Mittwoch, 6. Februar 2013

Ein männlicher Blick auf eine unbeschreiblich weibliche Karnevalsveranstaltung der MüKaGe

250 Frauen unter einem Dach. So etwas gibt es nur in einem Frauenkloster, in einem Mädchenpensionat oder beim Närrischen Hausfrauennachmittag der MüKaGe im Union-Saal an der Neustadtstraße. Gott sei Dank geht es aber bei dieser Veranstaltung, wir sind ja unter Närrinnen, ausgelassener zu, als es in einem Mädchenpensionat oder einem Frauenkloster je denkbar wäre. Wenn einem das spanisch vorkommt, ist das kein Wunder. Denn Sitzungspräsidentin Urde Brand und ihre Kolleginnen vom Elferrat der Müttergarde steuern das närrische Treiben in den Trachten spanischer Senioritas. Auch MüKaGe-Präsident Detlef Klapper hat sich als Brandts Page in einen spanischen Senior verwandelt, der die Garden und Künstler tanzend von oder zur Bühne leitet und ganz nebenbei die jecken Wiewer zu kräftigem Helau und Applaus animiert. Was macht Mann nicht alles für Frauen.


Doch nicht nur Klapper legt sich ins Zeug, damit Frau an diesem Nachmittag ihren Spaß hat. Auch „Lausbub“ Manfred Schaffrath traut sich mit Gitarre, Gesang und Wortwitz alleine auf die Bühne, nach dem sein Lausbubkollege Uwe Hillers krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen ist, um die jecke Weiberschar gut zu unterhalten, etwa mit seinem Spottlied auf die Rente: „Dann haben wir umsonst geklebt.“

Nicht umsonst hat man Ex-Prinzessin Urde Brand zur Präsidentin der Frauensitzung gemacht. Immer wieder überbrückt sie mit kleinen Gags und Schunkelrunden Wartezeiten und Lücken gekonnt überbrückt. Dabei zeigt die Karnevalistin ein Herz für Männer: „Sie haben es wirklich nicht leicht. Bei ihrer Geburt gratulieren alle der Mutter. Bei ihrer Hochzeit bewundern alle die Braut. Und nach ihrem Tod bekommt ihre Witwe die Rente.“

Da lacht Frau und hat auch ihren Spaß daran, wenn Musikparodist Ruud ihr mal die Tina Turner vormacht oder die stattlichen Pfundskerle vom Winkhauser Männerballett Christ König als tanzende Feuerwehrmänner, die am Ende fast alle Hüllen fallen lassen, die Stimmung unter dem närrischen Weibsvolk kräftig anheizen.

„Das ist wirklich eine tolle Stimmung hier“, findet nicht nur Sonnenblumenfrau Roswitha auf der Heiden, die mit 23 Kolleginnen von der Post dafür sorgt, dass die selbige an diesem Nachmittag abgeht.

Dieser Text erschien am 1. Februar 2013 in NRZ und WAZ

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