Dienstag, 28. April 2026

Mahnung zur Menschlichkeit

Die Lebensgeschichte der jüdischen Autorin und Schauspielerin Bela Winkens, die am 1. April in Düsseldorf verstorben ist, führt uns den ganzen Wahnsinn des Holocaust vor Augen und mahnt uns zur Menschlichkeit.

Ihr Leben, das 1941 in Berlin unter lebensgefährlichen Bedingungen begann, führte sie im Kriegsjahr 1943 und im Nachkriegsjahr 1945/46 auch nach Mülheim an der Ruhr. Hier fand das Kind Zuflucht bei der Halbschwester ihres Vaters Walter, Sophie Kukla, die mit ihrem nicht-jüdischen Ehemann in Saarn lebte.

Das hat Stadtarchivarin Annett Fercho bei ihren Recherchen herausgefunden, die in Bela Winkens, literarische Autobiografie "Brief an die Mutter" eingeflossen sind, die Bela Winkens 2025 im Berliner Verbrecherverlag veröffentlicht hat.

Anders, als ihre Eltern und Großeltern, die 1943 in Auschwitz ermordet wurden, überlebte Bela den Holocaust und die NS-Diktatur. Sie überlebte, obwohl ihre Identität und ihr Versteck verraten wurde und sie 1944/45 im Konzentrationslager Theresienstadt interniert war und erst nach einem Erholungsaufenthalt in Lüneburg zu ihrer Tante nach Mülheim zurückkehren konnte.

1951 wurde aus Bela Heymann Bela Winkens, nach dem sie von dem in Düsseldorf lebenden christlich-jüdischen Ehepaar, Elsa und Theodor Winkens, adoptiert worden war. Nach ihrem Abitur ließ sie sich in ihrer Heimatstadt Berlin zur Schauspielerin ausbilden und verkörperte später unter anderem Anne Frank.

Zur Tragik ihrer Lebensgeschichte gehört, dass sie immer wieder von Neo-Nazis angegriffen und angefeindet wurde, weil sie als Schauspielerin und Autorin ihr Schicksal, das ein Schicksal von Millionen war, thematisierte. 

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