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Freitag, 1. Juli 2022

Comeback der Oldtimer

 Oldtimer-Fans und solche, die es noch werden wollen, sollten sich den 7. August vormerken. Denn an diesem Tag wird die aus 120 Mitgliedsbetrieben bestehende Werbegemeinschaft Saarn, zwischen 13 und 18 Uhr im Dorf an der Düsseldorfer Straße nicht nur zum verkaufsoffenen Sonntag, sondern auch zu einer Wanderfahrt legendärer Oldtimer einladen.


Im Mittelpunkt des Saarner Oldtimer Cups wird eine Präsentation stehen, die der Mülheimer Oldtimer-Experte und Oldtimer-Liebhaber Hartmut Mäurer moderiert. Bei einem Fototermin im Autohaus Audi Wolf gaben Mäurer und die beiden Werbegemeinschafts-Vorstände Marcel Leydag und Dennis Boehmke einen kleinen Einblick, der Lust auf mehr Automobilgeschichte zum Anschauen und Anfassen macht.
 

Kunstwerke auf vier Rädern


Zugegeben: Das 1957 gebaute Mercedes-Cabriolet SL 300, dass der Mülheimer Oldtimerfan Norbert Bartel seit zwölf Jahren sein Eigen nennt oder der 1962 gebaute Volvo 121, den die Mülheimer Heide Ternieden ihrem aus dem gleichen Baujahr stammenden Ehemann Klaus zum 60. Geburtstag geschenkt hat, reißen jede Abgasnorm und manche der alten Schätzchen aus den wirtschaftswunderbaren Fünfzigern oder aus den schwungvollen Sechzigern haben noch nicht mal einen Sicherheitsgurt. Doch die motorisierten Kunstwerke auf vier Rädern strahlen mit ihrem eleganten Design ein PS-starkes Lebensgefühl, dem sich auch notorische und umweltbewusste Fußgänger, Fahrgäste und Fahrradfahrer nicht entziehen können und wollen.

Die Autolegenden, die heute nur noch bei schönem Wetter ausgefahren und von gleichgesinnten und mit raren Ersatzteilen ausgestatteten Oldtimer-Clubmitgliedern in Schuss gehalten werden, stammen aus einer Zeit, als das Autofahren noch kein umweltzerstörendes Massenphänomen, sondern ein mobiler Traum von Freiheit und Wohlstand war. Doch dieser Traum war auch ein Luxus, der seinen Preis hatte, den sich nicht jeder leisten konnte. So kostete der 1957 gebaute Mercedes SL 300 als Neuwagen 32.000 Mark, als das durchschnittliche Brutto-Jahresgehalt der Westdeutschen gerade mal bei 5000 Mark lag. Auch von Stau und Blechlawinen konnte noch keine Rede, als 1955 in Mülheim gerade einmal 4438 PKWs registriert waren. 2022 sind es nach Angaben des städtischen Bürgeramtes 96.487 Personenkraftwagen, die neben diversen anderen Kraftfahrzeugen täglich über Mülheims Straßen rollen.

Aber bei der Saarner Oldtimer-Show am 7. August darf es dann ruhig noch einmal etwas mehr heiliges Blech sein. "Wir haben bisher 65 Anmeldungen und können vielleicht noch zehn bis 15 Fahrzeuge mitnehmen", erklärt Hartmut Mäurer. Oldtimer-Besitzer, die ihr rollendes Schätzchen am 7. August in Saarn dem interessierten Publikum präsentieren und an der Wanderfahrt teilnehmen möchten, können sich per E-Mail bei:info@werbegemeinschaft-saarn.de anmelden. "Wenn sich das Bonner Haus der Geschichte kurzfristig mit Konrad Adenauers Dienst-Mercedes anmelden würde, würden wir bestimmt nicht Nein sagen", betont Mäurer mit einem Augenzwinkern. Der Mercedes 300, in dem sich der erste (selbst führerscheinlose) Bundeskanzler chauffieren ließ, wurde zwischen 1951 und 1962 für einen Grund-Neu-Preis von 20.000 Mark gebaut. 

Donnerstag, 30. Juni 2022

Am Rathaus gestrandet

 In den vergangenen Tagen hat ein Street-Beach-Festival den Rathausmarkt zum Ruhrstrand gemacht. Sechs Tonnen Sand und gut 100 Liegestühle machten es möglich. Nach dem das Wetter den Veranstaltern von der Dortmunder Just-Festivals GmbH zeitweise einen Strich durch die Rechnung machte, stimmten am Samstag alle äußeren Bedingungen.

Mit Livemusik der Band Latino Total, die leider mit 45 Minuten Verspätung erst ab 18.45 Uhr aufspielte, ließen sich mehrere 100 Besucher aus allen Generationen in hochsommerlichen Schwung und vereinzelt sogar zum Tanzen bringen. Die Temperaturen und kühle Getränke taten ihr übriges. „Ich lasse hier meinen Mallorca-Urlaub, aus dem heute zurückgekommen bin, noch etwas nachwirken“, meinte ein 25-jähriger Mülheimer, der in seinem Liegestuhl unter einer Palme und mit südlichen Rhythmen im Ohr sichtbar entspannt die Leichtigkeit des Seins genoss.


Insgesamt bekamen die Veranstalter von ihren Beachparty-Gästen viel Lob. „Toll, das bringt Leben Innenstadt!“ und: „Die Leute sind entspannt und nicht mehr so aggressiv, wie während der Corona-Lockdowns“ war unter den Feiernden ebenso zu hören, wie: „Das sollte man öfter machen. Das ist wie Urlaub vor der Haustür“ oder: „Wann haben wir mal so viele Leute auf dem Rathausmarkt?“ Einige Beachboys- und Girls brachten aber auch den Stadthafen an der Ruhrpromenade oder den Stadthallengarten am Broicher Ruhrufer als vermeintlich bessere Location für eine Beachparty ins Gespräch.


Zwei Vegetarierinnen hätten sich etwas mehr kulinarische Auswahl gewünscht: „Hier gibt es ja fast nur Burger“, stellten sie enttäuscht fest. Tatsächlich gab es auf dem gestrandeten Rathausmarkt auch jenseits der Burger klassische Beach-Bissen, wie Eis, Poffertjes, Pommes und Pasta. An der Frage, ob die Getränke- und Imbisspreise „akzeptabel“ oder „zu teuer“ waren, schieden sich die Geister des Party-Publikums.

Eine Mutter hätte sich „eine Spielfläche für Kinder gewünscht“. Tatsächlich hatten sich einige Kinder ihre Eimer, Schippen und Förmchen mitgebracht, um wie an der Waterkant im Sand zu spielen. Doch fürs Burgenbauen reichte der reichlich aufgeschüttete Sand am Rathaus dann doch nicht.


Neben den Strand- und Partyfans schauten auch Extra-Schicht-Touristen am Rathausstrand vorbei, um sich für die nächste Kulturetappe inspirieren und stärken zu lassen. Der auffälligste Strandgast war am Samstagabend der Youtube-Video-Blogger Ralf Stolle, der für seinen Video-Blog „Erlebnistouren mit Ralf und Patty“ das gesellige Strandleben zwischen Rathaus-Kolonnaden und Bahnbögen einfing. „Das macht Spaß hier. Das Flair stimmt. Aber das Gelände ist zu klein für solches Strand-Festival. Da bietet ein vergleichbares Strandfest auf der König-Heinrich-Straße in Duisburg dem Publikum deutlich mehr“, findet Event-Chronist Stolle.


Meine Beiträge in NRZ und WAZ

Dienstag, 28. August 2018

Lieber Ruhr als Riviera

Gestern ging ich an der an der Ruhr spazieren. Sonneschein und ein laues Lüftchen und ein freier Blick auf den Fluss. Das ließ bei mir Urlaubsgefühle hoch kommen.

Ich machte an einem Kiosk, in einem Biergarten und an einem Eiscafé Halt und traf zwischendurch nur auf nette und entspannte Menschen.

Ob man  so etwas zur besten Sommerferienzeit auch an den überfüllten Stränden auf Mallorca oder in den überteuerten Cafés und Restaurants der Cote’D Azur oder der Riviera erlebt? Eher nicht. Zumindest nicht zu dem Kurs, den man bei uns an der Ruhr bekommt. Hier fängt der Urlaub, wenn man will, sofort vor der Haustür an. Streikende Piloten und ausgefallene Züge müssen hier niemanden bekümmern. Das im Stau stehen kann man kann man sich auch sparen. Außerdem kann man, wenn man es sich hier richtig gut gehen lässt, das gute Gefühl haben, etwas für den Schutz der Umwelt und gegen den Niedergang der lokalen Wirtschaft getan zu haben. Wer da noch in die Billigflieger steigt und die Urlaubsschnäppchen in der Ferne sucht, der ist wirklich urlaubsreif und sollte sich eine Kur an der Ruhr verschreiben lassen.

Dieser Text erschien am 13. August 2018 in der NRZ 

Freitag, 13. Juli 2018

Die MST präsentiert mit ihrem neuen Internet-Portal Mülheims schönste Seiten



www.muelheim-tourismus.de. Diese Internetadresse der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus-Gesellschaft (MST) muss man sich ab sofort merken, wenn man als Einheimischer oder als Auswärtiger etwas erleben will.
Das neue Internetportal begeistert mit aktuell 500 großen Bildern und kompakten Texten, die den Nutzer schnell zum Ziel führen. Die meisten Fotos stammen vom Fotografen-Ehepaar Meurer (meurers.net), das Mülheim bereist und mit "neuen Augen" gesehen hat. Veranstaltungshinweise, Hotelbuchungen, toruistische Erlebnispakete, Kunst und Kultur, Tagungs-, Veranstaltungs- und Festmöglichkeiten in der Stadthalle, Saalmieten, Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps der Mülheimer Gästeführer. Alles das und noch mehr finden interessierte Mülheimer und Gäste, die die Stadt besuchen, auf der neuen Internetseite der MST optisch ansprechend, inhaltlich informativ und zielführend.

Information trifft Emotion

"Wir verstehen unsere neue Internetpräsenz als ein Informationsportal und als ein Vermarktungsinstrument, ohne das wir als Stadt im digitalen Zeitalter auf dem Markt nicht mehr bestehen können", erklärt MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs. "Wir möchten die Nutzer unserer Internetseiten nicht nur informieren, sondern mit großen und attraktiven Fotos auch emotional ansprechen", ergänzt ihr für das Veranstaltungsmanagement zuständiger Abteilungsleiter Jens Weber. Und der für die MST-Abteilung Tourismus verantwortliche Marc Baloniak macht dem Hinweis auf 196.000 Touristen, die Mülheim 2017 besucht haben, deutlich, dass Tourismus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist. Das gilt auch dann, wenn er, wie im Falle Mülheims, zu drei Vierteln von Tagestouristen getragen wird, die zu 80 Prozent aus geschäftlichen Gründen in Mülheim verweilen und in der Regel ein oder zwei Nächte in Hotels oder in privaten Gastzimmern und Ferienwohnungen übernachten.

Damit sich Nutzer möglichst leicht und schnell auf den Seiten von: www.muelheim-tourismus.de bewegen und zum Ziel kommen, können wurden sie in die Rubriken: Service, Ruhr und Aktiv, Erleben, Sehenswertes und Suchen und Buchen unterteilt. Eine Suchmaschine auf Daten- und Schlagwort-Basis, erleichtert die Orientierung im reichhaltigen Informationsangebot, das vom Online-Team der MST im Laufe der letzten 18 Monate zusammengestellt worden ist. 

Dieser Text erschien am 12. Juli 2018 im Lokalkompass und in der Mülheimer Woche

Mittwoch, 9. Mai 2018

Wo die alten schon schwammen: Ein Zeitsprung ins Styrumer Freibad

Ein Foto aus dem Adressbuch der Stadt Mülheim an der Ruhr
aus dem Jahr 1936
„Besucht das Ruhrstadion!“ fordert das Adressbuch der Stadt Mülheim anno 1936 auf einer seiner ersten Seiten und illustriert diese Aufforderung mit der historischen Aufnahme.
1925 wurde das Styrumer Freibad mit dem Ruhrstadion errichtet.  Damals hatten die deutschen Arbeitnehmer maximal zwölf Urlaubstage pro Jahr. 1936 waren es immerhin schon 21. Heute sind es im Durchschnitt 30.

Doch auch wenn die Nationalsozialisten mit ihrem Ferienwerk Kraft durch Freude (KDF) erstmals auch Arbeitern und kleinen Angestellten einen Urlaub ermöglichten und dies als Propagandaerfolg für ihre Diktatur feierten, konnten die meisten Deutschen damals von Urlaubsreisen in ferne Länder nur träumen. Nach Angaben des Statistischen Reichsamtes verdienten 1936 62 Prozent der Steuerzahler weniger als 1500 Reichsmark pro Jahr. 60 Prozent ihres Einkommens mussten sie für Lebensmittel und Wohnungsmiete aufwenden. 

Umso wichtiger waren für die einfachen Bürger in dem von Thyssen geprägten Industrieort Styrum und für ihre Mitbürger in Mülheim und seinen Nachbarstädten preiswerte Naherholungsangebote, wie das des Styrumer Freibades. Erwachsene zahlten 1936 werktags 20 und sonntags 40 Pfennig. Für Kinder kostete der Eintritt ins Badevergnügen 10 und 20 Pfennig.

Wer das Styrumer Freibad mit der Straßenbahn oder mit einem Schiff der Weißen Flotte ansteuerte, konnte für 40 und 50 Pfennig eine Fahrkarte erwerben, in der der Eintritt ins Freibad enthalten war. Das Styrumer Freibad bot schon damals eine Wasserfläche von 12800 Quadratmetern, Liege- und Spielwiesen, einen Erfrischungsraum mit Dachgarten und eine Wasserrutsche. Außerdem durften die Badegäste auch die Sportanlagen des Ruhrstadions benutzen.


Dass es heute auch noch ein Styrumer Freibad gibt, das seit 2012 als Naturbad von der Pia-Stiftung betrieben wird, ist vor allem dem Kampf der Bürgerinitiative Schwimmen in Styrum zu verdanken. Sie wehrte sich mit einem Bürgerbegehren gegen die 2001 vom Rat der Stadt beschlossenen Schließung des Freibades und erzwang so 2002 die Wiedereröffnung des Freibades, das seit 2006 als Naturbad betrieben wird.

Dieser Text erschien am 7. Mai 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung

Donnerstag, 3. Mai 2018

"Pack die Badehose ein! - Naturbad Styrum startet in die neue Freibad-Saison

Ein Blick auf eines der beiden großen Schwimmbecken
Insgesamt stehen ein Hektar Wasserfläche im Naturbad
Styrum zur Verfügung.
Am 1. Mai geht das Naturbad in seine neue Saison. Das Freibad, das seit 2012 von der Pia-Stiftung betrieben wird ab 10 Uhr seine Tore für die Besucher öffnen. In der vergangenen Saison fanden 55.000 Badegäste den Weg ins Naturbad, 10.000 weniger als im Rekordjahr 2016. An schönen Tagen rechnen Radde und seine fünf festangestellten mit 2000 bis 4000 Badegästen aus allen Generationen und aus der gesamten Region. Der Betriebsleiter und sein Team machen das drei Hektar große Freibad an der Stadtgrenze seit Ende Februar startklar. Die Becken werden mit Hochdruckreinigern und Bodenreinigungsmaschinen von Algen, Schmutz- und Laubresten befreit. Das Wasser wird umgepumpt, der Sand um 10 Tonnen aufgestockt und vom Unkraut befreit.

Neben unserem Kiosk, an dem wir die Klassiker Pommes und Currywurst verkaufen, werden wir in der neuen Saison auch in unserem Strandbereich einen Imbissstand mit Wraps und Cocktails haben, schaut Radde in die Zukunft.

Außerdem werden auf der Skinboardbahn im Juni die Europameisterschaften in der neuen, aus den Niederlanden kommenden, Trendsportart ausgetragen. Weitere Informationen findet man im Internet unter: www.naturbad-muelheim.de. Der Eintritt kostet auch in der neuen Saison 4 € für Erwachsene und 2 € für Kinder.

Dieser Text erschien am 1. Mai 2018 in NRZ, WAZ und in der MW

Donnerstag, 23. Juli 2015

Mülheim: Immer eine Reise wert - Auch in der Ruhrstadt ist Tourismus ein Wirtschaftsfaktor

Die Weiße Flotte: Seit 1927 ein touristisches Higlight

Sommerzeit ist Ferienzeit. Beim Thema Urlaub denken die Meisten an Mallorca und Co. Doch auch in Mülheim kann man Urlaub machen. „Es ist nicht so, dass die Leute ein oder zwei Wochen Ferien in Mülheim machen würden. Die meisten Touristen kommen für ein zwei oder drei Tage in die Stadt“, erklärt die Geschäftsführerin der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus-Gesellschaft MST, Inge Kammerichs.

Als Hauptanziehungspunkte nennt sie den Ruhrtalradweg, die Müga, die Ruhr mit der Weißen Flotte und die interaktiven Museen Aquarius, Haus Ruhrnatur und Camera Obscura, die als Teil der Route der Industriekultur zusammen mit den anderen Revierstädten im Rahmen der Ruhr-Tourismus-GmbH vermarktet werden. „Mülheim hat da ein riesiges Potenzial“, betont Kammerichs mit Blick auf den Tourismusmarkt für Kurzzeit-Urlauber. Im letzten Jahr registrierte die MST immerhin 153.000 Übernachtungen, rund 4000 mehr als im Jahr zuvor.

„Die freizeittouristischen Übernachtungen machen davon nur etwa 15 Prozent aller Übernachtungen aus“, räumt Kammerichs ein. Allerdings hat das an der Fachhochschule Westküste in Heide ansässige Institut für Freizeit und Management bei einer von der MST in Auftrag gegebenen Studie herausgefunden, dass jährlich rund 3,2 Millionen Tagestouristen nach Mülheim kommen, die im Durchschnitt knapp 41 Euro in der Stadt ausgeben. Davon profitieren vor allem Geschäftsleute und Gastronomen. Aber auch große Ausstellungen, wie die 2014 im Museum Alte Post gezeigte August-Macke-Ausstellung. Sie zog Besucher aus ganz Deutschland nach Mülheim. Allein die MST konnte in diesem Zusammenhang rund 160 Ausstellungspakete, inklusive Hotel-Übernachtung und Ausstellungseintritt verkaufen.


Bei Familien, Freundeskreisen und Kollegen sind auch Tagesreisen, inklusive einer Paddeltour de Ruhr mit dem Wikingerschiff Müwi sehr gefragt. Sie wurden im letzten Jahr allein rund 300 Mal gebucht.

Apropos Paket- und Pauschalangebote. Derzeit arbeiten die MST und ihre Partner in der Ruhrtourismus GmbH an einer Internetplattform, die es erlaubt nicht nur Hotelübernachtungen, sondern auch ganze Reisepakete online zu buchen. Die neue Internetplattform soll ab Frühjahr 2016 einsatzbereit sein. „95 Prozent der Touristen buchen inzwischen online“, beschreibt Kammerichs den Trend.

Neben einer breiten Vernetzung im Netz, setzt die MST bei der Mülheimer Tourismuswerbung natürlich auch weiterhin auf gedruckte Broschüren und Flyer, die ihre Mitarbeiter zum Beispiel als Präsentations- und Informationsmaterial zu Tourismusmessen mitnehmen.

Regelmäßig sind sie auf entsprechenden Fachmessen, wie Camping, Motor und Tourismus in Stuttgart, auf der Reise- und Camping in Essen oder bei der Niederrheinischen Freizeitmesse in Kalkar präsent.

„Die meisten Touristen, die zu uns kommen, kommen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Außerdem konnten wir bei den Gästen aus den Niederlanden 2014 ein Plus von 22 Prozent verzeichnen“, berichtet MST-Mitarbeiter Marc Baloniak. Dass es vor allem viele Menschen aus Baden-Württemberg an die Ruhr zieht, ergibt sich, laut Baloniak, daraus, „dass früher viele Menschen arbeitsbedingt von Baden-Württemberg ins Ruhrgebiet gezogen sind und heute viele Menschen vom Ruhrgebiet nach Baden-Württemberg ziehen.“

Wer nicht aus freizeittouristischen, sondern aus dienstlichen Gründen, nach Mülheim kommt, weil er zum Beispiel an einem Fachkongress in der Stadthalle teilnimmt oder eine Messe in Essen oder Düsseldorf besucht, tut dies außerhalb der klassischen Ferienmonate Mai bis Oktober.

„Der Schwerpunkt liegt hier in den letzten vier Monaten des Jahres“, weiß Kammerichs. Ob Tourist oder Geschäftsreisender: Im Schnitt, so hat es die Studie der Tourismusforscher von der Westküste herausgefunden, gibt jeder Übernachtungsgast, der nach Mülheim kommt, täglich rund 176 Euro aus. Tourismus ist also auch in unserer Stadt ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor.


Dieser Text erschien am 2. Juli 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ein Platz für den Kaiser

Als Parkplatz bleibt der Kaiserplatz in der Mitte Mülheim unter seinen Möglichkeiten, entspricht aber in seiner Funktion einer Stadt mit 174...