Sonntag, 31. Mai 2026

Otto Pankok kehrt zurück ins Kloster Saarn

Otto Pankok wurde 1893 im ehemaligen Äbtissinnenhaus des Klosters Saarn geboren. Im Kloster Saarn hat er später auch seine ersten Zeichnungen angefertigt. Sie zeigen ihn selbst, die dörfliche Landschaft Saarns, seine Schwester Hedwig und seine Mutter, die selbst auch malte, an einer Staffellage. Mit einer Ausstellung, die noch bis zum 12. Juli im oberen Kreuzgang des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters zu sehen ist, kehrt der vor 60 Jahren verstorbene Pankok jetzt mit seinem Jugendwerk an den Ort seiner Geburt und einer Kindheit zurück. 

Möglich gemacht hat diese Ausstellung, in der 50 Arbeiten des großen Meisters der Schwarz-Weiß-Zeichnungen, zu sehen sind das ehrenamtliche Team der Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt, unterstützt von der Leiterin des Pankok-Museums in Hünxe, Dr. Dagmar Schmengler, und Pankoks Großneffen, dem Künstler Moritz Pankok.

Moritz Pankok, Dr. Dagmar Schmengler und Pfarrer Christian Böckmann sind sich einig, "dass es keinen besseren Ort als diesen gibt", um vor allem Pankonks Frühwerk einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren, weil: "sich hier Kirche und Kultur mit den Werten verbinden", für die der Künstler und Mensch Otto Pankok, dessen vom christlichen Humanismus geprägten Arbeiten von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" diffamiert und mit einem Ausstellungverbot belegt wurden, zeitlebens eigestanden sei. Diese Grundhaltung Pankoks, die für seinen Großneffen Moritz, angesichts der heutigen "sozialen und politischen Härten, aktueller denn je sind", kommen zum Beispiel in seinem Passionszyklus aus den 1930er Jahren und seiner Zeichnung "Christus zerbricht das Gewehr" zum Ausdruck. Letztere wurde in den 1950er Jahren, als Pankok als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf lehrte, zu einer Ikone der internationalen Friedensbewegung, vergleichbar der Friedenstaube Picassos.

In der klösterlichen Pankok-Ausstellung begegnen wir auch den berührenden Portraits des Sinti-Mädchens Eher wieder, die als "Mädchen-mit-Ball-Skulptur" seit 1983 am Wegesrand der Düsseldorfer Straße, mitten im Saarner Dorf steht.

Die Otto-Pankok-Werkschau im Kloster Saarn ist in ein eintrittsfreies Rahmenprogramm mit Führungen, Exkursionen, Publikumsgesprächen und Lesungen eingebettet. Der Eintritt kostet sieben Euro und berechtigt zugleich zum Besuch des historischen Klostermuseums. Die Ausstellung ist donnerstags und freitags (16-20 Uhr) sowie samstags, sonntags und feiertags (10-18 Uhr) im Kloster Saarn zu sehen. Die für sieben Euro zu erwerbende  Eintrittskarte berechtigt auch zur Besichtigung des Historischen Klostermuseums der Saarner Klosterfreunde. Der Eintritt in die Pankok-Ausstellung, der auch zur Besichtigung des Historischen Klostermuseums berechtigt, kostet sieben Euro.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Otto Pankok kehrt zurück ins Kloster Saarn

Otto Pankok wurde 1893 im ehemaligen Äbtissinnenhaus des Klosters Saarn geboren. Im  Kloster Saarn hat er später auch seine ersten Zeichnun...