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Es werden Posts vom September, 2021 angezeigt.

Mit Farbe und Poesie

  Mit seinem 34. Jahreskalender "Gerne leben hilft!" und seinem neuen quadratischen, praktischen und guten Büchlein "Denk einfach, so ist das Leben - Denk, so einfach ist das Leben" zeigt sich der Olle Hansen auch mit seinen neuesten Vitaminspritzen für die Seele als Meister der kleinen Lebenshilfe.  Sein großformatiger Jahreskalender 2022 kommt farbenfroh und poetisch daher. Seine literarische Miniatur wirkt auf den ersten Blick eher puristisch. Aber seine Schwarz-Weiß-Motive, die Petoschu diesmal ganz nachhaltig auf Packpapier gemalt hat, entfalten eine einfach schöne Ästhetik, die der Olle Hansen mit seinen lebensweisen Aphorismen zu einem kleinen Meisterwerk abrundet, dass man immer wieder gerne in die Hand nimmt, anschaut und mit Wort und Bild als Alltagserfrischung mit Aha-Effekt in sein Herz hineinlässt.    Kunst als Lebenshilfe "Nix passt immer. Alles passt nie." oder: "Nimm's leicht und wunder dich", lässt uns Petoschu in seinem wun

Besetzte Leben

  Wer die Petrikirche besucht, kann dort bis zum 24. Oktober in ein fernes und fremdes Leben schauen. „Besetzte Leben“ heißt die Fotoausstellung, mit der  der Ruhrpreisträger Heiner Schmitz  16 palästinensische Beduinenfamilien aus dem Westjordanland porträtiert. „Auch wenn die großformatigen Fotos auf den ersten Blick romantisch wirken, dürfen wir nicht übersehen, dass diese Familien in Armut und Unfreiheit leben“, sagt der Fotograf mit Blick auf seine 2019 entstanden Bilder. Seit er als Professor an der Fachhochschule Dortmund 1997 ein Praxisfreisemester für eine Fotoexkursion nach Israel und Palästina nutzte, hat ihn das Schicksal der Menschen im Nahen Osten nicht mehr losgelassen. Auch wenn Schmitz „große Sympathie für den modernen und demokratischen Staat Israel“ bekundet, lässt er doch ebenso wenig Zweifel an seiner Solidarität mit den Palästinensern, „die ein besetztes Leben führen müssen“, weil die israelische Regierung gegenüber den Palästinensern in den sogenannten palästinen

"Soziale Inklusion ist keine Einbahnstraße. Sie tut uns allen gut."

  Der Integrationsrat und seine Kooperationspartner laden vom 27. bis 3. Oktober zu einer Interkulturellen Woche, die mit Gesprächen, Vorträgen, Kulturveranstaltungen oder mit kulinarischen und sportlichen Begegnungen Lust auf die Entdeckung des bunten Mülheims macht, in dem heute Menschen aus mehr als 140 Nationen, mal besser, mal schlechter zusammenleben. Im Vorfeld der Interkulturellen Wochen, deren Programm sich auf der städtischen Internetseite:   www.muelheim-ruhr.de  findet, sprach die stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates und CBE-Mitarbeiterin,   Gilberte Raymonde Driesen   über, dass, was die Macher der Interkulturellen Woche an- und umtreibt. Die Pädagogin ist außerdem Vorsitzende des interkulturellen Bildungsverein Axatin, mit dem sie eine Brücke zwischen ihrem Geburtsland Senegal und ihrer Wahlheimat Deutschland schlägt. Was will die Interkulturelle Woche? Driesen:  Sie will, dass wir uns begegnen und uns kennen lernen, Deshalb ist diese Veranstaltungsreihe etw

Der Netztechniker

  Die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze. Sie schafft aber auch welche. Zum Beispiel die bei der   NETZTECHNIK   Schiffmann GmbH, die seit 1999 am Bühlsbach in Saarn ansässig ist und aufgrund ihrer Expansion seit 2018 einen zweiten Unternehmensstandort in Essen eröffnet hat. Gerald Schiffmann gründete das Unternehmen, das heute 25 Mitarbeiter beschäftigt und bundesweit 220.000 Kunden vom Häuslebauer bis zum Dax-Konzern mit individuell zugeschnittenen Kommunikationsnetzen ausgestattet, im Jahr 1990. Damals war der Mülheimer 22 Jahre jung und studierte nach seinem Abitur am Otto-Pankok-Gymnasium in der Nachbarstadt Essen Wirtschaftswissenschaften. „Ich habe schon als kleiner Junge bei uns zuhause den Kühlschrank repariert. Außerdem begeisterte ich mich für Modellbau und Segelflug und habe meinen Vater schon als Schüler technisch und kaufmännisch in seinem Unternehmen für Lichttechnik unterstützt“, schildert Schiffmann das biografische Fundament seiner Technikaffinität. Doch sein Schlüs

Politische Satire!?

  Die Provokation ist offensichtlich. Die Satire-Partei „Die Partei“,  die seit der Kommunalwahl 2020 auch im Mülheimer Stadtrat sitzt , wirbt vor der CDU-Geschäftsstelle an der Bahnstraße auf einem Plakat mit einem Porträt des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU). Die Beschriftung des Wahlplakates lässt schlucken: „Sterbehilfe legalisieren! Pflege entlasten“. Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes der „Partei“, Karsten Wusthoff, erklärt zu dieser Aufschrift, die auf den ersten Blick an die menschenverachtende Euthanasie-Politik der Nationalsozialisten erinnert, auf Anfrage dieser Redaktion: „Natürlich steht Die PARTEI auch in Mülheim hinter ihren Plakaten. Die Partei bedient sich des Mittels der Satire. Dass diese manchmal Geschmacksgrenzen auslotet, dabei auch überschreitet, liegt in der Natur der Sache.“ Das Plakat, so Wusthoff weiter, solle „auf die prekäre Lage der Pflegekräfte, die täglich um Menschenleben kämpfen, aufmerksam machen und die unmenschlichen Zust

In die Wüste geschickt

  Der Mülheimer Schriftsteller Jörg Juretzka kann nicht nur spannende Kriminalromane rund um seinen Privatdetektiv Kristof Kryszinski schreiben. Er kann auch fotografieren, und zwar so, dass es wie gemalt aussieht. Davon konnten sich jetzt musische Mülheimer bei Juretzkas Lesung und Ausstellungseröffnung in der Ruhrgalerie an der Ruhrstraße 3 überzeugen. Vor der fotografischen gab es dort bei Wein und Salzgebäck eine literarische Werkschau. Der gelernte Tischler und Zimmermann Juretzka, der seit 30 Jahren Kriminalromane zimmert und sich damit eine Fangemeinde erschrieben hat, schickte seinen Protagonisten diesmal auf eine kriminalistische Spurensuche nach Afrika, wo er sich nicht nur mit korrupten Zeitgenossen, sondern auch mit verschwundenen und oft leider auch toten Europäern auseinandersetzen muss. Eine tierisch spannende Geschichte, nicht nur weil der zweibeinige Kriminalist aus dem Ruhrgebiet dabei von seiner vierbeinigen Freundin Bella begleitet wird. O-Ton: Kristof Kryszinski: &

Betreten auf eigene Gefahr

E s gibt noch Abenteuer zu bestehen, in unserer Stadt. Wenn man zum Beispiel als Fußgänger die Mendener Straße oder den unteren Teil des Steinknappens zu passieren versucht, weiß man, was der Wunsch: "Hals und Beinbruch" zu bedeuten hat. Zwar weist mich meine Stadt inzwischen an den besagten Stellen mit rot-weißen Warnschildern und Warnbaken auf den brüchigen Mülheimer Untergrund hin, doch das mindert das Risiko der Passanten auf zwei Beinen und zwei Rädern nicht wirklich. Tatsächlich sagen uns die gut sichtbaren rot-weißen Warnhinweise nur, dass die Stadt, trotz vergleichsweise hoher Steuer- und Gebührensätze, in die roten Zahlen gestolpert ist und nicht wirklich weiß, wie sie finanziell wieder Boden unter die Füße bekommen kann, um unter anderem auch dafür zu sorgen, dass ihre Bürgerinnen und Bürger am Ende nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn es mit dem Mülheimer Untergrund so unterirdisch weitergeht, bleibt uns wohl nur, die besonders arg ramponierten Geh- und

Gar nicht so geheim

  Am Tag des offenen Denkmals öffnete auch die Freimaurerloge Zur verklärten Luise an der Friedrichstraße 38 ihre Türen für interessierte Besucher. "Wir hatten beim Tag des Offenen Denkmals 2019 mehr als 240 Besucher. Aber heute hält sich der Besucherandrang in sehr überschaubaren Grenzen. Wir konnten bisher nur ein interessiertes Ehepaar durch unsere Räume führen", sagte der Vorsitzende der 1839 gegründeten Loge, Alexander Waldhelm,  um die Mittagszeit. "Die Treffen der Loge sind für mich eine Quelle, aus der ich Kraft für meinen Alltag schöpfe", sagt Waldhelm, den viele Mülheimer als Filmregisseur ("Pottkinder") kennen und der hauptberuflich für ein Forschungszentrum des Landes NRW arbeitet. Seine Stellvertreter, der Historiker Tristan Tiedtke und Frank Görres stimmen ihm zu und berichten von der Inspiration, die sie aus "Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Berufen und gesellschaftlichen Bereichen für ihre Lebensgestaltung bekommen." D

Mensch bleiben

  Eine junge Polizeibeamtin schaut den Betrachter an. Untertitel des Portraits; "Ich sorge für deine Sicherheit und du zeigst mir den Mittelfinger!" Das ist nur eines der einprägsamen Plakate, mit denen der Deutsche Gewerkschaftsbund, dem in Mülheim etwa 18.000 Arbeitnehmer angehören, für mehr Respekt im Umgang mit Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes. "Vergiss nie: Hier Arbeitet ein Mensch!" lautet das Motto der Plakatkampagne. Ausstellung im Rathaus Oberbürgermeister Marc Buchholz hat den Ausstellungsort im Ruhrpromenadenfoyer des Rathauses bewusst gewählt. Die Plakate des Deutschen Gewerkschaftsbundes werden bis Ende September im Briefwahllokal gezeigt, in dem Wahlberechtigte seit dem 6. September ihre beiden Stimmen für die Bundestagswahl abgeben können. Denn wir haben nicht nur am 26. September, sondern auch an allen anderen Tagen des Jahres die Wahl, ob wir andere Menschen so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen. Die Goldene Regel de

Inklusiv & Innovativ

  Der Verein für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS) ist am Freitag (3. September) mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet worden. Die mit 1000 Euro verbundene Ehrung würdigt das inklusive Engagement des Vereins. Der 79-jährige VBGS-Vorsitzende Alfred Beyer, der den Verein seit seiner Gründung im Jahr 1989 führt und mit seinem Engagement prägt, nahm den Rheinlandthaler in der Kölner LVR-Zentrale aus den Händen der stellvertretenden Vorsitzenden der Landschaftsversammlung, Ursula Mahler, entgegen. Beyer ließ in seinen Dankesworten den langen und weiter andauernden Weg Revue passieren, den unsere Gesellschaft zurückgelegt hat und noch vor sich hat. Mahler und Bürgermeister Markus Püll würdigten „die soziale Strahlkraft“, die der Verein in den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelt habe, wenn es um eine vorurteilsfreie Begegnung und ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gehe. Püll nannte das Engagement des VBGS „menschlich unverz

Schöner, als bei Markus Lanz

  „Fiedler will's wissen.“ So heißt nicht nur die Wahlkampf Veranstaltungsreihe, mit der SPD-Bundestagskandidat Sebastian Fiedler durch die Stadt tourt. Der Titel der Gesprächsreihe ist auch Programm für die Bundestagswahl am 27. September, bei der rund 134.000 Mülheimer aufgerufen sind ihre Erststimme für den Wahlkreis-Abgeordneten und ihre Zweitstimmen für die Landeslisten und damit für die Mandatsverteilung im 20. Deutschen Bundestag abzugeben. Jetzt lud sich der aus dem 40 Autominuten entfernten Viersen kommende SPD-Kandidat seinen Parteifreund und Gesundheitsexperten Professor Dr. Karl Lauterbach ein. 400 angemeldete Gäste, darunter auch viele SPD-Mitglieder, wollten wissen, was Lauterbach und Fiedler in der Luftschiffhalle am Flughafen über die Coronapandemie, den Katastrophenschutz und die Umweltkriminalität zu sagen hatten. „Das ist hier schöner als bei Markus Lanz“, lobte der ebenso wie Lauterbach talkshowerfahrene Kripo-Verbandschef Fiedler die tatsächlich beeindruckende

Wie schützen wir das Klima?

  Die jüngsten Hochwasser- und Waldbrandkatastrophen haben uns gezeigt: Der Klimawandel kommt nicht. Er ist schon da. Deshalb moderierten Dr. Bernhard Leidinger und Dr. Jürgen Zentgraf von der Mülheimer Klimaschutzinitiative am 22. August im Festsaal der Stadthalle eine Podiumsdiskussion, in der die Mülheimer Bundestagskandidaten Farbe bekennen mussten, wie sie es mit dem Klimaschutz halten und was sie als Bundestagsabgeordnete für den Klima- und Umweltschutz tun würden. Angesichts von 40 Zuhörern im Saal und 60 Livestream-Zuschauern zeigte sich Bernhard Leidinger als Vorsitzender der örtlichen Klimaschutzinitiative mit dem Publikumszuspruch zufrieden. „Wir hatten Corona-bedingt mit weniger Interessenten gerechnet“, sagte Leidinger nach der zweistündigen Veranstaltung. Er lobte, „dass alle Kandidaten, vor allem bei der Frage, was sie ganz persönlich für den Klimaschutz tun, auf den Punkt geantwortet haben und nicht ausgewichen sind oder versucht haben mit anderen Themen zu punkten.“ „A