Es gibt sie noch, die süßen Bienen. Nicht nur auf der freien Wildbahn, sondern auch in der Bäckerei trifft man sie.
In der Bäckerei machen sie sich jetzt zu schaffen. Die einen wirbeln als fleißige Bienchen hinter der Theke. Und die anderen stürzen sich als gefräßige Bienchen in der Theke auf Kirsch-Streusel, Berliner Ballen oder auch auf den Pflaumen-Hefekuchen.
Als Mann habe ich eine natürliche Vorliebe für flotte Bienen. Allerdings musste ich auch schon so manche schmerzhafte und bestechende Erfahrung mit der einen oder anderen Biene machen, die dann flott als Unschuld vom Lande davon summte, als sei nichts gewesen. So ein Bienenstich kann wirklich unangenehme Folgen haben. Da ist mir der gebackene Bienenstich schon lieber. Den fischen die flotten und fleißigen Bienen aus der Bäckerei meines Vertrauens, wie nichts aus der Tiefe ihrer Theke. Dabei ist sie in diesen Tagen von ganzen Bienenvölkern besetzt. „Wir ärgern sie einfach nicht und lassen sie leben“, verrät mir eine flotte Biene hinter der Theke, wie sie unbestochen durch den Spätsommer kommt. Wenn das keine bestechende Lehre für das ganze Leben ist: Leben und leben lassen! Dann bleibt uns viel erspart.
Dieser Text erschien am 29. August 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung
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