandems nicht nur mit- und voneinander gelernt wird, sondern auch persönliche Freundschaften geknüpft werden.

Anfang der 70er Jahre kamen die Bürgerfahrten hinzu, die inzwischen in der Regie von Brigitte Mangen vom 1995 gegründeten Verein zur Förderung der Mülheimer Städtepartnerschaften durchgeführt werden. Für die erste Bürgerfahrt nach Tours, die damals vom Mülheimer Verkehrsverein organisiert wurde, meldeten sich 1972 in nur wenigen Stunden 158 Teilnehmer an. In vier Tagen Tours erlebten die Mülheimer Gäste dort zum Beispiel einen großen Blumenkorso, besuchten Schlösser der Loire und wurden im historischen Rathaus von Tours empfangen, wo auf einer Wand über einem Treppenaufgang die Gefallenen der drei Kriege verzeichnet sind, in denen sich Deutsche und Franzosen noch als Feinde bekämpft hatten.

Heute begrenzt der Förderverein Mülheimer Städtepartnerschaften seine Bürgerfahrten aus organisatorischen Gründen auf 40 bis 50 Teilnehmer. Sein Tourainer Pendant, die von Eliane Lebret geführte Deutsch-Französische Gesellschaft, besucht Mülheim jährlich mit 30 Tourainer Bürgern. Fast so lange wie die Bürgerfahrten, nämlich seit 1978, gibt es auch die Begegnungen zwischen Mülheimer und Tourainer Senioren, die auf der Mülheimer Seite mit jeweils 40 Teilnehmern im Auftrag der freien Wohlfahrtsverbände vom Deutschen Roten Kreuz organisiert werden. Das besondere an dieser Kontaktpflege zwischen Loire und Ruhr ist der Umstand, dass sich hier Menschen kennen und schätzen lernen, die noch in eine Zeit hinein geboren worden sind, in der nicht von deutsch-französischer Freundschaft, sondern von deutsch-französischer Erbfeindschaft die Rede war.

Dazu passt, was der 80-jährige Tourainer Yves Colin, der lange als Journalist für die Nouvelle Republique gearbeitet hat, anlässlich der französischen Präsidentschaftswahlen im Mai 2012 in der Mülheimer NRZ über seine Motivation, die deutsche Sprache zu erlernen und sich in der Deutsch-Französischen Gesellschaft von Tours zu engagieren, gesagt hat:

„Die deutsche Sprache zu studieren war für mich eine doppelte Revanche gegen die Geschichte und gegen mein eigenes Leben. Da ich nicht die Möglichkeit hatte zu studieren, war es für mich sehr angenehm, die deutsche Sprache wieder zu entdecken. Dafür danke ich meinen Professoren. Ich war immer davon überzeugt, dass unsere Länder und ihre Bürger drei Bruderkriege durch freundliches Verständnis füreinander überwinden sollten.“

Der Geschäftsführer des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften, Hans Dieter Flohr, schätzt, dass rund ein Drittel der Fördermittel, die Stadt, Förderverein und Leonhard-Stinnes-Stiftung für städtepartnerschaftliche Bürgerbegegnungen bereitstellen in den menschlichen Brückenschlag zwischen Mülheim und Tours fließen und dort vor allem in Schüler- und Jugendbegegnungen, die entweder über Schulen oder Vereine organisiert werden. Seit seiner Gründung hat der Verein, der heute 300 Mitglieder zählt, für bürgerschaftliche Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaften insgesamt rund 240.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Bandbreite des Spektrums reicht vom AEORO-Club über den Behinderten- und Rehabilitationssport bis zum Jungen Theater an der Ruhr.

Aber auch jenseits der offiziellen Begegnungen haben sich im Laufe von fünf Jahrzehnten zahlreiche Bürgerbeziehungen zwischen Tours und Mülheim entwickelt. Menschen und Gruppen aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Stadtgesellschaft haben sich hier wie dort kennen, verstehen und manchmal sogar lieben gelernt.

Karnevalisten und Künstler pflegten oder pflegen ebenso persönliche Kontakte wie Psychiater, Pfadfinder, Praktikanten, Studenten, Sportler, Senioren oder Kleingärtner, um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Oft waren oder sind es Feste oder Kultur,- und Sportveranstaltungen, die den äußeren Rahmen der partnerstädtischen Bürgerbegegnungen bilden.

„Das ist das Schönste, dass aus Kollegialität Freundschaft wurde, die inzwischen sogar in der dritten Generation Früchte trägt, weil auch die Kinder unserer Kinder am Austausch interessiert sind. Man selbst lernt über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und Vorurteile abzubauen, in dem man sieht, dass man es durchaus mit ähnlichen Problemen zu tun hat und das sich das Diagnoseverfahren in Europa sehr stark vereinheitlicht hat,“ beschreibt die inzwischen pensionierte Amtsärztin Adelheid Geppert den Mehrwert des menschlichen und fachlichen Netzwerkes, das Psychiater aus Tours und Mülheim seit 1988 durch ihres Jahrestreffen mit Leben füllen.

Vergleichbare Erfahrungen in einem ganz anderen Bereich hat Margot Rudolph vom Mülheimer Carnevalsclub (MCC) gemacht, der seit vielen Jahren mit den Tourainer Majorettes verbunden ist, die traditionell im Mülheimer Rosenmontagszug mitgehen und ihrerseits die Freunde vom MCC zur alljährlichen Pfingstkirmes nach Tours einladen.

„Das sind sagenhaft nette Menschen, von deren Charme und Herzenswärme wir uns eine Scheibe abschneiden können“, schildert Rudolph die Erfahrungen mit ihren Tourainer Gastgebern, die in den letzten 35 Jahren zu Freunden geworden sind.

Den Mülheimer Karnevalisten ist es auch zu verdanken, dass Brigitte Mangen, wie es ein Tourainer einmal ausdrückte, „zu einem Bindestrich zwischen unseren beiden Städten geworden ist.“ Denn mit Tours kam die Französisch sprechende Mangen, die in den 60er Jahren für die damalige Europäische Gemeinschaft gearbeitet hatte, zum ersten Mal 1977 in Kontakt. Damals luden sie die Karnevalisten zu einem Abendessen mit den ihren Tourainer Gästen ein, um eine sprachkundige Übersetzerin am Tisch zu haben. Sie selbst hat einmal gesagt: „Ich fühle mich in Tours schon fast so zu Hause, wie in Mülheim.“ Mangen, die im Vorstand des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften für die Tours-Kontakte zuständig ist, schätzt, dass sie unsere französische Partnerstadt in den letzten 35 Jahren rund 150 Mal besucht hat. 2007 würdigte die Stadt Tours ihr Engagement für die Städtepartnerschaft mit der Verleihung ihres Verdienstordens.

Gegenwart und Zukunft

Heute wissen wir, dass der bereits nach dem ersten Thöne-Besuch in Tours in der Neuen Ruhr Zeitung im Mai 1962 formulierte Wunsch: „Tours und Mülheim sollen Brücken zueinander bauen“, in Erfüllung gegangen ist.

Schon 1963 hatte Tours damaliger Bürgermeister Jean Royer bei einem Mülheim-Besuch festgestellt: „Ich kehre mit dem guten Gefühl in meine Heimat zurück, in Mülheim von der Bevölkerung herzlich aufgenommen worden zu sein. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Menschen hier den Bemühungen um enge Beziehungen zu Tours positiv gegenüberstehen.“ Und als Royer 1973 mit dem Mülheimer Ehrenring ausgezeichnet wurde, nannte er diesen Ring „das Zeichen einer unwahrscheinlichen Freundschaft“, die ihn mit dem glücklichen Gefühl nach Hause fahren lasse, „das in einem anderen Land Herzen für uns schlagen.“

2001 schrieb denn auch die Tourainer Zeitung Nouvelle Republique mit Blick auf die damals fast 40 Jahre währende Städtepartnerschaft zwischen Tours und Mülheim: „Man könnte fast von einer Liebesgeschichte sprechen.“ Und Brigitte Mangen, die Tours so gut wie keine andere Mülheimerin kennt, verglich die Partnerstädte beim Jubiläumsfestakt im Tourainer Rathaus im Januar 2012 mit einem Ehepaar, das seine Goldene Hochzeit feiert und dessen Liebe im Laufe der Jahrzehnte zu absoluter Vertrautheit gereift sei.

Mit Blick auf die Zukunft der Städtepartnerschaft sagt der Tours-erfahrene Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes, Helmut Storm:

„Sie muss von den Bürgern akzeptiert und getragen werden. Sie braucht aber auch immer wieder öffentliche Impulse.“

Deshalb wünscht sich Eliane Lebret von der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Tours auch für die Zukunft eine dauerhafte hauptamtliche Anlaufstelle im Mülheimer Rathaus, um die Aktivitäten der Städtepartnerschaft zuverlässig organisieren und koordinieren zu können. Denn mit Brigitte Mangen und Dieter Flohr vom Mülheimer Städtepartnerschaftsverein, ist sie sich darin einig, dass die Städtepartnerschaft zwischen Tours und Mülheim auch in Zukunft eine wichtige Plattform sein wird, die gerade jungen Menschen die Chance bietet, etwa durch ein Praktikum, wichtige Erfahrungen für ein Leben im enger zusammenwachsenden Europa zu sammeln

Dieser Beitrag ist auch im Jahrbuch 2013 der Stadt Mülheim nachzulesen

Freitag, 11. Januar 2013

Scheiden tut nicht nur Elter emotional und finanziell weh: Kinder sind im Zweifel immer die Leidtragenden, weil sie das schwächste Glied in der Kette sind

Scheiden tut weh. Das ist bei den Wulffs nicht anders als bei Otto Normalbürger. In Mülheim schwankt die Zahl der jährlichen Scheidungen zwischen 416 (2011) und 492 (2008). Derzeit sind rund 13.000 von insgesamt 168.000 Mülheimern geschieden. Doch anders als beim Ex-Präsidenten-Paar, kann Scheidung auch arm machen. Das betrifft vor allem die Frauen, die oft genug als Alleinerziehende zurückbleiben.

  
Die Statistik der Sozialagentur spricht eine eindeutige Sprache. Danach waren Ende 2011 rund 57 Prozent aller Alleinerziehenden auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Das sind vier Prozent mehr als 2009. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Alleinerziehenden unter den Arbeitslosengeld-II-Beziehern von 14,2 Prozent (1705) auf 15,3 Prozent (1881).
  
Familienrechtsanwalt Andreas Schmidt bestätigt, dass geschiedene und alleinerziehende Frauen oft einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind.
  
„Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1800 oder 2000 Euro kann der Aufbau von zwei Haushalten zu einem echten Problem werden. Gerade Frauen, die noch kleine Kinder erziehen müssen, tun sich oft schwer wieder zurück in den Beruf zu kommen und eigenes Geld zu verdienen. Das hat auch mit dem Problem fehlender Betreuungsplätze für Kinder zu tun“, schildert der Jurist das Problem.
  
Außerdem hat er es immer wieder auch mit Fällen von Vätern zu tun, die sich nach einer Scheidung ihrer Unterhaltspflicht für die gemeinsamen Kinder entziehen, während alleinerziehende Frauen nach einer längeren Berufspause oft Schwierigkeiten haben, eine ausreichend bezahlte Arbeit zu finden, so dass der Absturz ins Arbeitslosengeld II droht. „Und dann fehlt oft sogar das Geld für einen Schultornister oder für kleine Wünsche der Kinder. Sie sind immer das schwächste Glied in solch einer Situation. Eltern können mit einer Arbeit eigenes Geld verdienen. Aber Kinder können das nicht“, berichtet Schmidt aus seiner familienrechtlichen Anwaltspraxis.
 
„Geld oder Liebe?“ fragte einst Jürgen von der Lippe in einer beliebten Fernsehshow. Wenn sich ein Paar im richtigen Leben scheiden lässt, geht es meist um Geld, zum Beispiel für den Kindesunterhalt und um enttäuschte Liebe. Das hat oft auch gravierende Folgen für die, die in einer Familie zwischen den Scheidungsparteien stehen, die Kinder.
  
„Wir werden im Familienrecht oft mit Problemen konfrontiert, die man juristisch eigentlich gar nicht lösen kann, weil es hier nicht nur um Gesetze, sondern auch um Emotionen geht“, räumt Anwalt Andreas Schmidt ein. Und er weiß: „Weil Gefühle im Vordergrund stehen, muss man sich als Anwalt für Gespräche mit Scheidungsmandanten besonders viel Zeit nehmen. Das ist wie bei Ärzten, die sich mit ihren Patienten über eine ernsthafte Krankheit unterhalten müssen.“
  
Die Rechtspraxis ist eindeutig. In 85 Prozent der Fälle bekommen beide Eltern das Sorgerecht, wenn nicht ein schwerwiegender Grund, wie Alkoholismus oder Gewaltbereitschaft, gegen das Erziehungsrecht eines Elternteils sprechen. Doch in der Scheidungspraxis erlebt Schmidt immer wieder Mandanten, die dem Ex-Partner „nichts gönnen, auch nicht das Umgangsrecht mit den gemeinsamen Kindern.“ Er kennt Fälle, in denen trotz des gemeinsamen Sorgerechtes am Ende das Familiengericht entscheiden musste, an welcher Schule ein Scheidungskind angemeldet werden und wo es das Weihnachtsfest verbringen sollte, weil sich die Eltern darüber nicht einigen konnten. Auch wenn ein Elternteil in eine weit entfernte Stadt verzieht, kommt es häufig zu Problemen beim Umgangsrecht.
  
„Ich versuche allen Mandanten klarzumachen, dass ihre Elternverantwortung über ihre Scheidung hinaus fortwirkt und sie das Wohl der Kinder im Blick haben sollten, weil die Kinder für die Scheidung ihrer Eltern nicht verantwortlich sind. Aber manchmal kommen die Kinder leider zwischen die Fronten“, bedauert Schmidt.
  
Auch Ursula Faupel vom Kinderschutzbund kennt Scheidungsfälle, in denen Kinder von ihren Eltern instrumentalisiert werden, weil sie in ihrem eigenen seelischen Ausnahmezustand die Bedürfnisse der Kinder aus dem Blick verlieren. „Eine Scheidung ist für Kinder immer belastend. Und Spannungen zwischen den Eltern übertragen sich auf die Kinder“, betont Faupel.
  
In besonders kritischen und strittigen Fällen bietet der Kinderschutzbund getrennten Eltern sogar einen von Sozialpädagoginnen betreuten Umgang an, um Ängste und Vorbehalte der einen oder anderen Seite abzubauen. Das geschieht beim Kinderschutzbund an der Schloßstraße etwa ein bis zweimal pro Woche. Faupel betont aber auch:
  
„Die meisten Eltern, die bei uns auch Rat und Trost suchen bekommen das mit dem Umgang aber auch ganz vernünftig hin, sobald der Streit ums Sorgerecht erledigt ist.“ Für die Vorsitzende des Kinderschutzbundes steht fest: „Wir stehen immer auf der Seite des Kindes. Und das Kind will mit Vater und Mutter leben und es will, dass sich beide vertragen.“ Wie Schmidt, sieht auch Faupel einen gesellschaftlichen Wandel in der Einstellung zur Ehe, der dazu geführt hat, dass Partner sich als selbstständig und unabhängig begreifen und deshalb eher bereit sind, eine Ehe aufzugeben und sich dann einem neuen Partnern zuzuwenden.
  
Der Psychologe Franz Maurer schätzt, dass sich ein Drittel der Fälle, die in der von ihm geleiteten Evangelischen Beratungsstelle für Ehe,- Erziehungs,- Familien- und Lebensfragen bearbeitet werden auf die Beratung von Eltern in Trennungssituationen beziehen.
  
„Eltern bleiben Eltern, auch wenn sie sich als Ehepartner scheiden lassen“, betont Maurer. In Beratungsgesprächen stellt er fest, dass sich Elternpaare die Entscheidung zur Scheidung nicht leicht machen und es als entspannend erleben, wenn sie in ihrer für alle Beteiligten belastenden Lebenssituation Rat von einer dritten Person erfahren, die neutral ist und Abstand zu den Dingen hat.

Mit Blick auf die Situation der von einer Scheidung in Mitleidenschaft gezogenen Kindern rät Maurer scheidungswilligen Eltern:

  • Kinder brauchen den Kontakt zu beiden Eltern und das Gefühl, dass sie sich weiterhin vertrauensvoll an sie wenden können.
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  • Eltern müssen ihren Kindern deutlich machen, dass ihre Scheidung nichts mit ihnen zu tun hat und das sie weiter von Mutter und Vater geliebt werden.
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  • Kinder müssen erfahren, dass sich trotz der Scheidung ihrer Eltern nicht alles in ihrem Leben ändert und dass ihre Eltern für sie ein sicherer Hafen bleiben.
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  • Kinder dürfen von ihren Eltern auf gar keinen Fall als Partei in den Scheidungskonflikt hineingezogen und von ihnen instrumentalisiert werden.
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  • Sonst drohen schwerwiegende entwicklungspsychologische Folgen, weil Kinder in einen für sie unauflösbaren Loyalitätskonflikt gestürzt werden.
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  • Dieser traumatisierende Konflikt kann dazu führen, dass Kinder langfristig in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt werden, weil sie sich als schuldig und unzulänglich empfinden und erleben.
 Eltern, die in Trennungssituationen Rat und Hilfe suchen, können sich unter anderem an die Evangelische Beratungsstelle für Ehe,- Familien,- Erziehungs- und Lebensfragen am Hagdorn 23 wenden. Die Beratungsstelle ist unter der Rufnummer 0208/32014 oder per E-Mail an: beratungsstelle@kirche-muelheim.de erreichbar.
 

Dieser Text erschien am 9. Januar 2013 in der NEUEN RUHR ZEITUNG

Mittwoch, 9. Januar 2013

Wie sollten Medien über Bombenbendrohungen oder vergleichbare Ereignisse berichten? Ein Gespräch mit dem Leiter der Polizeipressestelle Essen/Mülheim, Ulrich Faßbender

Die ersten Tage des neuen Jahres sind eine nachrichtenarme Zeit. Doch gestern füllte die Bombendrohung im Rhein-Ruhr-Zentrum ganze Zeitungsseiten. Das Fernsehen berichtete, das Radio, das Internet sowieso. Ist das angemessen oder wird hier Kriminellen eine mediale Aufmerksamkeit zuteil, die sie nicht bekommen sollten? Wäre es überhaupt vorstellbar, das zu tun, was den Tätern das Ärgste wäre - nicht zu berichten? Darüber sprach ich für die NRZ mit dem Leiter der Polizeipressestelle Essen/Mülheim, Ulrich Faßbender , der am Sonntag im Krisenstab der Polizei von Beginn an dabei war und die Öffentlichkeitsarbeit koordinierte.


Frage: Braucht man bei einer Bombendrohung Öffentlichkeitsarbeit?

Antwort: Bei einem solchen Ereignis, wie am Sonntag im Rhein-Ruhr-Zentrum ist die Pressestelle auch eingebunden und ich selbst war an der Entscheidungsfindung beteiligt, wie man damit umgeht, um zu verhindern, dass durch Medien vorzeitig Nachrichten verbreitet werden, die zu einer Massenpanik hätten führen können. Deshalb haben wir im Hintergrund den Journalisten auch gesagt, worum es sich handelt, weil wir mit offenen Karten spielen wollen. Wir haben sie aber darum gebeten, die Nachricht erst zu verbreiten, nachdem das Rhein-Ruhr-Zentrum geräumt worden war.

Frage: Sollten Medien über Bombendrohungen überhaupt berichten?

Antwort: Das ist ein zweischneidiges Schwert. Eine solchen Bombendrohung, wie im Rhein-Ruhr-Zentrum, von der über 10?000 Menschen betroffen waren, lässt sich natürlich nicht verheimlichen. Da haben Medien und Polizei eine Berichtspflicht. Aber es gibt natürlich auch eine Verantwortung gegenüber den unmittelbar betroffenen Menschen. Und dieser Verantwortung sind Medien und Polizei am Sonntag mit dem abgestuften Vorgehen, wie ich es beschrieben habe, gerecht geworden, in dem sie dafür gesorgt haben, dass bei der Räumung des Rhein-Ruhr-Zentrums niemand verletzt wurde.

Frage: Wie sollten Medien mit solchen Ereignissen, wie dem im Rhein-Ruhr-Zentrum umgehen?

Antwort: Da gibt es keine pauschalen Empfehlungen. Es ist der Job von Journalisten, die Öffentlichkeit zu informieren und damit ihrer Berichterstattungspflicht nachzukommen. Aber Journalisten müssen auch verantwortlich abwägen, wie sie ihre Berichterstattung formulieren und gestalten, um keine unnötigen Ängste zu schüren. Man muss in jedem Einzelfall abwägen und dann entscheiden. Wichtig ist, dass die Medien Dinge so berichten, wie sie wirklich waren. Das ist angesichts sozialer Online-Medien, wie Facebook oder Twitter umso bedeutsamer, weil sich dort sehr schnell Gerüchte verbreiten, die man dann nicht mehr einfangen kann.

Frage: Kann eine mediale Berichterstattung gerade in diesem Fall auch Trittbrettfahrer ermutigen?

Antwort: Klar. Diese Gefahr besteht. Das fordere ich von verantwortlichen Journalisten auch ein, nämlich diesen Aspekt in ihrer Berichterstattung zu berücksichtigen und aktuelle Nachrichten in diesem Fall nicht einfach wie eine tolle Meldung zu verwenden. Journalisten müssen in einem solchen Fall behutsam mit ihren Worten umgehen. Denn man kann eine Lage immer so oder so beschreiben. Man weiß heute, dass zum Beispiel nach der Berichterstattung über die Selbsttötung des Nationaltorhüters Robert Enke die Zahl der Suizide sprunghaft angestiegen ist.

Frage: Wie sähe aus Ihrer polizeilichen Sicht die optimale Berichterstattung über eine Bombendrohung wie die am Sonntag aus?

Antwort: Angesichts der Gefahr, dass man viele Nachahmer ins Boot holt, würde ich mir die Berichterstattung so klein wie möglich wünschen. Man sollte solche Ereignisse nicht verschweigen, aber auch nicht aufbauschen, sondern die Öffentlichkeit sachlich darüber informieren. Aber ich weiß, dass Journalisten nach links und rechts gucken müssen. Und wenn Sie nur eine kleine Meldung bringen wollen, alle anderen Zeitungen dem Thema aber eine ganze Seite widmen, werden auch sie wohl nicht darum herumkommen, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.

Dieser Text erschien am 8. Januar 2013 in der NEUEN RUHR ZEITUNG

Dienstag, 8. Januar 2013

Warum sich der 82-jährige Helmut Hermann auch 68 Jahre nach Kriegsende mit Blick auf die Nazi-Zeit gegen das Vergessen engagiert

Wenn sich am 30. Januar die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zum 80. Mal jährt, wird es eine Flut von Erinnerungsberichten geben. Auch in den Schulen gehört die Geschichte des „Dritten Reiches“ zum pädagogischen Standardprogramm.


Da ist inzwischen gerade bei vielen jungen Menschen eine gewisse Gleichgültigkeit eingetreten, was vielleicht auch mit einer zeitweisen Überfütterung zu tun hat, sagt der 82-jährige Helmut Hermann mit Blick auf die „Vergangenheitsbewältigung“ des dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte.

Hermann kann diese nicht nur bei Jugendlichen zu findende Gleichgültigkeit gegenüber der Geschichte der NS-Diktatur nicht nachvollziehen. Denn sie ist für ihn kein Kapitel eines Geschichtsbuches, sondern Teil seiner Lebensgeschichte. Kurz nach der Machtübernahme im Januar 1933 ist mein Vater in unserer Wohnung von der SS zusammengeschlagen worden. Ich habe das noch genau vor Augen und erinnere mich an die große Angst, die ich damals hatte, berichtet Hermann aus seiner Familiengeschichte.

Weil sein Vater Josef Kommunist war und sich in Sport- und Musikvereinen der Partei engagierte, wurde er nicht nur zusammengeschlagen, sondern auch verhaftet. Die Verhöre gingen damals üblicherweise nicht ohne Misshandlungen vonstatten, weiß Hermann. Die Folgen für den Vater und seine Familie waren fatal: Mein Vater durfte nicht mehr in seinem alten Beruf als Scherenschleifer arbeiten, sondern musste in einem Steinbruch schuften, erinnert sich Hermann.

Auch Führer der Hitler-Jugend bedrohten den Vater, weil er Helmut und seinen Bruder Günter nicht zum nationalsozialistischen Jungvolk schicken wollte. Damit der Vater Ruhe bekam, gingen seine Söhne irgendwann doch hin. Wir hatten das Gefühl, dass die uns nicht kriegen können. Doch dann wurden wir von Fähnleinführern zusammengeschlagen, weil wir nicht gehorchen und in Reih und Glied marschieren wollten, blickt Hermann in das „1000-jährige Reich“ zurück, das am Ende zwölf grausame Jahre dauern sollte.

Als Hermann nach der Volksschule in der Landwirtschaft eingesetzt wurde, was ihn vor der Wehrmacht bewahrte, arbeitete er auch mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus Polen, Serbien und der Sowjetunion zusammen. Auch wenn bei der Arbeit auf dem Feld nicht über Politik gesprochen wurde, erinnerten regelmäßige Jagdbomberangriffe an den Krieg. Damals konnte man schon ins Konzentrationslager kommen, wennman einem russischen Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangenen ein Butterbrot gab, berichtet Hermann über die totale und angstgesteuerte Kontrolle des nationalsozialistischen Machtapparates.

„Warum habt ihr euch nicht gewehrt“ - das hat Hermann bei Zeitzeugengesprächen oder historischen Stadtführungen von Schülern zu hören bekommen. Sie können sich gar nicht vorstellen, dass die Kontrolle durch das NS-System so total war, dass die Voraussetzungen für Widerstand zum Teil gar nicht gegeben waren, weil man schon für eine Bemerkung, wie: „Diese Fische sind so fett, wie Hermann Göring“ verhaftet werden konnte, erzählt der Zeitgenosse. Doch es gab Lücken und Lichtblicke der Menschlichkeit. Bei der Arbeit auf dem Feld lernte Hermann zum Beispiel einen russischen Studenten kennen, dem er mal nicht ganz legal organisierte Süßigkeiten und Kuchen zustecken konnte. Dieser Mensch hat mich sehr beeindruckt, weil er mit Hilfe eines Deutsch-Russisch-Lexikons in nur wenigen Wochen fast perfekt deutsch sprechen lernte, beschreibt Hermann seine jugendliche Bewunderung für einen Kriegsgefangenen, den die NS-Propaganda als „Untermenschen“ deklassierte.

Nach Krieg und Diktatur zog Hermann für sich die Konsequenz, als Gewerkschafter und Kommunist politisch aktiv zu werden, auch weil er die Wiederbewaffnung Westdeutschlands nicht akzeptieren wollte- Das Thema Nationalsozialismus war damals Tabu und wurde totgeschwiegen, weil ja 90 Prozent der Deutschen Mitläufer gewesen waren und sich nicht mehr erinnern wollten, schildert Hermann den Zeitgeist der ersten Nachkriegsjahrzehnte.

Doch Hermann, der sich ab 1974 in der Mülheimer Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes und dem Bund der Antifaschisten engagierte, fand 1978 24 interessierte Mitstreiter gegen das Vergessen. Sie trafen sich in der Volkshochschule. Ihr Ziel war eine Dokumentation über Widerstand und Verfolgung im Mülheim der Jahre zwischen 1933 und 1945. „Passt auf, dass ihr keine juristischen Probleme bekommt.“ Und: „Darüber haben wir hier keine Unterlagen“ , haben wir damals im Stadtarchiv zu hören bekommen.

Doch Hermann und seine Kollegen blieben dran, weil sie und er schon damals wussten, wovon er auch heute überzeugt ist: Wenn sich die Geschichte nicht wiederholen soll und wir dafür sorgen wollen, dass unsere Jugend nie mehr das erleben muss, was wir erleben mussten, müssen wir das Thema Nationalsozialismus im Gespräch und im Gedächtnis halten.

Mit Genugtuung sieht Hermann, der auch heute auf Nachfrage Stadtrundfahrten auf den Spuren der Mülheimer NS-Zeit anbietet, dass die Dokumentation über Widerstand und Verfolgung, die 1987 als Buch herausgegeben werden konnte, bis heute als viel zitierte Quelle für die Erforschung der Mülheimer NS-Jahre dient und darüber hinaus zur Basis für eine Ausstellung und einen Film geworden ist.

So wie die Dokumentation, die mit Hilfe von rund 50 Zeitzeugen erstmals auch den Widerstand beleuchtete, den Arbeiter und Frauen im nationalsozialistischen Mülheim leisteten, soll auch die Überarbeitung der daraus resultierenden Ausstellung mit Spenden finanziert werden.

Allein schon die Existenz einer rechtsextremen Partei, wie der NPD, ist Hermann Motivation genug, seine für die Zukunft mahnende Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit auch 68 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus unbeirrt fortzusetzen. Denn der Zeitzeuge und Zeitgenosse Hermann ist davon überzeugt: In einem Land, von dem ein Faschismus ausgegangen ist, der sich besonders brutal auf die Menschen ausgewirkt hat, darf es keine faschistischen Organisationen und Ideologie mehr geben.

Wer an einer historischen Stadtführung oder Stadtrundfahrt mit Helmut Hermann interessiert ist, erreicht ihn unter 0208/473571

Dieser Text erschien am 5. Januar 2013 in der NEUEN RUHR ZEITUNG


Montag, 7. Januar 2013

Rückblick: Was uns der Handwerksmeister und Kommunalpolitiker Max Kölges auch 40 Jahre nach seinem Tod noch zu sagen hat

Das heute neben einer Straße in der Stadtmitte auch eine Handwerkerschule in Eppinghofen seinen Namen trägt, hätte Max Kölges sicher gefallen. Denn die berufliche Nachwuchsförderung lag dem Kreishandwerksmeister und Bürgermeister Max Kölges immer am Herzen. Vor 40 Jahren - am 5. Januar 1973 -  starb der neunfache Familienvater, den seine Wahlheimat 1962 zum Ehrenbürger ernannte.


Damals schrieb die NRZ in einem Nachruf auf den Christdemokraten, der sich nicht nur um den Wiederaufbau nach dem Krieg verdient gemacht hatte: „Dem Wohl des Volkes, der Stadt und den Mülheimer Bürgern zu dienen, das war das Ziel des Mannes, der über sechs Jahrzehnte im Dienst des öffentlichen Lebens stand. Angesichts seines hohen Alters, seinem Erfolg im Beruf, in öffentlichen Ämtern und Aufgaben, kann bei ihm wahrhaft von einem erfüllten Leben gesprochen werden.“

Was auch heute noch in der Rückschau auf seine 92 Lebensjahre beeindrucken und ermutigen kann, ist sein Wille und sein Geschick, auch aus den schwierigsten Lebenslagen das Beste zu machen.

1880 als Kaufmannssohn im Kreis Kempen geboren, musste Kölges schon früh den Tod seines Vaters verkraften. Die Mutter war alleinerziehend und ihr Sohn konnte wie die meisten seiner Altersgenossen in der Klassengesellschaft des Kaiserreiches nur die Volksschule besuchen. Doch Kölges, der 1899 nach Mülheim kam, sollte nach seinen Lehr- und Gesellenjahren als selbstständiger Friseurmeister erfahren, das Handwerk goldenen Boden haben kann.

Doch der Handwerksmeister und Familienvater, der nach dem Tod seiner ersten Frau Theresa Boomes (1913) mit Hulda Richter eine zweite Liebe fürs Leben fand, wollte mehr als nur geschäftlichen Erfolg erreichen. Ab 1904 engagierte er sich im Mülheimer Innungsausschuss, dem Vorläufer der heutigen Kreishandwerkerschaft. Als Kreishandwerksmeister und Obermeister der Friseurinnung setzte er zahlreiche sozialpolitische Akzente.

Neben seinem Beruf engagierte sich Kölges ehrenamtlich für die Interessen seiner Kollegen. Er leitete eine Krankenkasse für selbstständige Handwerksmeister, baute eine Einkaufsgenossenschaft für Friseure auf und initiierte die Einrichtung eines Erholungsheimes für Handwerker sowie den Bau des Innungshauses an der Zunftmeisterstraße.

Politisch gehörte der Katholik Kölges ab 1907 zur Zentrumspartei. Für sie zog er während der Weimarer Republik in den Stadtrat und in den preußischen Landtag ein. Dort machte er sich einen Namen als Finanzpolitiker. Doch nach der Machtübernahme durch die Nazis 1933 verlor Kölges nicht nur seine politische, sondern auch seine berufliche Existenz und musste zwischenzeitlich als Grundstücksmakler arbeiten.

Doch nach 1945 gelang dem Friseurmeister Kölges als Kreishandwerksmeister, als Stadtrat und Landtagsabgeordneter sowie als Bürgermeister und Vizepräsident der Handwerkskammer ein erstaunliches Comeback in Beruf und Politik, ehe er sich 1969 aus dem öffentlichen Leben zurückzog. Kurz vor seinem Tod wohnte er noch dem Richtfest des City-Centers bei.

Dieser Text erschien am 5. Januar 2013 in der NEUEN RUHR ZEITUNG

Freitag, 4. Januar 2013

Früher beteten und arbeiteten im Kloster Saarn die Zisterzienserinnen, heute haben drei Oblaten des heiligen Franz von Sales ihre Nachfolge angetreten. Doch ob es auch auf lange Sicht noch Saarner Klosterbrüder geben wird, ist mehr als ungewiss

Pater Josef Pütz (links) und Pater Leo Vieten
mit einem Bild ihres Ordensgründers
Als man in den 70er Jahren darüber nachdachte, wie man die alte Klosteranlage in Saarn mit neuem Leben füllen könne, hatte der damalige Ruhrbischof Franz Hengsbach die Idee, dort wieder einen Frauenkonvent einzurichten. Das hätte die Tradition der Zisterszienserinnen fortgesetzt, die zwischen 1214 und 1808 im Kloster Saarn gelebt, gebetet und gearbeitet haben.


Doch aus dem Frauenkonvent wurde nichts. Stattdessen waren es die Ordensmänner der Oblaten des heiligen Franz von Sales, die damals als Seelsorger in der Saarner Kloster-Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt die geistliche Nachfolge der Zisterszienserinnen antraten.

Heute leben mit Josef Prinz, Leo Vieten und Franz Josef Flötgen noch drei Patres der Oblaten des Heiligen Franz von Sales als geistliche Mieter auf einer Etage unter dem Klosterdach im alten Äbtissinnenbau. Vom Pfarrbüro aus führt eine Treppe hinauf zur Wohnetage der Ordensleute. Zu der gehört auch eine kleine Kapelle, in der die Tag der Ordensleute um 7.15 Uhr mit ihrem Morgengebet, der Laudes, eingeläutet wird. Selbstverständlich kennen alle drei die Geschichte ihres Wohn- und Arbeitsplatzes. „Aber wir leben alle im Hier und Jetzt und sind froh, dass die Klosterzellen heute nicht mehr so klein sind wie früher“, sagt Pater Leo mit einem Augenzwinkern.

Tatsächlich hat jeder der drei Klosterbrüder ein kleines Apartment mit Arbeits- Schlaf- und Badezimmer. Die Einrichtung ist einfach, aber funktional. Trotz Armutsgelübde und begrenztem Taschengeld müssen Ordensleute heute nicht ohne Fernseher oder Computer leben. Der Flur, der die Apartments mit dem gemeinschaftlichen Wohnzimmer der Patres verbindet, wird von einem langen und gut gefüllten Bücherregal dominiert.

Dort betrachten Pater Leo und Pater Josef, der 2010 dessen Nachfolge als Pfarrer von St. Mariae Himmelfahrt antrat, ein Bild ihres Ordensgründers Louis Brisson (1817-1908), der in diesem Jahr von Papst Benedikt XVI. selig gesprochen worden ist. Zusammen mit der Seligsprechung konnten die Ordensleute 2012 auch die Weihe und erste Heilige Messe eines neuen Ordenspriesters feiern. Der 30-jährige Ordensmann, der seinen geistlichen Dienst aber nicht in Saarn verrichten wird, heißt Dominik Nguyen und kommt aus Vietnam. Das ist nicht nur für die Ordensgemeinschaft der Oblaten des heiligen Franz von Sales symptomatisch. Der Nachwuchs kommt heute eher aus Amerika, Afrika und Asien als aus dem alten christlichen Europa.

Pater Josef (64), Pater Franz-Josef (75) und Pater Leo (77) machen sich angesichts dieser Entwicklung und mit Blick auf ihr eigenes Lebensalter keinen Illusionen darüber, dass sie die letzten Ordensleute in Kloster Saarn sein könnten, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. „Wenn wir keinen Nachwuchs bekommen, kann es sein, dass wir hier in einigen Jahren zusperren müssen. Schon jetzt fragen uns manche: Gemeindemitglieder: Wie lange bleibt ihr uns noch erhalten?,“ räumt Pater Josef ein. Dennoch ist er sich mit seinen beiden Saarner Klosterbrüdern einig, „dass wir, solange wir hier als Priester und Ordensleute arbeiten ganz im Sinne des heiligen Franz von Sales unsern Glauben optimistisch und nicht verbissen leben und verkünden wollen.“

Ironie der Geschichte. Als der aus dem niederrheinischen Geilenkirchen stammende Leo Vieten 19 war, war es ausgerechnet ein in Namibia arbeitender Missionar der Ordensgemeinschaft, der mit seinen Berichten und mit seiner Ausstrahlung in dem jungen Mann erst die Abenteuer- und dann auch die Glaubenslust entfachte. Natürlich haben auch Pater Leo, Pater Josef und Pater Franz Josef betroffen und entsetzen die Medienberichte über Missbrauchsfälle in Ordensschulen und Einrichtungen verfolgt. Aber sie selbst haben in ihren jungen Jahren „Ordensleute mit einer wahnsinnigen Ausstrahlung und einer lebensfrohen Lockerheit“ kennengelernt, die ihnen zum Vorbild für ihren eigenen Lebensweg werden sollten. Im Falle von Pater Josef und Pater Franz-Josef kamen diese charismatischen Ordenspriester, „die mit beiden Beinen im Leben standen“, als Lieblingsonkel und Counsin des Vaters sogar aus der eigenen Familie.

Natürlich wissen die Ordenspriester die während der 50er und 60er Jahre in Oberösterreich, am Niederrhein und im Ruhrgebiet sozialisiert wurden, noch von einem starken katholischen Milieu zu berichten, in dem das Engagement bei den Messdienern und in der kirchlichen Jugendarbeit selbstverständlich waren. „Früher war jede katholische Familie stolz, wenn ein Sohn Priester werden wollte. Heute wird er nicht selten gefragt, ob er verrückt geworden sei und aufgefordert, lieber etwas vernünftiges zu lernen“, schildert Pater Josef die Folgen der zunehmend säkularisierten Gesellschaft. „Auch wir haben uns natürlich gefragt, ob das funktionieren kann oder ob es vielleicht mal wieder eine Christenverfolgung wie unter den Nazis geben könnte“, erinnert sich Pater Leo an die Diskussionen, die er 1962 mit den vier Jahrgangskollegen führte, die wie er im ersten Jahr des Zweiten Vatikanischen Konzils ihren Weg als Ordenspriester begannen.

„Wir sind da irgendwie hineingeschlittert“, sagt der aus Oberösterreich stammende Pater Josef, der wie sein Lieblingsonkel später als Pädagoge an Ordensschulen in Österreich und Bayern arbeiten sollte. Dort und als Pfarrer in Wien erlebte er „die Verantwortung, aber auch die Freude daran, mit den mir anvertrauten jungen Leuten zu arbeiten und sie auch in schwierigen Lebenssituationen begleiten zu können.“ Aus diesem Erfahrungsschatz kann der Geistliche auch heute als Seelsorger der 19.000 Seelen zählenden Linksruhr-Pfarrei St. Mariae-Himmelfahrt schöpfen.

Auch Pater Leo, der sich heute nur noch als geistlicher Pensionär und „freischaffender Künstler“ sieht, weiß aus seiner langjährigen Erfahrung als Gemeindeseelsorger am Niederrhein und an der Ruhr: „Unsere Arbeit ist kein Opfer, sondern ein Geschenk, weil man von den Menschen, denen man begegnet, mit denen man spricht und die man an wichtigen Stationen ihres Lebensweges begleitet, auch viel zurück bekommt.“ Das spürt Pater Leo vor allem in den Gesprächen mit Kindern. Deren unverbrauchte Lebensenergie und unvoreingenommene Betrachtung des Glaubens begeistern und verblüffen ihn immer wieder.

Bliebe noch die Frage nach den Frauen. Macht das Gelübde der Ehelosigkeit nicht einsam? „Man kann auch in einer Familie einsam sein, weil auch dort jeder sein eigenes Leben leben muss“, sagt Pater Josef. Doch er betont auch, dass er nicht wegen, sondern trotz des Pflichtzölibates Ordenspriester geworden sei, „weil ich auch heute noch der Meinung bin, dass es für mich die richtige Lebensentscheidung war.“ Doch auch wenn alle Saarner Klosterbrüder beteuern, „hausmännlich gebildet“ zu sein, wollen sie doch auf eine Frau in ihrem Männerhaushalt nicht verzichten. Denn auch hinter starken Ordensmännern steht eine starke Frau, in diesem Fall ist es die Haushälterin Maria Maihs.

Zahlen und Fakten: Drei Oblaten des heiligen Franz von Sales leben heute noch im Kloster Saarn. 508 sind es nach Angaben des in der Mission, in der Gemeindeseelsorge sowie in der Jugendarbeit tätigen Ordens weltweit und 100 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vor 50 Jahren hatte die deutschsprachige Ordensprovinz der Sales-Oblaten noch doppelt so viele Mitglieder

Dieser Text erschien am 2. Januar 2013 in der NEUEN RUHR ZEITUNG

Mittwoch, 2. Januar 2013

Wie sag ich's meinem Wähler? Nicht nur bei der SPD setzt man auch im Bundestagswahlkampf 2013 verstärkt auf Hausbesuche, um auch wahlmüde Bürger zu erreichen

Wie erreiche ich meinen Wähler? Die Frage stellt sich mit Blick auf den Bundestagswahlkampf und die seit Jahren tendenziell sinkende Wahlbeteiligung (siehe Zahl) für die Parteien und ihre Kandidaten mit besonderer Brisanz.


Mehr Hausbesuche und weniger Großveranstaltungen lautet deshalb die Wahlkampfstrategie, die die SPD auf ihrem Bundesparteitag in Hannover beschlossen hat. Auch ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will in „Wohnzimmergesprächen“ bei interessierten Bürgern für seine Politik werben.

Und was sagt seine Mülheimer Parteibasis dazu? „Ich habe das schon vor zwölf Jahren gesagt“, sagt SPD-Parteigeschäftsführer und Bundestagskandidat Arno Klare: „Wir müssen weg von den großen Plätzen und Hallen, in denen nur unsere eigenen Leute sitzen. Wir brauchen Dialog statt Papier, weil Menschen Menschen überzeugen“, betont Klare.

Er schätzt, dass rund 75 Prozent der sozialdemokratischen Hausbesucher in den letzten Wahlkämpfen von den besuchten Wählern freundlich begrüßt wurden. „Die meisten Leute laden nicht gleich eine riesige Kiepe mit Problemen und Vorwürfen aus, sondern freuen sich, dass sich mal jemand aus der Politik bei ihnen blicken lässt“, schildert Klare seine Erfahrungen beim Tür-zu-Tür-Wahlkampf.

Der 76-jährige Alfred Berendes und der 23-jährige Rodion Bakum, die regelmäßig für ihre Partei von Haus zu Haus gehen, schätzen den Anteil der Hausbesuche, die mit abfälligen Bemerkungen oder zugeschlagenen Türen enden, sogar nur auf zehn bis 15 Prozent. „Der freundliche Ton ist entscheidend. Und viele Leute freuen sich sogar darüber, dass sie Besuch von einer Partei bekommen“, weiß Berendes. Er muss es wissen. Schließlich ist er schon seit 40 Jahren Sozialdemokrat und seit 25 Jahren Haustürwahlkämpfer, zuletzt beim Bürgerentscheid zum Erhalt der Hauptschule an der Bruchstraße.

„Die meisten Menschen wissen es zu schätzen, wenn man sich die Mühe macht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, erzählt sein junger Parteifreund, der vor vier Jahren in die SPD eintrat und seitdem zu den aktivsten Wahlkämpfern gehört. Er engagiert sich auch deshalb gerne und oft, weil seine Familie aus der ehemaligen Sowjetunion nach Mülheim kam und noch Zeiten miterlebt hat, in denen es keine Wahl- und Meinungsfreiheit gab. „Manchmal muss man auch ein dickes Fell haben“, räumt er ein.

Auch wenn die SPD ihren Haustürwahlkämpfern ein Kommunikationstraining und Argumentationskarten an die Hand gibt, informiert sich der stellvertretende Juso-Vorsitzende Bakum vorzugsweise aus der NRZ, aus dem Internet und aus dem Fernsehen über das aktuelle politische Geschehen. „Denn ich möchte in den Gesprächen spontan und authentisch rüberkommen, weil wir nicht als Experten, sondern als Bürger auf Augenhöhe mit den Leuten sprechen“, beschreibt er seine Strategie beim Hausbesuch.

Der selbst Hausbesucherfahrene SPD-Geschäftsführer Klare gibt seinen 40 bis 50 ehrenamtlichen Haustürwahlkämpfern vor allem eine Faustregel mit auf den Weg: „Lächeln, freundlich sein und nicht ungefragt Haustürschwellen überschreiten.“

Auch bei der CDU plant man für den kommenden Bundestagswahlkampf mehrere 100 Hausbesuche und kann dabei auf 40 bis 50 ehrenamtliche Wahlkämpfer zurückgreifen, die meistens, wie bei der SPD, im Tandem auftreten. „Guck mal, Mama! Da ist die Frau vom Wahlplakat“, erinnert sich die Geschäftsführerin und jetzige MdB-Kandidatin Astrid Timmermann-Fechter an einen Hausbesuch. Auch sie hat nach eigenen Angaben „zum größten Teil nur positive Erfahrungen“ beim Hausbesuch oder beim Gespräch am Infostand gemacht. In beiden Gesprächsformen sieht sie vor allem eines verwirklicht, nämlich: „den Anspruch der Bürger ihre Kandidaten auch persönlich kennen zu lernen.“

Während ihr SPD-Kollege Klare einräumt, dass verstärkte Hausbesuche auch „einen finanziellen Nebenaspekt haben“, glaubt Timmermann-Fechter nicht an die Gleichung: Mehr Hausbesuche = weniger Plakate und Faltblätter = weniger Wahlkampfkosten.

Dieser Text erschien am 12. Dezember 2012 in der NEUEN RUHR ZEITUNG

Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...