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Jung und ausgezeichnet: Das sind die Preisträger der Bürgerstiftung; Zum Beispiel der Otto-Pankok-Schüler Henrik Heelweg

Es gibt Menschen, die uns mit ihrem Engagement Mut machen. Zu diesen Menschen gehören die vier jungen Preisträger, die die Bürgerstiftung ausgezeichnet hat, zum Beispiel Heute: Henrik Heelweg.

„Ich bin ein ganz normaler 16-Jähriger“, versichert Henrik Heelweg und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Aber jeder hat ja so seine Macke.“ Was der Zehntklässler von der Otto-Pankok-Schule seine „Macke“ nennt, ist eine erstaunliche naturwissenschaftliche und mathematische Begabung, um die ihn manche seiner Mitschüler beneiden mögen.

Schon als Kind spielte der Sohn einer Biologielehrerin und eines kaufmännischen Angestellten mit einem Kosmosexperimentierkasten, nahm Marienkäfer unter die Lupe und las Bücher über das Schicksal der Dinosaurier. „Meine Eltern haben schon früh gemerkt, dass ich mich für Naturwissenschaften interessiere und mich immer gefördert“, erinnert sich Henrik. Und aus diesem Satz hört man ehrliche Dankbarkeit heraus.

Heelweg berichtet von naturwissenschaftlichen und mathematischen Kursen der Academia Generalis, die er ab der vierten Klasse in seiner Freizeit besuchte und die ihn auf den Geschmack brachten, weil sie seinen Wissenshunger stillten.

So inspiriert hat er bereits mehrfach an den Bundeswettbewerben Mathematik und Jugend forscht teilgenommen, beschäftigte sich in diesem Zusammenhang nicht nur mit Zahlen und Formeln, sondern auch mit der Fossilienwelt am Kassenberg, mit umweltfreundlicher Wärmeisolation oder mit der Wechselwirkung zwischen Ernährung und Reaktionsfähigkeit. Doch nicht nur an mathematisch-naturwissenschaftlichen Wettbewerben, sondern auch am Bundeswettbewerb Latein hat Henrik bereits mit Erfolg teilgenommen und war zumindest auf Landesebene ganz vorne dabei. Für die Endrunde auf Bundesebene hat es bisher noch nicht ganz gereicht. Aber mit 16 darf und muss man ja noch Ziele haben, die auf ihre Realisierung warten. „Ich bin ein ehrgeiziger Mensch“, sagt Heelweg über sich selbst. Doch was ihn an Wettbewerben reizt, ist nicht die Aussicht auf einen Preis, sondern „die Möglichkeit, Kontakte zu Leuten zu knüpfen, die so ähnlich gestrickt sind wie man selbst und mit denen ich meine Interessen teilen kann.“ Henrik lässt keinen Zweifel daran, dass er sich über die Auszeichnung und die damit verbundenen 3000 Euro von der Mülheimer Bildungsstiftung freut. „Solche Anerkennung zu bekommen, ist ein schönes Gefühl, das anspornt und das erst mal sacken muss.“

Sein Preisgeld, das bereits auf sein Sparbuch gewandert ist, will er auch in seine weitere Ausbildung investieren. Derzeit liebäugelt er mit einem Chemiestudium, „weil man da eine Einbindung in alle Lebensbereiche hat.“ Jetzt hat Henrik erst mal seine Leistungskurse für die Oberstufe (Mathematik und Chemie) gewählt. Mathematik fasziniert ihn, „weil man mit ihr einfache Lösungen für komplizierte Frage erarbeiten kann.“ Genau darum geht es auch in dem Duisburger Softwareunternehmen, in dem er nach den Osterferien ein Praktikum machen wird. Angesichts seiner Vielseitigkeit, die sich auch in einem Notendurchschnitt von 1,0 widerspiegelt, räumt er ein: „Es ist gar nicht so einfach, sich für einen bestimmten beruflichen Weg zu entscheiden, auch wenn ich jetzt glaube, mit der Chemie einen guten Punkt getroffen zu haben.“ Doch mit der Berufswahl kann und will sich der 16-Jährige, der sich in seiner Freizeit unter anderem beim Laufen und Zeichnen entspannt, ja auch noch etwas Zeit lassen.

Dieser Text erschien am 26. März 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung

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