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Jung und ausgezeichnet: sind die Preisträger der Bürgerstiftung, so, wie zum Beispiel Felix Bruns

Es gibt Menschen, die uns mit ihrem Engagement Mut machen. Zu diesen Menschen gehören die vier jungen Preisträger, die die Bürgerstiftung ausgezeichnet hat. Einer von ihnen ist Felix Bruns und seine Kollegen aus der Bigband der Luisenschule.


Eigentlich ist Felix Bruns einer von 25 Preisträgern. Denn in der Kategorie Geisteswissenschaften haben die Bürgerstiftung und ihr Preisgeldsponsor RWE die Bigband der Luisenschule ausgezeichnet, in der 25 Mädchen und Jungen zusammen musizieren. „Das ist ein echter Erfolg. Denn wir haben 2009 mit fünf Leuten angefangen, aus denen dann wenig später zehn geworden sind“, erinnert sich der 17-Jährige.

Die Idee, an seiner Schule eine Bigband zu gründen, hatte der junge Schlagzeuger zusammen mit vier Mitschülern, die wie er in der Bigband der Mülheimer Musikschule Tonart musizieren. „Was wir hier machen, können wir eigentlich auch an unserer Schule machen“, sagte sich das Quintett und fand mit Musiklehrerin und Saxophonspielerin Regina Poupette die richtige Frontfrau für den Aufbau einer Bigband AG. „Anfangs haben wir nur im Treppenhaus unserer Schule gespielt“, erzählt Felix. Heute spielt die inzwischen zum regulären Unterrichtskurs aufgewertete Bigband nicht nur in der neuen Schulaula, etwa bei Abiturfeiern, Tagen der offenen Tür oder im Rahmen von Schulkonzerten. Auch bei den Mülheimer Jazztagen, im Jazzclub an der Kalkstraße, bei Veranstaltungen des Lionsclubs oder bei Kulturfestivals ist sie gerne gehört. Ihren nächsten Auftritt haben die ausgezeichneten Musiker von der Luisenschule am 5. April 2013 im Rahmen des Festivals Kulturflash , das in der Heinrich-Thöne-Volkshochschule an der Bergstraße über die Bühne ging.

„Wir bestreiten inzwischen 15 bis 20 Auftritte pro Jahr“, berichtet Bruns und sieht die musikalische Vielseitigkeit als das Markenzeichen der Luisenschulband. Dixie- und Swing-Jazz bringt sie ebenso zu Gehör, wie Melodien aus der Pop- und Rockmusik. Auch vor dem guten alten Bossa Nova oder dem Funk hat die Band, die inzwischen sogar eine eigene Junior-Band ins Leben gerufen hat, keine Angst. „Wir sind auf kein Genre festgelegt. Und das macht die Sache ja auch reizvoll. Alles andere würde vielleicht rasch langweilig“, findet Felix.

Das gemeinsame Musizieren in der Bigband vergleicht er mit einem „Mannschaftssport, der auch eine soziale Komponente hat, weil man genau aufeinander hören muss und nur gemeinsam etwas schaffen kann, das sich dann auch gut anhört.“ Der 17-Jährige, der nicht nur in der Luisenschulband, sondern auch in einer Band der Folkwangschule und der Musikschule Tonart mit seinem Schlagzeug für den Rhythmus sorgt, bei dem man mit muss, lässt keinen Zweifel daran, dass die gemeinsamen Auftritte ihn selbstbewusster gemacht haben. Diese musikalische Vitaminspritze fürs Selbstbewusstsein zahlt sich auch im Schulalltag, etwa beim Halten von Referaten aus. Viel wichtiger und wertvoller sind Felix aber die Kontakte und Freundschaften, die er auch jahrgangsübergreifend in der Bigband der Luisenschule knüpfen konnte.

Die Auszeichnung durch die Bürgerstiftung empfindet er als „einen Ansporn, weil sie uns zeigt, dass unsere Arbeit gesehen, gehört und geschätzt wird und weil sie auch den älteren Bürgern zeigt, dass es viele junge Leute gibt, die etwas gutes machen und nicht nur herumhängen.“

Und auch das Preisgeld des Sponsors RWE findet bei Felix und seinen Bandkollegen natürlich Anklang. Denn 2015 wollen die Luisenschulmusiker zusammen mit der amerikanischen Bluelakeband durch die USA touren. Da kommen die 3000 Euro von RWE als Anschubfinanzierung für die Reisekasse gerade recht.

Apropos Geld, Band und Touren. Könnte sich Felix, der schon als Sechsjähriger auf den Kochtöpfen seiner Eltern den Rhythmus vorgab, auch eine Karriere als Profimusiker vorstellen? „Das wäre natürlich ein Traum“, sagt er. Aber Felix könnte sich auch ein Leben vorstellen, in dem die Musik sein Hobby bleibt. Dass dieses Hobby aber auch in einen Beruf einfließen könnte, mit dem sich Geld verdienen lässt, hat er im vergangenen Jahr bei einem Praktikum in einem Ton- und Musikstudio erlebt.

Dieser Text erschien am 3. April 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung

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