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So gesehen: Die Mobilität bremst ihre Kinder

Wer durch Mülheim geht oder fährt, hat an machen Stellen das Gefühl auf einer Buckelpiste unterwegs zu sein. In unserer Gesellschaft, die sich gerne mobil nennt, möchte man ja gerne vorankommen.

Ironie der Geschichte. Man kommt auf so mancher maroden Straße aber gerade deshalb nicht voran oder sogar ins Stolpern, weil unsere Gesellschaft mit den Jahren so mobil geworden ist, dass es selbst unsere Straßen nicht mehr aushalten.

Gerade wenn man in der Innenstadt unterwegs ist, die in weiten Teilen als Fußgängerzone daher kommt, hat man als Fußgänger in der Fußgängerzone zeitweise das Gefühl, etwas falsch verstanden zu haben und deshalb am falschen Ort zu sein. Denn paradoxerweise scheint dort mit der Zahl der leerstehenden Ladenlokale der geschäftsmäßige Zulieferverkehr vom Lieferwagen, Lastkraftwagen und Taxis im gleichen Maße zugenommen zu haben, von den durch die Fußgängerzone rasenden Radlern ganz zu schweigen.

Offensichtlich gilt in unserer mobilen Gesellschaft: Wenn schon der Rubel nicht rollt, dann wenigstens die Räder, damit man sich wenigstens einbilden kann, voranzukommen.

Dieser Text erschien am 21. August 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

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